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Autor Marcella Gassmann am 20. Dezember 2007
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Soziales

Abgeltungssteuer ab 2009

Guten Tag Frau Kanzlerin,
diese geplante Steuer ist ein Faustschlag ins Gesicht eines jeden "Normalbürgers" dessen Vermögen sich in kleinerem Rahmen bewegt und der froh ist, wenn er aus seinem bereits versteuertem Einkommen noch ein paar Euro für die Altersvorsorge zurücklegen kann. Dabei regt mich noch nicht einmal auf, dass die Gewinner mal wieder die Großverdiener sind, deren Steuersatz sich um die 40% bewegt. Ich frage mich, wie ich als 40jährige eigentlich noch Altersvorsorge betreiben soll. Richtig, Riester! Tolle Sache, nur dass das Thema Vererbbarkeit auf die Kinder nicht ordentlich geregelt wurde. Ich möchte gerne fürs Alter flexibel sparen können, ohne dabei von meinen Spar-Erträgen auch noch 25% an den Staat abzugeben. Das sinnvollste, nämlich Aktiensparen wurde mir ja nun gründlich verdorben. Ich hatte vor einen Fonds mtl. zu besparen und anschliessend verrenten zu lassen. Nicht nur, dass bei der Besparung bzw. Auflösung des Sparvertrages 25% Steuer anfällt (801€ reichen sicher nicht aus, um die Erträge aus einem langfristigen Fondssparplan abzudecken) nein, bei der Rentenzahlung greift der Staat mir nochmal ins Portomonaie. Und das alles, nachdem ich die Sparbeiträge aus meinem Nettoeinkommen bestreiten muß!! 3x Steuer!!! Da lohnt es sich wohl eher, sein Geld heute zu verjubeln und später auf Kosten des Staates zu leben-nur das ich leider diese Mentalität nicht besitze. Es ist eine dermaßene Ungerechtigkeit zwischen ärmeren und reichen Bürgern, die immer deutlicherr wird und nicht mal mehr versucht wird sie zu verstecken. Meine Rentenlücke wird größer und größer. Ich bin wie gesagt fast 40 Jahre und habe einen Sohn der fast 3 Jahre alt ist. Den Luxus, mein Kind 3 Jahre zu erziehen konnte ich mir nur durch vorheriges jahrelanges Sparen leisten. Mein Vermögen beläuft sich derzeit auf null. Ab Januar gehe ich wieder arbeiten. Dabei habe ich noch Glück, dass mein Arbeitgeber mich halbtags betriebsbedingt beschäftigen kann. Einen Ganztagesplatz gibt es für mein Kind nicht. Natürlich, wenn er erst 1,5 Jahre alt wäre, hätte ich einen Krippenplatz bekommen können. Die gibts nämlich. Nur im Kindergartenalter gibt es zu wenige Plätze. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als meinen Lebensstandard herunterzufahren, halbtags arbeiten zu gehen und dafür auch weniger in die Rentenkasse einzuzahlen. Eigene Spar-Leistungen sind somit auch sehr begrenzt möglich, weil wie gesagt nur halbtagsbeschäftigt. Wenn ich mir jetzt noch vorstelle, dass das, was ich über Jahre flexibel anspare -wie gesagt, Reichtümer sind nicht vorhanden und wenn mit dem Kind mal was wäre, bräuchte ich das Geld vielleicht anderweitig- auch noch mit einer neuen Steuer bestraft wird, dann weiß ich wirklich nicht mehr, ob die Leute, die sich die Gesetze ausdenken eigentlich noch eine Ahnung haben, womit "Otto-Normal" kämpfen muß um seine Existenz zu sichern. Wenn ab 01.01.2008 ein Abgeordeter bereits nach 1 Jahr Zugehörigkeit zum Bundestag eine Rente erhält, dann weiß ich für wen die Gesetze gemacht werden und ich muß mich auch nicht darüber wundern, wenn eine Politikverdrossenheit in der Bevölkerung eintritt. Früher war es der Klerus und der Adel, der den "kleinen Mann" ausgenommen und versklavt hat-heute sind es die Politiker und die Unternehmer. Nun zum Schluß meine Frage: Halten Sie diese Steuerpolitik noch für sozial gerecht?

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