Beantwortet
Autor W. Wagenbach-Tanrikulu am 08. Februar 2017
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Projekt: Ultranet

Planfeststellungsverfahren

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Frage bezüglich des Ultranet in Hofheim a. T. /Wildsachsen. In Wildsachsen soll ja die herkömmliche Stromtrasse erhalten bleiben. Sie führt aber durch ein Wochenendgebiet welches jetzt in ein Wohngebiet umgewandelt werden soll, da dort schon viele Gebäude stehen, die nicht einer Wochenendgebietbebauung entsprchen.

Ich habe gehört, dass es für dieses Gebiet Junghainzehecken kein Planfeststellungsverfahren gegeben hat.

Wenn nun ein Bebauungsplan erstellt wird, wie verhält sich das dann mit der alten Trasse? Ändern sich die Anforderungen an die unmittelbare Trassenumgebung? Also breite der Schneiße, Abstand zu Gebäuden, neue Bebauung usw.? Kann es dann nicht zu Problemen kommen weil Bebauung und Stromtrasse sich durch geänderte Bedingungen (Stromstärke/Stromart/Austausch von alten Masten) gegenseitig behindern?

Also konkret: Muss hier nicht erst ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden bevor ein Bebauungsplan erstellt wird?

Es würde mich freuen, wenn Sie mir hierzu eine Auskunft geben könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Wiltrud Wagenbach-Tanrikulu

+2

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Antwort
von Joëlle Bouillon am 13. März 2017
Joëlle Bouillon

Sehr geehrte Frau Wagenbach-Tanrikulu,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage.

Für die Gleichstromverbindung Ultranet ist, wie Sie richtig schreiben, die Nutzung der Bestandstrasse geplant. Für die bestehende Höchstspannungsleitung (Wechselstrom) liegt selbstverständlich eine Genehmigung vor. Für die geplante Umnutzung eines der bestehenden Stromkreise auf den Masten in Gleichstrombetrieb findet ein zweistufiges Genehmigungsverfahren bei der Bundesnetzagentur statt. Nach Abschluss der derzeit laufenden Bundesfachplanung, die nur einen Trassenkorridor festlegt, folgt ein Planfeststellungsverfahren, das die Detailplanung beschreibt. Der Schutzstreifen verändert sich durch die geplante Umnutzung eines Stromkreises in Gleichstrom nicht. Bei geplanten Bebauungen in unmittelbarer Nähe der Leitung ist heute wie auch künftig Amprion als Betreiber der Stromleitung zu kontaktieren. Eine Unterbauung der Leitung ist nicht grundsätzlich verboten. Amprion gibt auf Anfrage Auskunft über einzuhaltende Abstände zwischen Leiterseil und Bebauung.

Das Planfeststellungsverfahren für Ultranet ist unabhängig vom Bebauungsplan der Stadt Hofheim. Es obliegt der Stadt, diese Nutzungsänderung vorzunehmen. Amprion wird in diesem Verfahren als Träger öffentlicher Belange beteiligt, um zum Beispiel die Auflagen innerhalb des Schutzstreifens einzubringen.

Wir hoffen, dass wir Ihnen Ihre Frage beantworten konnten.

Vielen Dank für Ihr Interesse!

Joelle Bouillon
Projektsprecherin Ultranet