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Autor J. Doehl am 14. Januar 2010
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Tierschutz

Milch und geschundene Tiere zur Fleischgewinnung

Sehr geehrte Frau Aigner,

mein Bauer, bei dem ich mir ab und an frische Milch hole statt die 3x abgekochte aus dem Supermarkt, hat mir erklärt, dass er seine Milch nur auf dem Hof, nicht aber in seinem Gemüseladen in der Stadt verkaufen darf. Wie schade, denn das ist so eine wunderbare Milch, die mich schwer glücklich macht in ihrer Ursprünglichkeit und ihrem wunderbaren Sahnegehalt. Aber ich glaube, es ist aus Gründen des Verbraucherschutzes.

Da wundert es mich umso mehr, dass andere Produkte ohne Weiteres in den Handel gelangen dürfen und keiner was dagegen sagt. Billiges Hähnchenfleisch z.B., von dem man eigentlich schon aufgrund des niedrigen Preises (6 Euro für 1 Kilo?) darauf schließen kann, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Vor ein paar Tagen zeigten sie dann im Fernsehen, was da nicht mit rechten Dingen zugeht: Die kleinen Hähnchen wurden getreten, geschupst, an die Wand geschlagen, für den Abtransport zum Schlachter zuhauf in die Kartons geschmissen.

Okay, also das ist in Ordnung und verbrauchergerecht - abgesehen von dem nicht gerade sehr freundlichen (um nicht zu sagen: asozialen) "Produktionsverhalten" -, und so ein Fleisch darf ohne Weiteres in den Handel gelangen? Ich mein, wie hoch mag dessen Qualität sein, wenn die Tiere derart gestresst und schlecht behandelt werden? Und das sollen dann ahnungslose Leute essen, bloß weil die Verpackung vielleicht schön ist?

Mich würde sehr freuen, wenn da mal strengere, verantwortlichere Kontrollen stattfinden würden. Aber bitte nicht bei meiner Milch! Ich bin echt erstaunt, was erlaubt, ja offenbar gefördert wird in diesem Lande, und was nicht. Diese wunderbare Milch wird sozusagen verboten, aber dieses grauenhafte Fleisch erlaubt. Wie kann das angehen?

Übrigens habe ich nichts dagegen, den Milchpreis ordentlich anzuheben. Mich wundert, wie leicht und locker sich der normale Bürger hierzulande ein Eigenheim und Auto kaufen kann, aber wie knauserig er dann bei den Lebensmitteln ist. Wo ist da die Balance geblieben?

Vielen Dank für ihre Mühe und Ihre Antwort.
Mit freundlichem Gruß
J.M. Doehl

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