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Autor Guido Hilden am 11. Februar 2013
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„Das Gewissen – normierte Norm des Handelns“ Joachim Kardinal Meisner über das Gewissen.

Aufklärungswille?

Sehr geehrter Herr Card. Meisner,
als Christ freue ich mich, dass Sie persönlich entschlossen gegen Missbrauchsvorwürfe vorgehen. Das Ende der wissenschaftlichen Studie durch Prof. Pfeiffer macht daher betroffen, zumal die von ihm veröffentlichten Verträge mit den Bischöfen seine Sicht von Zensur stützen.
Die Bischöfe selbst haben nichts Relevantes außer persönliche Betroffenheit erklärt. Die Kritik eines kath. Wissenschaftlers kommt zu früh, da jede noch so gute Studie stets wissenschaftlich hinterfragt werden muss – dazu muss sie aber erst einmal vorliegen!
Dem unvoreingenommen nachdenklichen Christen drängt sich daher ein skandalöses Szenario auf:
Die Kündigung erfolgte, da bei Aufarbeitung der Jahre 2000 bis 2010 in allen Diözesen wohl eine beachtliche Zahl strafrechtlich noch nicht verjährter Missbrauchsfälle zunächst durch die Studie anonymisiert aufdeckt würde. Nach den aktuellen Leitlinien wären die Bischöfe nachfolgend verpflichtet, die Akten in eigener Regie erneut strafrechtlich zu würdigen und Anzeigen zu erstatten. Was erneut einen großen Skandal in den betroffenen Gemeinde auslösen würde, zumal wenn bestätigt würde, dass sich die Bischöfe Kinderschänder bis 2010 auf dem Silbertablett gegenseitig zugeschoben hätten.
Trotz bzw. wegen aller persönlichen Hochachtung Ihnen gegenüber frage ich pointiert:
1.Haben die Bischöfe den Mut vor der eigenen Courage verloren im Wissen darum, wie viele „Leichen im Keller liegen“ und machen sie sich so zumindest nicht moralisch zu Mittätern?
2.Spielen die Bischöfe bewusst auf Zeit, um möglichst viele Straftaten verjähren zu lassen und dadurch den zu erwartenden Skandal zu verringern?
3.Wie können Sie es als Kardinal und Bischof moralisch rechtfertigen, dass Kleriker, die eine Todsünde begangen haben, so lasch behandelt worden sind, während Laien die volle Härte des Kirchenrechts trifft bis hin zur Vernichtung der materiellen Existenz bei vergleichsweise geringen Sünden? Z.B. zwar ist die Ehe vor Gott unauflöslich geschlossen, aber Jesus Christus wollte nur die, die den Kindern Schaden zufügen, mit einem Mühlstein am Hals ersäuft wissen.

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