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Autor S. Schuchmann am 02. November 2012
5756 Leser · 2 Stimmen (-0 / +2) · 1 Kommentar

Bildung

...nicht nur die Bildung ist wichtig, sondern auch das Umfeld in dem sie vermittelt wird.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Mutter zweier Kinder , die in der Hessenwaldschule das Gymnasium besuchen und hoffe, das Sie bei den kommenden Vorhaben auch in der Hessenwaldschule in 64331 Weiterstadt vorbei schauen.

Wir sind mit dem, was die Lehrer an dieser Schule leisten sehr zufrieden und hoffen, die Schulleitung arbeitet wie bisher konsequent an ihrem Lernkonzept weiter. Es ist beispielhaft und nachahmungswert! Schauen Sie es sich an!

Für ein so tolles Lernkonzept werden jedoch auch gute Räumlichkeiten benötigt. Wenn das Umfeld stimmt und sich alle wohlfühlen, dann wird der Erfolg nachhaltiger und um so größer sein.

Leider müssen die Lehrer und die Schüler jeden Tag in einem Gebäude verbringen, das zunehmend Baufällig ist. Eigentlich sollte schon ein Baubeginn stattgefunden haben. Dieser wurde vorerst leider auf das Jahr 2014 (dehnbarer Begriff) verschoben.

An dem Gebäude soll bis dahin nun solange "herumgebastelt" werden, damit es bis zur Fertigstellung des neuen Gebäudes durchhält. So entstehen unnötige, zusätzliche Kosten und auch enorme Belastungen für Kinder und Lehrer über den anstehenden längeren Zeitraum; eben bis zur Fertigstellung des neuen Gebäudes.

Können die anstehenden Verfahren, die vor dem Baubeginn nötig sind, nicht Beschleunigt werden damit nicht unnützer Weise Geld ausgegeben wird um das Gebäude "über Wasser" zu halten und die Kinder und Lehrer in Räume kommen, in denen es sich sicherer und entspannter lernen lässt?

Was nutzt das beste Lernkonzept, wenn Toiletten, Fenster, Heizungsanlagen, Fensterbeschattungen, Böden, Dach, Wände, Wasserleitungen, ...usw... in sehr schlechtem Zustand, bzw. Baufällig sind und die Kinder und Lehrer in diesem Zustand ausharren?

Ja, der Zustand findet sich an vielen hessischen Schule wieder. Jedoch gab es hier schon verschiedene Aussagen wann ein Baubeginn stattfinden sollte. Ein Architektenwettbewerb wurde mit großem Aufwand durchgeführt und Preisgelder verteilt, Geld ausgegeben und Zusagen gemacht. Das ist nun leider schon eine Weile her.
Anschein gehen Entscheidungsträger davon aus, das es nicht so dramatisch ist jeden Tag in einem solchen Gebäude zu sitzen und sich mit stinkigem, braunen Wasser (wie es bei meiner älteren Tochter zeitweilig im Klassenraum ist) die Hände zu waschen. Sie sitzen ja nicht selbst täglich in diesem Gebäude.

Auf längere Zeit Schüler, Eltern und Lehrer zu vertrösten kann da wohl schon leicht fallen....
Warum also Druck machen, Kosten sparen und den Neubau forcieren?
Bitte schauen Sie sich die Sachlage an und prüfen Sie, ob dem Lernen im guten Umfeld nachgeholfen werden kann.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Mit freundlichen Grüßen,

Susanne Schuchmann

+2

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Antwort
von Kultusministerin Beer am 20. November 2012
Nicola Beer

Sehr geehrte Frau Schuchmann,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Wir freuen uns sehr, dass Sie mit dem, was die Lehrer und die Schulleitung an der Hessenwaldschule leisten, sehr zufrieden sind.

Sie schildern uns eindringlich Ihren Unmut über den baulichen Zustand der Schule und beklagen, dass vom Schulträger am alten Gebäude notdürftig ausgebessert wird und der Neubau sich hinzieht.

Gerne bieten wir an, uns mit dem Schulträger in Verbindung zu setzen und auf die Situation hinzuweisen.

Schulbau- und Sanierungsmaßnahmen sind jedoch grundsätzlich nicht Aufgabe des Kultusministeriums, sondern der kommunalen Schulträger, sprich der Land- kreise bzw. kreisfreien Städte. Diese haben die erforderlichen Schulgebäude und Schulanlagen zu errichten und ordnungsgemäß zu unterhalten. Zuständig ist im Falle Weiterstadts der Landkreis Darmstadt-Dieburg. Bei öffentlichen Gebäuden gelten zudem besondere Vergaberegeln, die der Schulträger gezwungenermaßen einhalten muss und die zudem Zeit kosten.

So sehr ich Ihre Verärgerung verstehe, bitte ich doch um Ihr Verständnis, dass es mir nicht möglich ist, in diesen Bereich Veränderungen anzuordnen. Gerne bieten wir jedoch an, uns mit dem Schulträger in Verbindung zu setzen und auf die Situation hinzuweisen.

Ihren Kindern wünsche viel Erfolg für ihren schulischen Weg in einem hoffentlich bald besseren und moderneren Lernumfeld.

Mit freundlichen Grüßen

Nicola Beer

Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Jörn Hesse
    am 02. November 2012
    1.

    Sehr geehrte Frau Schuchmann,

    ich kann Ihnen nur zustimmen, da ich selbst ähnliche Erfahrungen als Schüler gemacht habe und nicht gerne an diesem Ort war. Ich möchte nicht alle Schulen kritisieren, da es tatsächlich wunderbare Schulen in Hessen gibt, allerdings sollten dringend Standards eingeführt werden, die eine Qualität der Räumlichkeiten mit einbeziehen. Sollten entsprechende Standards nicht erfüllt sein, sollte hier unbedingt investiert werden. Wir lasten den nächsten Generationen sowieso einen Schuldenberg auf, wir sollten ihnen keinen Anlass dazu geben uns vorzuwerfen, ihre Liebe zur Bildung in einem Trümmerhaufen entdeckt haben zu müssen, nur weil wir an der falschen Stelle gespart haben.

    Viele Grüße

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