Liebe Leserinnen und Leser,

auf dieser Website konnten Sie bis Mai 2015 eigene Beiträge zum Thema “Energiepolitik für Brandenburg” einstellen.

Auf seiner Website wird das Ministerium für Wirtschaft und Energie weiterhin über wirtschafts- und energiepolitische Themen informieren. Dort finden Sie auch eine Übersicht von Fragen und Antworten zur Energiestrategie 2030.

Ihre weiteren Fragen und Anregungen nehmen wir gerne über die Adresse energiedialog@mwe.brandenburg.de entgegen.

Beantwortet
Autor Thomas Tellhauser am 13. Januar 2012
5304 Leser · 9 Stimmen (-0 / +9) · 1 Kommentar

Stromnetze und Speicher

Polen plant Sperren für deutschen Ökostrom

Liebe Energieexperten,

der Plan Polens (und Tschechiens -glaube ich), Ökostrom aus Deutschland stärker zu regulieren, alarmiert mich.

Ich verstehe zwar nicht, wie das deutsche Stromnetz instabiler werden soll, wenn überschüssiger Wind- und Solarstrom nicht mehr ins Ausland abgeführt werden kann, aber sicherlich muss Deutschland/Brandenburg einen Teil der erzeugten Energie aus Sonne und Wind "exportieren" können.

Der polnische Netzbetreiber PSE Operator plant, an der Grenze "Stromsperren" zu errichten. So soll verhindert werden, dass die Bundesrepublik überschüssigen Ökostrom weiterleitet.

Künftig sollen sogenannte Phasenschieber den Stromfluss zwischen beiden Ländern unterbrechen. Überschüssiger Ökostrom müsste dann im deutschen Netz verteilt werden, was diesseits der Grenze das Risiko von Stromausfällen vergrößern würde.

Scheinbar haben wir nicht nur das Problem polnischer Kernkraftwerke zu schultern.

Sind die Netzkapazitäten in Brandenburg dafür gerüstet oder wurde das im Energiestrategiepapier "vergessen"?

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Antwort
von Dr. Carsten Enneper am 03. Februar 2012
Dr. Carsten Enneper

Sehr geehrter Herr Tellhauser,

Das Thema Netzausbau aufgrund höherer Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist ein zentrales energiestrategisches Problem und wird auch in einem gesonderten Handlungsfeld der Energiestrategie berücksichtigt. Die Entwicklung der dezentralen Energieversorgungsstrukturen durch den Einsatz erneuerbarer Energien stellt die bisher auf zentraler Einspeisung ausgerichteten Energienetze vor große Herausforderungen. Vor allem in Gebieten mit einer hohen regenerativen Einspeisedichte bei gleichzeitig geringer Lastdichte ist teilweise eine Verstärkung der Netzinfrastruktur erforderlich. Das gilt im Wesentlichen für die Hochspannungsebene (110 kV) und die daran angeschlossenen Wind- und Solarparks sowie für die von Durchleitungen betroffenen Höchstspannungsebenen (380 kV).

Diese Schlüsselherausforderung wird die Energiestrategie 2030 mit dem übergreifenden, technologieoffenen Leitprojekt „Systemintegration und Konvergenz im Energieland Brandenburg“ angehen. Dabei sollen insbesondere der Aus- und Umbau von Netzinfrastrukturen und innovative Speichertechnologien gebündelt und so miteinander verknüpft werden, dass ein optimales Zusammenwirken aller beteiligten Bereiche erreicht wird. Übergeordnetes Ziel ist es, die für den Stromnetzaus- und -umbau bisher in Einzelbetrachtungen (z. B. BTU Netzstudie, BTU Cottbus, 2011: „Fortführung der Studie zur Netzintegration erneuerbarer Energien im Land Brandenburg“) abgeschätzten Kosten auf das erforderliche Minimum zu reduzieren, um den Strompreis nicht über Gebühr zu belasten. In diesem Zusammenhang müssen insbesondere die Chancen und Risiken von einzelnen Stromnetz- und Speichertechnologien untersucht und die Vor- und Nachteile innerhalb des energiepolitischen Zielvierecks aus Umwelt- und Klimaverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit sowie Akzeptanz und Beteiligung abgewogen werden.

Weitere Informationen zur Energiestrategie und zum Netzausbau (z.B. Studien und Links) finden Sie auf unserer Internetseite "Energieland Brandenburg" unter http://www.energie.brandenburg.de/sixcms/detail.php?templ...

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Carsten Enneper Abteilungsleiter Energie und Innovation Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg

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