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Beantwortet
Autor Lars Jacobs am 16. August 2010
7302 Leser · 98 Stimmen (-1 / +97)

Verbraucherschutz und Verbraucherrechte

Steigender Mehlpreis

Sehr geehrte Frau Aigner,

ich finde es sehr interessant wie Sie sich zur Mehlpreissituation äussern. Unser Einkaufspreis ist um satte 30% gestiegen. Wenn wir Bäcker das nicht unlegen sollen, wie auch vorher schon nicht die steigenden Strom und Ölpreise, wovon sollen wir leben? Bekommen wir dann auch Subventionen wie Bauern oder andere?
Sie sagen das hätte keinen Einfluss auf den Preis?
Ich selber arbeite über 90 Stunden pro Woche in der Backstube und im Büro, weil die Lohnnebenkosten für kleine Unternehmen nicht zu tragen sind. Gibt es also auch Konjunkturhilfe für uns?
Natürlich waren dies mehrer Fragen und auch nicht leicht zu beantworten, aber ich würde mich sehr über eine Antwort freuen. Denn ich liebe meinen Job, mache Ihne aber nicht um "Draufzuzahlen"!

Mit freundlichen Grüßen

Lars Jacobs, Bäckermeister

+96

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Antwort
von Ilse Aigner am 15. November 2010
Ilse Aigner

Sehr geehrter Herr Jacobs,

vielen Dank für Ihre Fragen, mit denen Sie auf die aktuelle Preissituation mit ihren Konsequenzen für das Bäckerhandwerk eingehen.

Das diesjährige Getreidewirtschaftsjahr ist in der Tat außergewöhnlich und schwierig, denn die Getreidepreise sind für viele Marktteilnehmer unerwartet deutlich angestiegen. Grund hierfür sind nicht allein die Ernten in Deutschland oder den europäischen Mitgliedsstaaten. Aufgrund der engen Verflechtung der internationalen Getreidemärkte spielen auch die unterdurchschnittlichen Ernten in anderen wichtigen Erzeugungsregionen der Welt eine Rolle, etwa in der Schwarzmeerregion oder in Kanada.

Ich habe in diesem Zusammenhang vor überzogenen Preiserhöhungen für Lebensmittel gewarnt. Dabei hatte ich darauf hingewiesen, dass die von einigen Unternehmen angekündigten Preiserhöhungen bei Grundnahrungsmitteln, etwa Brot und Brötchen, nicht allein mit höheren Marktpreisen für Brotgetreide begründet werden können. Dazu ist der Anteil der landwirtschaftlichen Erzeugererlöse an den Verbraucherausgaben in diesem Segment zu niedrig, denn er beträgt nur etwa vier bis fünf Prozent.

In diesem Sinne habe ich mich für „Ehrlichkeit“ in der Kommunikation von Preiserhöhungen ausgesprochen.

Sie haben ja richtigerweise angeführt, dass auch andere Faktoren, wie Energie und Lohnkosten, eine wichtige Rolle spielen. Ich teile Ihre Auffassung, dass diese Kosten genauso wie die höheren Mehlkosten bei der Preisgestaltung berücksichtigt werden müssen.

Mit freundlichen Grüßen