Beantwortet
Autor Robert Aehnelt am 24. Juni 2015
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BER - Bauthemen

Erweiterungsbauten/ Satelliten

Sehr geehrtes BER-Team,

im Planfeststellungsbeschluss waren noch zwei möglichen Erweiterungssatelliten vorgesehen. Bei der Diskussion, wie man dem zu erwartenden Passagieransturm begegnen kann, ist von diesen gar nicht mehr die Rede.
Was ist aus den Satelliten konzeptionell geworden?

Vielen Dank für die Antwort,
Robert Aehnelt

+5

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Antwort
vom BER am 06. Juli 2015
BER

Lieber Herr Aehnelt,

Sie fragen zurecht, warum in der bestehenden Diskussion um das erwartete Passagierwachstum zur Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg die Satelliten, die in der ursprünglichen Planung vorgesehen sind, bisher keine Rolle spielen. Als Flughafengesellschaft sind wir momentan in der erfreulichen, gleichzeitig aber herausfordernden Position, dass unsere Passagierzahlen überdurchschnittlich wachsen. Und zwar vor allem in Schönefeld. Dort lag das Wachstum im Juni 2015 bei rund elf Prozent. Und wenn Germanwings und Ryanair mit Beginn des Winterflugplans ihr Angebot ab Schönefeld ausbauen, ist mit weiter steigenden Verkehrszahlen zu rechnen.

Für uns heißt das, wir müssen uns erst einmal um die bestehenden Flughäfen kümmern. In der Aufsichtsratssitzung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH am vergangenen Freitag wurden dazu wichtige Grundsatzentscheidungen getroffen. Wichtigste Aussage ist, dass der Flughafen Schönefeld über die Inbetriebnahme des BER hinaus in Betrieb bleiben soll. Außerdem hat die Flughafengesellschaft nun den klaren Auftrag in die Masterplanung einzusteigen und zu entscheiden, wie der Luftverkehr in Berlin und Brandenburg sich in den nächsten Jahren weiterentwickeln soll.

In einem ersten Schritt werden kurzfristig Sofortmaßnahmen in Schönefeld und Tegel umgesetzt. In Tegel werden wir in diesem Jahr 19 Millionen Euro für Ertüchtigungen investieren, in Schönefeld werden knapp drei Millionen Euro eingesetzt, um den prognostizierten Verkehr abfertigen zu können.

In einem zweiten Schritt wird die Flughafengesellschaft den BER so fertig bauen, wie er derzeit geplant ist. Wir werden den definierten Zeitplan nicht durch weitere Umplanungen gefährden. Der BER soll wie berichtet im zweiten Halbjahr 2017 eröffnen. Und – wir müssen die Planung vorlegen, wie die Kapazitätsentwicklung nach der Eröffnung des BER gemeinsam mit SXF alt abgebildet werden kann.

In einem dritten Schritt geht es dann in die Masterplanung: Dabei muss dann der Plan erarbeitet werden, was ab rund fünf Jahren nach der Eröffnung des BER passiert, wenn der jetzige Flughafen Schönefeld vom Netz gehen soll und alle Kapazitäten im Midfield des BER konzentriert werden sollen. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die dann natürlich nicht nur das Thema Terminalkapazität beinhaltet. Es spielen dann auch Themen wie zum Beispiel Passagierstruktur, landseitige Anbindung und Non-Aviation eine Rolle. Dabei werden im Rahmen der Masterplanung sicher auch die Satelliten wieder eine mögliche Option, die es zu prüfen gilt.

Viele Grüße
Ihre Flughafen Berlin Brandenburg GmbH