Liebe Besucherinnen und Besucher,

mit dem Datum vom 28.02.2014 hat Papst Franziskus der Bitte von Joachim Kardinal Meisner entsprochen, ihn vom Amt des Erzbischofs von Köln zu entpflichten. Aus diesem Grund wurde diese Dialogplattform geschlossen. Kardinal Meisner wird ab sofort keine Fragen mehr annehmen und beantworten, auch die Abstimmungsfunktion wurde eingestellt. Selbstverständlich können Sie aber weiterhin die Fragen und Antworten aus der Vergangenheit nachlesen. Die Plattform bleibt bis auf Weiteres erreichbar. Vielen Dank für Ihr Interesse an direktzumkardinal.de und Ihr Mitwirken!

Ihr Moderatoren-Team

Beantwortet
Autor M. Frahling am 04. Dezember 2012
8898 Leser · 607 Stimmen (-294 / +313)

Gesellschaftliche Fragen

Bezeichnung "katholisch" u.ä. im Internetauftritt evtl. irreführend?

Sehr geehrter Herr Kardinal Meisner,

die Staatsanwaltschaft befasst sich mit dem Internetauftritt „kreuz.net“. Viele Christen, wie auch mich, bewegt die Frage: Und andere Seiten mit Namen, die den Bezug zu "katholisch" herstellen?

Durch die Bezeichnung „katholisch“ u.ä. und zustimmende Aussagen unseres Papstes, von Kardinälen und Bischöfen entsteht bei gewissen Webseiten oft der Eindruck eines Katholischen Internetportals.
* 1)

Meinungsbildung geschieht dort m. E. vor Allem mehr durch Kommentare – aus überwiegend gleichem Personenkreis - als über Artikel. Deutlich wird, dass die verantwortlichen Moderatoren Aussagen und Diskussionen der Kommentatoren zulassen und dauerhaft unkorrigiert online stellen, die jeder christlichen Auseinandersetzung völlig kontraindiziert, unglaublich beleidigend bis hasserfüllt sind! Alles bleibt online, das Internet vergisst nichts! Jedem Katholischen Christen in der Nachfolge Jesu muss das schmerzlich nahegehen.

Erlaubt ist die hochgradige Beleidigung amtierender Bischöfe, wie z.B. auch unseres Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch.
Hier lese ich
- der Ober-Mietling Zollitsch
- ein Mietling, der seine Herde den Wölfen überlässt
- Ein fauler Apfel ,der den ganzen Obstkorb infiziert.. Endlich raus damit!
- eine Katastrophe für die Hl.Kirche in D.
* 2)

Ebenso finden sich katastrophale Aussagen und hasserfüllte Tiraden, gerichtet an Muslime
- Wenn IRGENDETWAS je aus dem Schoß Hölle kroch, dann der Islam.
* 3)

sowie unsere evangelischen Mitchristen.
- Wer das tut, der landet früher oder später im gottlosen Protestantismus.
- Genau richtig verstanden, im gottlosen Protestantismus, der durchaus auch eine Nähe zum Atheismus hat und wo der Glaube nur mehr auf Sozialaktivismus und polit. Aktivität reduziert wird, Frau Käßmann ist das beste Beispiel.
* 4)

Wie stehen Sie zu solchen Internetauftritten?

„Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder“ –
reicht diese „Absicherung“ der Betreiber aus, um Beleidigung, Gehässigkeit und verfassungsschutzrechtliche Grenzverletzungen 3) zuzulassen?

Wie wünschen Sie sich ein seriöses, kompetentes und ansprechendes Katholisches Internetportal?

Mit freundlichen Grüßen
Margareta Frahling

* 1), 2), 3), 4) Entspr. Links liegen mir vor.

+19

Über diesen Beitrag kann nicht mehr abgestimmt werden, da er bereits beantwortet wurde.

Antwort
von Joachim Kardinal Meisner am 28. Februar 2013
Joachim Kardinal Meisner

Sehr geehrte Frau Frahling,

jegliche Beleidigung, Verunglimpfung und Diskriminierung von Vertretern anderer religiöser Weltanschauungen, anderer Konfessionen oder anderer Meinungen nicht nur innerhalb unserer Kirche widerspricht dem christlichen Verständnis eines respektvollen Umgangs mit unseren Mitmenschen. Daher haben solche Äußerungen in Medien, die die Kirche verantwortet, keinen Raum. Umso ärgerlicher ist es, wenn Internetanbieter Verunglimpfung und Diskriminierung gleichsam zum Programm machen und gleichzeitig den Eindruck erwecken, sie seien katholisch. Dies fügt der Kirche in der Öffentlich- keit schweren Schaden zu. Ich persönlich habe mich schon früher sehr deutlich von bestimmten Internetseiten und Meinungsportalen distanziert (siehe mein Beitrag auf dieser Plattform unter http://direktzu.kardinal-meisner.de/ebk/messages/erzkonse...).

Es ist bedauerlich, dass Betreiber bestimmter Internetportale immer wieder Raum geben für hasserfüllte und beleidigende Kommentare und leider die nötige Sorgfaltspflicht und Verantwortung vermissen lassen, die jeder Betreiber einer Webseite - auch für die Kommentare von fremden Autoren - übernehmen muss. Eine pauschale Distanzierung des Betreibers von der Meinung der Kommentatoren reicht dafür nicht aus. Vielmehr ist der Betreiber eines Internetforums verpflichtet, sobald er Kenntnis von rechtswidrigen Inhalten auf seiner Plattform erhält, tätig zu werden und diese Inhalte zu entfernen (§10 Telemediengesetz). Vielfach sind die Betreiber solcher Webseiten aber gar nicht nach deutschem Recht zu belangen, da die Internetseite von einem ausländischen Computer ins weltweite Netz gestellt wird. Hier ist es leider äußerst schwierig, mit rechtlichen Schritten gegen die Verantwortlichen vorzugehen.

Jeder Nutzer des Internet kann jedoch leicht herausfinden, ob es sich bei einer Internetseite um ein offizielles und seriöses Angebot handelt, in dem er einen Blick in das Impressum der Veröffentlichung wirft. Jeder Anbieter im Internet ist verpflichtet, seine Identität offen zu legen und die Kontaktdaten seiner Organisation preis zu geben. Ich empfehle Ihnen deshalb auch die offiziellen Seiten der katholischen Kirche, die z.B. von allen deutschen Bistümern unterhalten werden. Erst seit wenigen Monaten wurde das offizielle Portal der Katholischen Kirche in Deutschland www.katholisch.de einer aufwändigen Erneuerung und redaktionellen Neuausrichtung unterzogen. Diese Seiten werden von den deutschen Diözesen im gemeinschaftlichen Auftrag unter- halten und verantwortet. Sie finden hier zu den meisten Themen aus dem katholischen Umfeld umfassende Informationen und Hintergründe.

Wir dürfen die neuen Medien keinesfalls denen überlassen, die Hass und Verleumdung säen. Daher ermuntere ich Sie und alle Katholiken, die Möglichkeiten der neuen Kommunikationsmittel zu nutzen, um die Frohe Botschaft zu verbreiten.

Mit freundlichen Grüßen
Joachim Kardinal Meisner