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Autor Hannes Grebin am 12. Mai 2010
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Verbraucherschutz und Verbraucherrechte

Chemiecocktails in Produkten aus China & Co — irgendwelche Bestimmungen??

Ich denke, dass ich mich zu einer Reihe von Bittstellern geselle.

Mein Anliegen: Wer schuetzt uns eigentlich gegen die krassen Chemiecocktails in Plastikkomponenten vieler Produkte aus Fernost.
Hatte heute fuer 15Euro (also kein Billigprodukt) ein Springseil als Paeckchen bekommen. Als ich das Paeckchen oeffnete, kam mir eine krass suessliche Weichmacherwolke entgegen, weil das eigentliche Stahlsseil noch mit einem Vinylschlauch ummantelt worden war.
Ich habe es nur einmal angefasst aber meine Haende stinken selbst nach der 4. Handwaesche noch immer danach.
Die Verkaeuferin meinte auf meinen Anruf keck, dafuer gaebe es in Deutschland eh keine Richtlinien, ausserdem wuerde ich ja nicht mit dem Schlauch in Beruehrung kommen, wenn ich wie vorgesehen die Holzgriffe benuetzen wuerde. Ausserdem, meinte sie weiter, wuerde allein bei Kindern der Hautkontakt gefaehrlich werden aber in keinem Falle die Aufnahme der Chemie-Verbindungen ueber die Atemluft.
Ich bekraeftige: Der Raum stinkt danach und meine Haende stinken noch immer.

Dieses Problem gibt es in den verschiedensten Varianten tagtaeglich zehntausendfach (Ebay, Amazon-Partnerverkaeufer etc.), und die Verkaeufer, die diese Probleme aus Marge-Gruenden vernachlaessigen und denen man als naiver Kunde einfach blind vertrauen muss, werden dafuer nicht einmal im Mindesten zur Verantwortung gezogen.

Was kann dahingehend unternommen werden, was wird seitens des Ministeriums dagegen unternommen?

Mit besten Dank aus Berlin,
Hannes Grebin

PS:

Ich habe soeben mit Stiftung Warentest, Verbraucherzentrale und der Materialpruefanstalt gesprochen.
Das eigentliche Dilemma ist folgendes:
Die Verbraucherzentrale kann nur rechtlich oder vertraglich beraten und ist fuer Materialfragen kein Ansprechpartner.
Stiftung Warentest macht unabhaengig und anonym ihre Tests an Produkten aus dem Handel. Diese Produkte sind aber klar bestimmten Herstellern zuordbar.
Was mein Problem anbelangt, so werden taegl. Millionen Plastikartikel im Billigpreissegment vertrieben, die aber gar keinem Hersteller zugeordnet werden koennen.
Dass heisst, wie die Verkaeuferin schon richtig bemerkt hat — keine Richtlinien, keiner haftet, das Problem bleibt fuer die weiteren Jahre ungeloest.

Ueberschlaegt man dabei einmal die in Frage kommenden Kaeufer, muss man feststellen, dass ein Grossteil der Leute, die sich bspw. keine Original-Handyschale leisten koennen, auch voellig naiv und ohne jegliche Awareness auf Ebay und Amazon konsumieren, bis dahin dass ihnen die Problematik der Weichmacher und Emissionen weitestgehend ueberhaupt nicht bewusst ist.

Wenn schon die Verkaeufer nicht die Verantwortung fuer einen ordentlichen Zustand der Produkte uebernehmen bzw. die Problematik von ihnen selbst nicht verstanden oder eben wie in meinem Fall vernachlaessigt wird, ja wer sollte denn sonst in die Verantwortung kommen, als das Verbraucherschutzministerium.

Um es anders auszudruecken:
In meinem Vinylschlauch vom Springseil kann ja negativ formuliert und so wie er gestunken hat, auch noch etwas Schaedlicheres als ein hoher Phthalatgehalt mit reingemixt worden sein. Wer ueberprueft das?
Warum gibt es auch nach Jahren nach Bekanntwerden der Problematik und nach so vielen Zeitungsartikeln zum Thema noch kein generelles Prozedere?

Dass es hierbei keinen in Regress zu nehmenden Hersteller gibt, wenn bspw. ein und das selbe Springseil aus China ueber 50 verschiedene Sub-Brands vertrieben wird, darf hier keine Ausrede zur stillen Kenntnisnahme sein.

Im Grunde geht es hier wirklich nicht nur um Weichmacher, hier geht es um den grundsaetzlichen Komplex, wie man Mindeststandards fuer Produkte auch ohne zuordbaren Hersteller gewaehrleisten kann.

Ich denke, dieser Weg kann nur ueber die Verkaeufer gehen.

+49

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