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Beantwortet
Autor Tanja Metz am 24. Januar 2013
5043 Leser · 36 Stimmen (-6 / +30) · 0 Kommentare

Wirtschaft

Kinderbetreuung bieten, die reale Arbeitszeiten abdeckt

Sehr geehrte Damen und Herren,

erstmal finde ich diese Aktion sehr gut.

Als Maßnahme für Zukunftssicherung und Wohlstand möchte ich anregen, endlich auf breiter Front Kinderbetreuungsangebote anzubieten, die die reale Arbeitszeit und -welt der Bürger abdecken.

Dies würde sicherlich einer höheren Geburtenrate zu Gute kommen und auch exzellent ausgebildeten Frauen mit inhaltlich und zeitlich anspruchsvollen Jobs (einer der größten kinderlosen Gruppen in Deutschland) Lust darauf machen, Nachwuchs in die Welt zu setzen - und dabei weiter berufstätig zu bleiben!

Schließzeiten von KiTas und Schulen mit Betreuung von (wenn man Glück hat) 16.30 Uhr ermöglichen es beiden Eltern nicht, einem Vollzeitjob nachzugehen - den man dann spätestens um 16 Uhr verlassen muss.
Ganz zu schweigen davon, dass sich viele dieser Einrichtungen sich alle Brückentage gehmigen, bei Winterwetter schließen, 6-12 Wochen Ferien machen etc. pp.

Fazit in meiner eigenen Situation: Einer von uns Eltern muss seinen guten und gutbezahlten Job aufgeben, was höchst frustrierend ist.

Ebenso ist die Regierung gefragt, die Arbeitgeber zum Umdenken aufzufordern und Anreize zu bieten für die ein guter Mitarbeiter noch immer ausschließlich der ist, der 60 Stunden + vor Ort im Firmenbüro sitzt.

Viele Grüße,

Tanja Metz

+24

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Antwort
von Wirtschaftsminister Florian Rentsch am 15. Februar 2013
Florian Rentsch

Sehr geehrte Frau Metz,

für Ihre Anregung zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bin ich Ihnen sehr dankbar. Denn es ist ein erklärtes Ziel der hessischen Familienpolitik, jeder Familie die optimalen Rahmenbedingungen zur Ausgestaltung eines selbstbestimmten Lebens zu ermöglichen.

Diese Schwerpunktsetzung wird besonders deutlich, wenn man die Entwicklung der Landesförderung im Bereich der Kinderbetreuung in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege betrachtet: Die Ausgaben für Kinderbetreuung, das heißt die Fördermittel, die Kommunen und freien Trägern in Hessen aus den verschiedenen Förderprogrammen im Bereich der Kinderbetreuung zur Verfügung stehen, sind allein in den Jahren 1999 bis 2012 von 74,5 Millionen Euro auf rund das Fünffache - 355,8 Millionen Euro - gestiegen. Allein für den aktuellen Gesetzentwurf zum Hessischen Kinderförderungsgesetz (HessKiföG) stehen ab 2014 mit durchschnittlich 424,5 Millionen Euro noch einmal deutlich mehr Mittel für den Bereich der frühkindlichen Bildung und Betreuung zur Verfügung. Durch diese deutliche Steigerung der Landesförderung, die direkt bei Kommunen und freien Trägern der Kindertages- betreuung ankommt, wird nochmals ein deutlicher Beitrag für ein qualitativ hoch- wertiges Betreuungsangebot geleistet und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch eine familien- und kinderfreundliche Infrastruktur fördernde Familienpolitik neben zahlreichen weiteren Maßnahmen, Angeboten und Aktivitäten wie beispiels- weise dem Landeswettbewerb „Familienunterstützende Dienstleistungen“, dem erfolgreichen „Netzwerk Wiedereinstieg“, den Angeboten der Familienkarte Hessen, dem Hessischen Familienpreis, dem Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan, dem Modellprojekt „Qualifizierte Schulvorbereitung“ und den Familienzentren mittelbar und unmittelbar unterstützt.

Die Hessische Landesregierung wird diesen eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen, in den bisherigen Bemühungen nicht nachlassen und dabei die Familien und ihre Belange auch künftig zielgerichtet in den Blick nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Rentsch