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mit dem Datum vom 28.02.2014 hat Papst Franziskus der Bitte von Joachim Kardinal Meisner entsprochen, ihn vom Amt des Erzbischofs von Köln zu entpflichten. Aus diesem Grund wurde diese Dialogplattform geschlossen. Kardinal Meisner wird ab sofort keine Fragen mehr annehmen und beantworten, auch die Abstimmungsfunktion wurde eingestellt. Selbstverständlich können Sie aber weiterhin die Fragen und Antworten aus der Vergangenheit nachlesen. Die Plattform bleibt bis auf Weiteres erreichbar. Vielen Dank für Ihr Interesse an direktzumkardinal.de und Ihr Mitwirken!

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Archiviert
Autor Thomas Weber am 11. Februar 2013
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Glauben und Leben

"Katholikenphopie"

Sehr geehrter Herr Kardinal Meisner,

ich habe eine Frage: Wie kann der "Katholikenphobie" entgegen gewirkt werden?
Ich danke Ihnen für Ihre klaren Worte zur „Katholikenphobie“, Sie sprechen mir da ganz aus dem Herzen, denn ich erlebe täglich, daß wenn ich als Katholik mich aktiv für das Lebensrecht von Beginn des Lebens bis zu seinem Ende einsetze, nur Unverständnis und Kopfschütteln erfahre. Sei es beim Thema Abtreibung, Spätabtreibung, Euthanasie, Organspende.
Aber auch von vielen katholischen Laien werden die Einforderungen des Lebensrechtes nur noch halbherzig befolgt, die Gleichstellung der Homosexuellen Lebensgemeinschaft ist inzwischen gesellschaftsfähig geworden.

Sehr geehrter Herr Kardinal Meisner, mit Ihrem Appell „durchzuhalten“ haben Sie mir viel Mut gemacht, denn ich habe die Befürchtung, daß die Kirche durch die Anfeindungen beginnt sich mehr dem „mainstream“ anzupassen, statt weiterhin der „unzeitmäßige“ Fels in der Brandung zu sein.
Sehr geehrter Herr Kardinal, was kann ich als einzelner Christ, noch mehr tun, die katholische Lehre in den öffentlichen Raum zu bringen, aber auch an meinem Arbeitsplatz noch präsenter zu machen – ich arbeite bei einem katholischen Arbeitgeber.
Das Gewissen ist für uns katholische Christen die letzte Instanz unseres Handelns. Aber die christliche Gewissensfreiheit müssen wir Katholiken gegen jene Willkür oder Zeitgeistfreiheit verteidigen, die keine verbindlichen Werte der Wahrheit und der sittlichen Ordnung anerkennt. Wie kann ich als Katholik, im Alltag, mich gegen diese Willkürfreiheit zur Wehr setzen, die sich über die Gewissensgrundlage in der menschlichen Natur einfach hinwegsetzt um den eigenen Egoismus, die gerade herrschende Zeitgeistmeinung oder das augenblickliche „Lustprinzip“ auszuleben?
Sehr geehrter Herr Kardinal Meisner, wie kann eine Synthese von kirchlicher Lehrmeinung, Dogmen, den Worten der Heiligen Schrift und der freien, reflektierten und verantwortungsvollen Gewissensentscheidung des Einzelnen, im Alltag und auch im Beruf praktiziert werden?
Auf eine Antwort freue ich mich.

Mit freundlichem Gruß

Thomas Weber

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