Liebe Leserinnen und Leser,

auf dieser Website konnten Sie bis Mai 2015 eigene Beiträge zum Thema “Energiepolitik für Brandenburg” einstellen.

Auf seiner Website wird das Ministerium für Wirtschaft und Energie weiterhin über wirtschafts- und energiepolitische Themen informieren. Dort finden Sie auch eine Übersicht von Fragen und Antworten zur Energiestrategie 2030.

Ihre weiteren Fragen und Anregungen nehmen wir gerne über die Adresse energiedialog@mwe.brandenburg.de entgegen.

Beantwortet
Autor Claudia Kirchem am 05. Juni 2012
2473 Leser · 3 Stimmen (-0 / +3) · 0 Kommentare

Klimaschutz

Nachhaltigkeit vs. Kosteneffizienz

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Bewußtsein für nachhaltige und ökologisch vertretbare Energieerzeugung und -nutzung ist in den letzten Jahren stetig gewachsen und wird hoffentlich auch in Zukunft immer stärker Berücksichtigung in den Entscheidungen und Handlungen der Bürger, Politiker und Wirtschaftsgrößen finden.

Leider sind die umweltfreundlichsten Lösungen nicht immer die Kosten effizientesten und - kurzfristig betrachtet - ökonomischsten Lösungen.

Daher meine Frage: Wie stellen Sie bei der Gestaltung der Energiepolitik für das Land Brandenburg sicher, dass beide Seiten der Medallie in einer sinnvollen und sowohl ökonomisch, als auch ökologisch vertretbaren Weise Berücksichtigung finden?

Mit besten Grüßen,

Claudia Kirchem

+3

Über diesen Beitrag kann nicht mehr abgestimmt werden, da er bereits beantwortet wurde.

Antwort
von Dr. Carsten Enneper am 28. Juni 2012
Dr. Carsten Enneper

Sehr geehrte Frau Kirchem,

das Land Brandenburg hat seine Energiepolitik an dem Zielviereck aus Umwelt- und Klimaverträglichkeit, Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit sowie Akzeptanz und Beteiligung ausgerichtet. Diese vier Ecken des energie-politischen Zielvierecks bedingen einander in vielfältiger Weise, stehen aber auch - wie Sie richtig darstellen - in manchen Bereichen in Konkurrenz zueinander.

Nehmen wir das Beispiel Netzausbau:

Um den durch Erneuerbare Energieanlagen erzeugten Strom in die Ballungsräume mit hohem Strombedarf transportieren zu können, bedarf es eines enormen Netzausbaus. Hier ist nach wie vor die Errichtung von Überlandleitungen die kostengünstigste Lösung. Diese Variante wird aber von der Bevölkerung zunehmend kritisch gesehen. Es wird gefordert: "Hochspannung unter die Erde", also die teurere, aber umweltfreundlichere Erdverkabelung. Somit stehen Ökologie und Ökonomie konträr gegenüber. Nun ausschließlich auf Ökonomie zu setzen, würde heißen, den übertägigen Trassenausbau auf "Gedeih und Verderb" durchsetzen zu wollen und damit nicht nur gegen den Bürgerwillen zu agieren, sondern auch eine Klageflut mit langjährigen Prozessen - mit wiederum ungewissem Ausgang - zu riskieren. Damit wäre energiepolitisch aber nichts erreicht. Folglich muß zwischen Ökonomie und Ökologie ein Kompromiss gefunden werden. Somit setzt die brandenburgische Landesregierung im Bereich Netzausbau zumindest auf der 110 kV Verteilnetzebene auf die Erdverkabelung als konsensfähige Lösung.

Als Steuerungsinstrument hat hier die Landesregierung im Übrigen das "Forum Netzausbau" eingerichtet, das vom brandenburgischen Wirtschafts-minister geleitet wird, um bestmögliche Kompromisse zwischen Ökonomie und Ökologie zu finden.

Aber auch in anderen Bereichen nutzt die Landesregierung ihre Steuerungs-möglichkeiten, um Ökonomie und Ökologie in Übereinstimmung zu bringen. Als Beispiele seien ökologische Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bei der Errichtung von Windenergieanlagen, Photovoltaik-Freiflächenanlagen und konventionellen Energieerzeugungsanlagen genannt.

Wichtig ist, und da hoffe ich auf Übereinstimmung, dass es zwischen Ökologie und Ökonomie kein "entweder/oder" geben kann, sondern immer ein Kompromiss gefragt sein wird, mit dem alle Beteiligten leben können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Carsten Enneper Abteilungsleiter Wirtschafts- und Energiepolitik Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg