Liebe Leserinnen und Leser,

auf dieser Website konnten Sie bis Mai 2015 eigene Beiträge zum Thema “Energiepolitik für Brandenburg” einstellen.

Auf seiner Website wird das Ministerium für Wirtschaft und Energie weiterhin über wirtschafts- und energiepolitische Themen informieren. Dort finden Sie auch eine Übersicht von Fragen und Antworten zur Energiestrategie 2030.

Ihre weiteren Fragen und Anregungen nehmen wir gerne über die Adresse energiedialog@mwe.brandenburg.de entgegen.

Beantwortet
Autor Rainer Beutel am 16. September 2011
5241 Leser · 26 Stimmen (-2 / +24) · 0 Kommentare

Solarenergie

Skepsis gegen Sonnenenergie

Mit Milliarden werden in Deutschland die Erzeuger von Sonnenenergie gepäppelt. 

 Eine milliardenschwere Förderung der Solarbranche sieht das Erneuerbare-Energien-Gesetz vor. Die Einspeisevergütung garantiert jedem Solaranlagen-Besitzer einen Festpreis für den Ökostrom. 80 Milliarden Euro mindestens kostet die Verbraucher diese Förderung in den nächsten 20 Jahren. Wir werden die Kosten mit der Stromrechnung begleichen

ABER  die Gewinnung von Strom aus Solaranlagen ist verschwindend gering in Brandenburg. Trotz massiver Subventionen vom Staat und Land.

Inzwischen müssen viele Firmen aus dieser Branche dicht machen. Auch Firmen die massiv durch das Land gefördert worden sind. Strukturschwache Städte wie Frankfurt (Oder) oder anderswo köderten Unternehmen mit Zuschüssen und Erleichterungen

Jetzt machen diese Firmen pleite, weil dank staatlicher Unterstützung riesige Solarfabriken in China entstanden und Deutschland (den größten Markt weltweit dank EEG) mit billigeren Zellen und Modulen beliefert.

Das bedeutet in meinen Augen, wir subventionieren nicht in die Entwicklung neuer und besserer Module/Anlagen/Panels und subventionieren auch nicht Ökostrom aus Sonne (wenn ich diesen Sommer als Bespiel nehme, kann nicht viel Strom erzeugt worden sein), sondern subventionieren Billiglohnarbeiter in China und ihre Zulieferer.

Muss da nicht sofort ein Umdenken stattfinden? Wie will das Land Brandenburg ehrgeizige Ziele erreichen, die eigentlich (persönlicher Eindruck) illusorisch und sich nicht rechnen?

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Antwort
von Dr. Carsten Enneper am 17. Oktober 2011
Dr. Carsten Enneper

Sehr geehrter Herr Beutel,

der Ausbau der Erneuerbaren Energien (EE) ist nicht umsonst zu haben. Die seit 1991 geltende Festlegung, dass die Kosten für erzeugten Strom aus den EE als Umlage dem Strompreis zugeordnet werden, ist breiter politischer Konsens, unabhängig von der politischen Konstellation der jeweiligen Bundesregierung. Ziel ist es, durch diese „Subventionierung“ die EE marktfähig zu machen. Die in den letzten Jahren erfolgten Absenkungen bei den Vergütungssätzen – insbesondere bei der solaren Stromerzeugung – zeigen, dass diese Technologie immer marktfähiger wird.

Richtig ist, dass der Anteil der Photovoltaik (PV) an der regenerativen Stromerzeugung nicht nur in Brandenburg, sondern auch in Deutschland insgesamt noch gering ist. Im bundesdeutschen Vergleich dominieren die Windenergie (36,5%) und die Biomasse mit ca. 32% an der Stromerzeugung aus EE. Die solare Stromerzeugung hat einen Anteil von etwa 11,3 % (Zahlen aus 2010, Quelle: BMU)

Perspektivisch stellt sich jedoch die Frage, welcher weitere Ausbau noch möglich ist. Die Ressourcen zur energetischen Nutzung der heimischen Biomasse sind weitestgehend erschlossen, gleiches gilt für die Wasserkraft. Die möglichen Standorte von weiteren Windenergieanlagen werden immer knapper.

Bisher kaum erschlossen sind in Deutschland das Dachflächenpotential zur Errichtung von PV-Anlagen und das Potential an Freiflächenanlagen. Es ist folglich davon auszugehen, dass der Anteil der solaren Stromerzeugung bei den EE in den nächsten Jahren ansteigen wird.

Der Wettbewerb mit dem asiatischen Raum führt bei deutschen und europäischen Zell- und Modulhersteller zu einem erhöhten Preisdruck. Die gewährte Förderung kommt allerdings nicht nur der Herstellung von Modulen zugute, da eine PV-Anlage aus vielen verschiedenen Komponenten besteht. So betragen die reinen Modulkosten lediglich rund 50- 55 % des „Systems“ PV-Anlage (gemittelter Wert aus Aufdachanlagen, gebäudeintegrierten Anlagen, Freiflächenanlagen). Die regionale Wertschöpfung profitiert vor allem durch Planung, Installation (Montage, Netzanschluss, Gerüstbau, Zaunanlagen bei Freiflächenanlagen, Gestelltechnik etc), Betrieb und Wartung.

Es bleibt festzuhalten, dass von den rund 367.400 Arbeitsplätzen in Deutschland im Bereich der EE rund 121.000 Arbeitsplätze dem Bereich der Solarenergie zuzuordnen sind. Insgesamt wurden im Jahr 2010 in EE-Anlagen rund 26,6 Mrd. EUR investiert, davon allein rund 19,5 Mrd. in solche auf der Basis von Photovoltaik.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Carsten Enneper Abteilungsleiter Wirtschafts- und Energiepolitik Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg