Beantwortet
Autor Steve Dilthey am 20. Februar 2012
4333 Leser · 234 Stimmen · 2 Kommentare

Wirtschaft

Kraftstoffpreise

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
Heute habe ich für mein Auto 54 Liter Superbenzin gekauft und 90 Euro zahlen müssen. Ob ich will oder nicht. Ich bin gerade zu dieser Jahreszeit auf mein Fahrzeug angewiesen um mindestens zur Arbeit und zurück zu fahren. Alle weiteren Fahrten die "nicht unbedingt" sein müssen, sei es um Freunde zu besuchen oder einfach mal in der Stadt bummeln zu gehen, muss ich ganz einfach streichen. Man wird regelrecht an die Couch gefesselt.

Wenn man aktuellen Prognosen glauben schenken kann, wird der Literpreis im Sommer 1,80€ erreichen. Dann kann ich es mir beim besten Willen nicht mehr Leisten mit dem Auto zu fahren. Ich würde gerne wissen ob unsere Regierung nicht in irgendeiner Form was am Preis machen kann? Was ist mit den staatlichen Reserven? Anzapfen? Das steuerlich nichts gemacht werden kann habe ich bereits gelesen und die Zusammenhänge sind mir klar, aber trotzdem: Es muss etwas passieren! Ich fühle mich wie ein Spielball der Ölkonzerne. Friss oder stirb lautet doch deren Motto und wir kaufen alle fleißig weiter...traurig.
Wenn ich mir Länder wie beispielsweise Spanien anschaue, dort taumelt der Preis um die 1€ Marke für Superbenzin. Wieso geht es dort und nicht hier? Ich bin echt frustriert und fühle mich mittlerweile in diesem Land nicht mehr wohl. Beim besten Willen nicht! Ist es denn nicht die Aufgabe der Cheffin und der Regierung für das Wohl des Volkes zu sorgen?

Manchmal möchte ich einfach nur weg hier!

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

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Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 12. März 2012
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Dilthey,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Die Energiepreise hängen von vielen Faktoren ab. Für den aktuellen Anstieg der Spritpreise sind vor allem die höheren Kosten für Rohöl verantwortlich. Ein Hauptgrund dafür ist, dass auf dem Weltmarkt die Nachfrage nach Rohöl steigt, das Angebot aber nicht. Aufstrebende Staaten wie China treiben die Nachfrage zusätzlich in die Höhe – und damit den Preis.
Der Wettbewerb im Energiebereich ist elementar für eine effiziente, preisgünstige und sichere Energieversorgung. Hohe Energiepreise belasten die Verbraucher und gefährden die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft. Die Bundesregierung stärkt daher den Wettbewerb im Kraftstoffmarkt.
Zudem muss auch im Verkehrssektor die Abhängigkeit vom Öl sinken. Deshalb hat das Energiekonzept der Bundesregierung das Ziel: Bis Mitte des Jahrhunderts sollen erneuerbare Energien den Hauptanteil der Energieversorgung liefern.

Im Rahmen ihrer Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie will die Bundesregierung aussichtsreiche alternative Kraftstoffe und Antriebe identifizieren, die in großen Mengen zur Verfügung stehen, CO2-Emissionen einsparen helfen und den Anteil der erneuerbaren Energien steigern.
Für Strom – also für Elektroautos – können wir verschiedene regenerative Energiequellen nutzen. So werden wir unabhängiger von fossilen Brennstoffen und können auch in Zeiten, in denen Öl knapper und teurer wird, gewährleisten, dass Mobilität erschwinglich bleibt. Deshalb setzt die Bundesregierung auf die Entwicklung der Elektromobilität. Deutschland hat ein klares Ziel: Bis 2020 soll es eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen geben.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Weitere Informationen finden Sie unter:
Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung
http://www.bmvbs.de/SharedDocs/DE/Artikel/UI/mobilitaets-...

Wettbewerb im Kraftstoffmarkt soll gestärkt werden
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilun...

Elektromobilität
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Wirtschaft/Industrie/e...

Grundlagenwissen zum Benzinpreis und seiner Entwicklung
http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_53848/DE/Buerger...

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  1. Autor Steve Dilthey
    am 21. Februar 2012
    1.

    Ich muss mich korrigieren. Der Literpreis in Spanien liegt derzeit bei 1,40€.

  2. Autor Lothar Volz
    am 24. Februar 2012
    2.

    .....traurig ist auch, dass vor allem Beamte und alle Staatsdiener sich keine Gedanken machen über den Spritberbrauch ihrer Dienstfahrzeuge. Polizisten sitzen oft stundenlang in ihrem Polizeiato, damit sie keinen kalten Arsch bekommen. Dann erklären sie, der Motor müsse im Stand laufen, weil sonst wegen der Funkgeräte die Batterien leer würden.
    Andere müssen draußen im Freien arbeiten! Das kann man von einem Beamten nicht verlangen!
    -
    Aber ein Bürger muss teuer seinen Sprit bezahlen.

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