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Autor C. Dr. Otto-Wessel am 18. Oktober 2010
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Tierschutz

Importregelung für Pferde aus Rumänien/ Equine infektiöse Anämie

Sehr geerte Frau Aigner (und Mitarbeiter),

für die aus Rumänien nach Deutschland eingeschleppte Pferdekrankheit "Equine infektiöse Anämie" werden hauptsächlich illegale Importe verantwortlich gemacht.

Mein Pferd wurde im letzten Jahr LEGAL nach Deutschland eingeführt. Da es symptomlos war (die Erkrankung verläuft in den meisten Fällen inapparent), und ordnungsgemäß mit Mikrochip und Papieren ausgestattet war, hat mich die Tatsache, dass es auch infiziert ist (die B-Probe steht noch aus) im höchsten Maße überrascht (und entsetzt). Inzwischen habe ich erfahren, dass die Pferde bereits in Rumänien in Quarantäne kommen, dort untersucht und mit Mikrochip versehen werden, und dass der deutsche Tierarzt bei Einreise nur die nötigen Papiere ausstellt. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit war mein Pferd bereits bei der Einreise infiziert.

Dazu meine Fragen an Sie als die letztlich verantwortliche Person: Halten Sie es für angebracht, bei einem Land wie Rumänien an die Einhaltung von Import- (bzw. Export-) vorschriften zu glauben? Zeugt es nicht vielmehr von unverantwortlicher Naivität, die Pferde bei der Einreise nach Deutschland auf eine in ihrem Heimatland endemisch vorkommende Erkrankung NICHT selbst zu untersuchen? Warum werden die Quarantäne und Laboruntersuchungen bei der Einreise nicht unter hiesiger Verantwortung durchgeführt? Es ist schließlich in unserem Interesse, dass Erkrankungen nicht importiert werden. Ich halte das genannte Vorgehen für eine skandalöse Schlamperei und werde mich im Weiteren sicher auch an die Presse wenden.

Da die bestehenden Regularien sicherlich nicht ad hoc geändert werden können, wäre es eine verantwortungsvolle Maßnahme, wie die Schweiz ein Importverbot für rumänische Pferde zu erlassen.

Wenn die Importvorschriften nicht so lax gehandhabt worden wären, würde ich jetzt nicht um mein Pferd trauern (weil ich es gar nicht gekauft hätte) und hunderte Pferdebesitzer in Süddeutschland sich nicht um ihre möglicherweise infizierten Pferde ängstigen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Christiane B. Otto-Wessel

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