Beantwortet
Autor Hans-Peter Marx am 29. September 2016
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Sonstige Themengebiete

HGÜ mit Erdkabel

Wo liegen, neben den hohen Kosten, die zu erwartenden technischen Probleme bei HGÜ mit Erdkabeln?

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Antwort
von Andreas Preuß am 18. Oktober 2016
Andreas Preuß

Sehr geehrter Herr Marx,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage.

Die Gleichstrom-Erdkabeltechnik hat im deutschen Übertragungsnetz Neuheitswert. Stand jetzt wollen wir z.B. mit unserer Stromleitung ALEGrO als eine der ersten Verbindungen im vermaschten Übertragungsnetz Ende des Jahres ins Planfeststellungsverfahren gehen. ALEGrO ist ein HGÜ-Erdkabelprojekt mit einer Übertragungsleistung von 1000 Megawatt. Auch die Verbindung von Osterath bis Emden Ost, genannt „A-Nord“, werden wir vorrangig mit dieser Technologie planen.

Der Bau einer solchen Stromverbindung ist sicherlich eine technische Herausforderung. Hierfür stehen uns verschiedene Bauweisen zur Verfügung, die wir Ihnen in der Broschüre von ALEGrO gerne näher bringen wollen.
www.netzausbau.amprion.net/sites/default/files/amprion_al...

Was den Betrieb von Erdkabeln in Gleichstromtechnik anbelangt, existieren zwar bereits Erkenntnisse, z.B. mit Offshore-Erdkabeln. Allerdings verfügen wir als Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) bislang noch keine Erfahrungen mit Gleichstrom-Erdkabeln in der Höchstspannungsebene über weite Distanzen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Erdkabel im Vergleich zu Freileitungen natürlich geschützter sind. Jedoch können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen, wie lange z.B. mögliche Entstörungszeiten dauern werden.

Wir als ÜNB wollen künftig Erfahrungen im Umgang mit HGÜ-Erdkabeln sammeln. Dennoch sind wir uns unseres gesetzlichen Auftrages der Systemstabilität bewusst und werden unsere Netze auch unter Berücksichtigung der Erdverkabelung mit größter Verantwortung planen und betreiben.

Wir hoffen, dass wir Ihnen Ihre Frage zufriedenstellend beantworten konnten.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas Preuß
Pressesprecher