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Autor Bernhard Tigges am 09. Juni 2010
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Gesunde Ernährung

"Kinderlebensmittel"

Sehr geehrte Frau Aigner,

die Lebensmittelindustrie bietet eine große Zahl von Produkten für Kinder an. In der Werbung für diese Lebensmittel wird sehr oft der Eindruck erweckt, diese Produkte würden die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern fördern. Leider trifft aber sehr oft das Gegenteil zu: Ein großer Teil der „Kinderlebensmittel“ sind aus ernährungsmedizinischer Sicht nicht für Kinder geeignet – sie enthalten zum Beispiel häufig zu viel Zucker oder zu viel Fett.

Viele der sogenannten Kinderlebensmittel werden zudem irreführend beschrieben; zum Bespiel kann die Angabe „ohne Fett“ beim Verbraucher den Eindruck erwecken, dass ein Lebensmittel gesundheitsfördernd ist – möglicherweise enthält es aber zum Ausgleich für den fehlenden Geschmacksträger Fett eine sehr große Menge Zucker. Wissen Sie, dass es „Kinderjoghurts“ gibt, die pro 100 Gramm ebenso viel Zucker enthalten wie ein großer Schokokuss? Würden Sie Ihrem Kind einen Schokokuss zum Frühstück geben?

Kurz: Die meisten Kinderlebensmittel sind aus meiner Sicht nicht für eine gesunde Ernährung von Kindern geeignet sondern sollten von Kindern wie Süßigkeiten konsumiert werden – als sehr sparsam.

Eltern, denen diese Probleme nicht bewusst sind, greifen vermutlich oft mit guter Absicht zu solchen Produkten, die ja häufig ausdrücklich damit werben, dass sie „gesund sind“. Dadurch schaden diese Eltern möglicherweise ungewollt der Gesundheit ihrer Kinder.

Ich habe den Verdacht, dass die Lebensmittelindustrie sich wider besseres Wissen über die Regeln einer gesunden Kinderernährung hinwegsetzt und nur das Ziel verfolgt, mit ihren Produkten große Umsätze zu machen.

Meine Frage: Was tut Ihr Ministerium dafür, dass sich diese Situation verbessert und, dass an Lebensmittel für Kinder zukünftig ganz besonders hohe Qualitätsansprüche gestellt werden – so, wie man es ja eigentlich ohnehin erwarten würde?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

Viele Grüße,

Bernhard Tigges

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