Beantwortet
Autor Maria Bremer am 14. August 2015
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BER - Bauthemen

Imtech

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich aufgrund der aktuellen Geschehnisse um die Firma Imtech auf diesem Wege an Sie.

Nach und nach kommen ja immer mehr traurige Fakten ans Licht. Zuerst wurden Bestechungsgelder gezahlt, dann Vorschüsse geleistet, für die es gar keinen Gegenwert gab und am Ende geht nun trotzdem eines der wichtigsten Bauunternehmen des Flughafens pleite.

Laut der aktuellen Tagespresse kam die Insolvenz nicht einmal überraschend, daher frage ich Sie, wie lange dieses Szenario schon vermutet wurde und welche Pläne gemacht wurden, um den Weiterbau zu gewährleisten? Gibt es eine neue Ausschreibung oder steht vielleicht sogar schon ein Nachfolgeunternehmen fest?

Mit freundlichen Grüßen
Maria Bremer

+2

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Antwort
vom BER am 15. September 2015
BER

Sehr geehrte Frau Bremer,

vielen Dank für Ihre Frage. In der Tat ist die vorläufige Insolvenzanmeldung der Imtech Deutschland GmbH & Co. KG für den Bau des BER ein Rückschritt. Wie Sie es bereits erwähnt haben, ist Imtech als Auftragnehmer für Elektroarbeiten eine wichtige Firma auf der BER-Baustelle. Trotzdem hat die FBB in den zurückliegenden Monaten Vorkehrungen getroffen und einen Rahmenvertragspartner gebunden, der mit Elektroarbeiten beauftragt werden könnte, falls Imtech nicht mehr zur Verfügung stehen würde.

Für das Leistungspaket Elektrotechnik haben Imtech, der vorläufige Insolvenzverwalter und die FBB vereinbart, einen möglichst großen Teil der verbliebenen, vertraglich geschuldeten Elektro-Arbeiten inkl. Dokumentation während des bis Ende Oktober 2015 laufenden vorläufigen Insolvenzverfahrens abzuarbeiten. Anschließend wird sich nach aktuellem Erkenntnisstand entscheiden, in wie weit Imtech verkauft werden kann und das Unternehmen die restlichen Arbeiten auf dem BER weiterführen wird. Parallel vertieft die FBB die bestehenden und bereits öffentlich diskutierten Handlungsoptionen, falls Imtech ab Ende Oktober seine Leistungen nicht mehr erbringen könnte. Im Leistungspaket Heizung, Klima, Lüftung und Sanitär ist Imtech aus der ARGE ausgeschieden. Der verbleibende Arge-Partner Caverion ist vertraglich verpflichtet, die Leistungen ungeachtet der Imtech-Insolvenz zu erbringen. Caverion hat auch bereits angekündigt, die gesamten Leistungen der ARGE zu übernehmen und zugesichert, vertragskonform fortzuführen. Jedoch braucht Caverion zwei bis drei Wochen, um überhaupt die alleinige Übernahme der Arbeiten zu bewältigen.

Somit ist der aktuelle Stand, dass die Insolvenzanmeldung der Imtech Deutschland die Situation auf der Baustelle zusätzlich erschwert hat, so dass die Flughafengesellschaft die Meilensteinplanung überarbeiten muss. Das bedeutet, dass der Termin der baulichen Fertigstellung im März 2016 nicht mehr eingehalten werden kann. Ob und welche Auswirkungen die Imtech-Insolvenz auf das Eröffnungsterminband zweites Halbjahr 2017 hat, können wir zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht mit Bestimmtheit sagen, da das vorläufige Insolvenzverfahren aktuell noch läuft und Caverion derzeit noch daran arbeitet im Leistungspaket Heizung, Klima, Lüftung und Sanitär die Arbeiten schnellstmöglich wieder hochzufahren.

Viele Grüße
Ihre Flughafen Berlin Brandenburg GmbH