Beantwortet
Autor Nora Bösche am 01. November 2015
1455 Leser · 3 Stimmen (-0 / +3) · 0 Kommentare

Flughäfen Schönefeld und Tegel

Reisen mit Rollstuhl

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir wollen am 20.06.2016 von Berlin Schönefeld mit Aeroflot Russian Airlines nach St. Petersburg fliegen. Es werden 3 Rollstuhlfahrer dabei sein. Wo muss ich das anmelden? Können Sie mir bitte einen Ansprechpartner nennen? Betrifft das die Airline oder wird das am Flughafen geregelt?

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Nora Bösche

+3

Über diesen Beitrag kann nicht mehr abgestimmt werden, da er bereits beantwortet wurde.

Antwort
vom BER am 25. November 2015
BER

Sehr geehrte Frau Bösche,
vielen Dank für Ihre Frage.

Barrierefreies Reisen ist für die Flughafengesellschaft, vor allem im Hinblick auf den BER, von großer Bedeutung. Deshalb möchten wir nicht nur Ihre konkrete Anfrage beantworten, sondern auch das Service-Angebot für Fluggäste mit eingeschränkter Mobilität am Flughafen Berlin Brandenburg vorstellen.

Zunächst zu Ihrer konkreten Anfrage: Erster Ansprechpartner bei der Anmeldung der drei Rollstuhlfahrer für ihren Flug am 20. Juni 2016 ist das Unternehmen, bei dem Sie die Reise gebucht haben; also entweder direkt Aeroflot oder Ihr Reisebüro. Die Anmeldung muss mindestens 48 Stunden vor Reiseantritt erfolgen. Der Betreuungsservice wird den Rollstuhlfahrern dann auf allen Stationen vor und nach ihrem Flug behilflich sein. Für weitere Fragen steht Ihnen unser Call Center (030 6091 1150) zur Verfügung.

Auch der Flughafen Berlin Brandenburg wird Fluggästen mit eingeschränkter Mobilität ein umfangreiches Service-Angebot bieten. Behinderte und mobilitätseingeschränkte Passagiere werden am BER, wie auch schon heute an den Flughäfen Schönefeld und Tegel, vom Eintreffen bis zum Verlassen des Flughafens betreut. Im Rahmen der Planungen des BER wurde 2006 der Arbeitskreis „Barrierefreies Bauen“ etabliert, in dem die Belange von Rollstuhlbenutzern, gehörlosen, hörgeschädigten, gehbehinderten und älteren Menschen, Kinder und kleinwüchsigen Menschen und blinden sowie sehbehinderten Menschen zusammengetragen wurden. Diese planungs- und genehmigungs-relevanten Erfordernisse wurden im „Konzept zum barrierefreien Bauen“ zusammengefasst, vom Arbeitskreis verabschiedet und Bestandteil der Planung und Baugenehmigung. Der Arbeitskreis wurde auch in die Ausführungsplanung und Bemusterung einbezogen.

Um den Aufenthalt für Reisende mit Mobilitätseinschränkungen am BER so angenehm wie möglich zu gestalten, wurden folgende Hilfsmittel installiert:

• Aufzüge verbinden alle Ebenen des Terminals sowie die Bahnsteigebene; Bedienpaneele sind rollstuhlgerecht sowie mit Brailleschrift und akustischer Haltestellenansage ausgestattet.

• Alle Treppen und Rampen im Terminal sind bis auf wenige Ausnahmen sogar mit einem dritten Handlauf für Kinder und Kleinwüchsige ausgestattet. Der mittlere Handlauf hat Beschriftungen in Braille.

• In allen Toilettenbereichen sind behindertengerechte WCs vorhanden, insgesamt 80 Einrichtungen im Terminal. Diese sind mit einer Klappliege und berührungslosen Seifenspendern ausgestattet. Über dem Boden an der Wand verläuft eine Zugschnur, um im Notfall Hilfe herbeizurufen. Blitzleuchten stellen die Alarmierung auch von Hörbehinderten sicher.

• Es gibt spezielle Informationsterminals für Flugreisende mit Sehbeeinträchtigungen, Hinweisschilder in Braille sowie taktile Leitstreifen am Boden.

• Fahrtreppen und Fahrsteige sind mit kontrastierenden Markierungen der Stufenkanten und Einlaufkämme versehen.

• Ein Informationsschalter in der Abflugebene wurde für Rollstuhlfahrer auf 0,85 Meter abgesenkt.

• Zehn Prozent der Bestuhlung hat eine niedrige Sitzhöhe.

Für Personen mit Mobilitätseinschränkungen, die mit dem PKW anreisen, sind in direkter Nähe zum Eingang des Terminals Behindertenparkplätze ausgewiesen, ebenso in den Parkhäusern in der Airport City. Diese werden über das Parkleitsystem angezeigt. Der unter dem Terminal liegende Bahnhof verfügt über Aufzüge, die rollstuhlkompatibel sind und in die Check-in-Halle führen. Linienbusse halten direkt vor dem Terminal. In den terminalnahen Außenbereichen – am Ausgang der Parkhäuser, am Mietwagencenter, im Ankunftsbereich der Busse, an den Behindertenparkplätzen – befinden sich Rufsäulen mit direkter Anbindung zum PRM-Betreuungsdienst. Dieser unterstützt die Reisenden je nach Mobilitätsgrad beim Ein- und Auschecken, beim Gepäcktransport, bei der Pass- und Zollkontrolle sowie der Beförderung zum und vom Sitzplatz im Luftfahrzeug.

Viele Grüße
Ihre Flughafen Berlin Brandenburg GmbH