Beantwortet
Autor Tobias Gnauck am 09. Juli 2015
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BER - Bauthemen

Untertunnelung des Vorfelds

Sehr geehrte Damen und Herren,

in diversen Dokumentationen und Zeitungsartikeln hieß es wiederholt, dass am BER zunächst vorgesehen war, einen Verbindungstunnel unter dem Vorfeld zu bauen, der das Terminal mit einem späteren Satelliten verbindet. Aus Kostengründen sei dieser aber nicht reallisiert worden.

Am Müchener Flughafen, wo gerade ein Satellit für das Terminal 2 gebaut wird, ist ein solcher Tunnel bereits im Vornherein gebaut worden.

Ist denn ein Tunnelbau unter dem Vorfeld im Nachhinein, bei laufendem Luftverkehr am BER überhaupt reallisierbar, bzw. gibt es grundsätzlich eine Baugenehmigung für einen?

Viele Grüße
Tobias Gnauck

+7

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Antwort
vom BER am 20. Juli 2015
BER

Lieber Herr Gnauck,

vielen Dank für Ihre interessante Frage, die ein Thema aufgreift, mit dem wir uns in den nächsten Jahren befassen werden. Bereits am 6. Juli haben wir eine Frage zu den Satelliten beantwortet, auf die wir auch gerne verweisen möchten. (http://bit.ly/1f69e9u)

Derzeit stehen wir erst einmal vor der Herausforderung, die Flughäfen Schönefeld und Tegel für den stetig wachsenden Verkehr zu ertüchtigen. Darüber hinaus hat die FBB mit ihren drei Gesellschaftern Berlin, Brandenburg und Bund die Entscheidung getroffen, den Flughafen BER so wie derzeit geplant im zweiten Halbjahr 2017 an den Start zu bringen. Um trotzdem die benötigten Kapazitäten direkt nach der BER-Eröffnung und Tegel-Schließung zur Verfügung stellen zu können, wurde kürzlich beschlossen, den alten Flughafen Schönefeld für mindestens fünf Jahre über die BER-Eröffnung hinaus zu nutzen.

Um nach der Schließung von Schönefeld Alt genügend Platz für das stark steigende Fluggastaufkommen anbieten zu können, steigen wir jetzt in eine längerfristige Kapazitätsbetrachtung ein und erarbeiten, wie der BER dann konfiguriert sein muss, wenn der Verkehr im Midfield konzentriert wird.

Erst in diesen Zusammenhang fällt die Betrachtung, ob und wann die bereits planfestgestellten Satelliten gebaut werden, und wie sie an das Terminal angebunden werden könnten. Im Planfeststellungsantrag wurde seinerzeit die Möglichkeit eines Tunnels als Anbindung aufgenommen. Ein Tunnel könnte im Schildvortriebverfahren gebaut werden, so dass dies auch bei laufendem Betrieb möglich wäre. Es sind jedoch auch andere Varianten wie eine direkte Anbindung übers Vorfeld oder ein Skywalk denkbar. Die Frage der Konfiguration der Satelliten genauso wie die der Anbindung kann nur in Abhängigkeit von der Passagierprognose und -struktur und in Kombination mit einer sinnvollen Leitung des Rollverkehrs betrachtet werden.

Wir würden uns freuen, wenn Sie unseren Politikbrief abonnieren, in dem wir regelmäßig über aktuelle Themen und Entwicklungen rund um die Fertigstellung des BER sowie die Flughäfen SXF und TXL informieren. Das Anmeldeformular finden Sie hier: http://bit.ly/1LkW1pC

Viele Grüße
Ihre Flughafen Berlin Brandenburg GmbH