Liebe Besucherinnen und Besucher,

mit dem Datum vom 28.02.2014 hat Papst Franziskus der Bitte von Joachim Kardinal Meisner entsprochen, ihn vom Amt des Erzbischofs von Köln zu entpflichten. Aus diesem Grund wurde diese Dialogplattform geschlossen. Kardinal Meisner wird ab sofort keine Fragen mehr annehmen und beantworten, auch die Abstimmungsfunktion wurde eingestellt. Selbstverständlich können Sie aber weiterhin die Fragen und Antworten aus der Vergangenheit nachlesen. Die Plattform bleibt bis auf Weiteres erreichbar. Vielen Dank für Ihr Interesse an direktzumkardinal.de und Ihr Mitwirken!

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Archiviert
Autor Roman Rucker am 06. Februar 2014
2736 Leser · 7 Stimmen (-4 / +3)

Glauben und Leben

Du sollst deine Mitschuld verschweigen?

Sehr geehrter Herr Meisner,

Für Sie ist die Leichenschändung am verstorbenen Papst Formosus durch Papst Stephan VI. und seine bischöflichen Helfer und Helfershelfer schlimm.

Für schlimmer halten Sie Kindesmissbrauch durch kirchliche Amtsträger, wie man Ihrer Antwort auf den Beitrag „Kirche und Päpste im Mittelalter“ entnehmen kann.

Da haben Sie meine volle Zustimmung.

Nicht aber, wenn Sie ohne innezuhalten sofort anschließend in drei eher nichtssagenden Abschnitten wortreich auf die weidlich bekannte allgemeine menschliche Fehlbarkeit eingehen.

Zurück also zu den kirchlichen Kinderschändern: Diesen wurde durch eine verantwortungslose Kirchenpolitik des Versetzens und Vertuschens oft sogar neue Betätigungsfelder eröffnet.

Nicht nur die Bischöfe, die die Richtlinien vorgaben, haben sich schuldig gemacht, sondern auch ihre ausführenden Helfer und Helfershelfer, die sich der Kirchenhierarchie mehr verpflichtet fühlten als dem eigenen befreienden Ausbruch aus bequemer Unmündigkeit hin zu demokratischen Grundsätzen.

Da bringt es ein klerikaler Straftäter bis zum Geistlichen Rat. Nach seinem möglicherweise unseligen Ende steht im kirchlichen Nachruf: „Freundlich und hilfsbereit tat er seinen Dienst ...“. Ein einst vergewaltigtes Opfer, das diese Verlogenheit lesen muss: Wie völlig hilflos und ausgegrenzt muss es sich erneut fühlen?

Mit freundlichen Grüßen

Roman Rucker

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