Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor S Bauer am 09. Februar 2016
6270 Leser · 8 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Auch Gastfreundschaft und Integration hat seine Grenzen

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

Wiese packt man das Übel nicht einfach an der Wurzel? Die NATO müsste nur zusammen mit den USA in Syrien für Recht und Ordnung sorgen, wie einst im Irak!
Außerdem müssten die Flüchtlinge erst gar nicht die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer nach Europa wagen. Niemand müsste ertrinken! Sie könnten bequem mit dem Bus von Syrien über Jordanien nach Saudi-Arabien reisen.
Wie sieht es da aber mit der muslimischen Nächstenliebe der sechs reichen Golfstaaten für ihre Glaubensbrüder aus? Saudi-Arabien, VAE, Katar, Bahrain , Kuwait und der Oman werfen zwar mit Petrol-Dollars um sich, bauen die höchsten Hotels der Welt und schütten die größten Sandinseln auf. Aber Flüchtlinge nehmen sie keinen Einzigen auf.
Die anderen Länder loben Deutschland, wir aber zahlen dafür „die Zeche“. Finanziell und in Form von Kriminalität und Sexualdelikten.
Die deutsche Kultur wird kontinuierlich kaputt gemacht. In Klassenzimmern dürfen keine Kreuze mehr aufgehängt werden und in einigen Bundesländern wird empfohlen nicht mehr „Grüß Gott“ oder „Gott sei Dank“ zu sagen.
Fakt ist, die Aufnahmekapazitäten in Deutschland sind mittlerweile bis an die Grenzen gespannt oder bereits erschöpft.
Selbstverteidigungskurse sind „der Renner“, ausverkaufte Elektroschocker und Pfeffersprays sowie die Beantragung des kleinen Waffenscheines sprechen eine andere Sprache.
Wir schaffen das?
Die Frage ist doch: „Wollen wir das überhaupt überhaupt noch schaffen“.
Nein. Es reicht.!
Ich habe Angst um die Zukunft unseres Landes und meiner Kinder.
Frau Bundeskanzlerin erinnern Sie sich bitte an Ihren Eid, den Sie geleistet haben, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden.

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 18. März 2016
Angela Merkel

Sehr geehrte(r) Herr / Frau Bauer,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Sie nennen einige wichtige Ansatzpunkte, um den Syrien-Konflikt zu beenden und die Flüchtlingskrise zu bewältigen. In der Tat muss das Problem, wie Sie zu Recht schreiben, „an der Wurzel“ gepackt werden. Deswegen setzt sich die Bundesregierung gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft für eine friedliche Lösung in der Region ein.

Deutschland unterstützt die internationale Allianz im Kampf gegen die Terrormiliz IS durch den Einsatz der Bundeswehr in Syrien und im Irak. Gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft strebt Deutschland aber in erster Linie eine diplomatische Lösung des Syrien-Konflikts an. Eine internationale Syrien-Unterstützungsgruppe hat einen Friedensprozess eingeleitet. Oberstes Ziel ist es, zu einer dauerhaften Waffenruhe und zu einer Übergangsregierung in Syrien zu kommen. An dem Prozess sind alle Konflikt-Parteien beteiligt, auch die Länder in der Region und die von Ihnen genannten Golfstaaten.

Zunächst geht es darum, Fluchtursachen zu bekämpfen, illegale Migration zu stoppen und den Menschen in der Region eine dauerhafte Perspektive zu geben. Deshalb setzen sich Deutschland und die EU dafür ein, dass sich Flüchtlinge künftig nicht mehr auf den gefährlichen Weg machen und ihr Leben riskieren. Auch im Rahmen des NATO-Engagements in der Ägäis beteiligt sich Deutschland an den maritimen Einsatzverbänden in türkischen und griechischen Hoheitsgewässern und trägt damit zur Bekämpfung der Schlepper bei.

Bei der Konferenz in London im Februar 2016 ist von den Geberländern eine Rekordsumme von insgesamt 11 Milliarden US-Dollar zugesagt worden. Auch die Golfstaaten beteiligen sich an Hilfsmaßnahmen: Sie beherbergen Flüchtlinge aus der Krisenregion und leisten finanzielle Beiträge.

Die Bundesregierung nimmt die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger vor der wachsenden Zahl einreisender Flüchtlinge nach Deutschland sehr ernst. Die Aufnahme und Integration der großen Zahl von Flüchtlingen ist eine Herausforderung für unser Land. Ihre Besorgnis ist daher verständlich.

Klar ist, dass Menschen, die politisch verfolgt sind oder vor Bürgerkrieg fliehen müssen, in Deutschland das Recht auf Asyl oder auf Anerkennung als Bürgerkriegsflüchtlinge haben. Ebenso klar ist, dass diejenigen, die kein Recht auf Asyl haben, unser Land wieder verlassen müssen – und dass die Zuwanderungszahlen sowohl kurz- als auch langfristig reduziert werden müssen.

Es muss außerdem selbstverständlich sein, dass die Menschen, die in unser Land kommen, unsere Rechts-und Werteordnung akzeptieren: Flüchtlinge haben Rechte, aber auch Pflichten. Unsere Regeln und Gesetze gelten für alle, die sich in Deutschland aufhalten.

Asylsuchenden, die Straftaten begehen, kann die Anerkennung als Flüchtling konsequenter als bisher versagt werden. Der Deutsche Bundestag hat am 25. Februar 2016 das Gesetz zur erleichterten Ausweisung von straffälligen Ausländern verabschiedet.

Empfehlungen, in einigen Bundesländern die Begrüßung „Grüß Gott“ oder die Redewendung „Gott sei Dank“ nicht mehr zu verwenden, sind hier allerdings nicht bekannt.

Weitere Informationen:

https://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Themen/Fluech...

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Regionale...

https://www.bmz.de/webapps/flucht/#/de

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Infodienst/2016...

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (8)Schließen

  1. Autor Rosi Mörch
    am 10. Februar 2016
    1.

    Die fehlende Solidarität der reichen arabischen Brüderstaaten hinterfragt unsere Kanzlerin doch nicht. Sie ist damit beschäftigt, unsere Milliarden überallhin zu tragen.

  2. Autor Christian Adrion
    am 12. Februar 2016
    2.

    Es geht nicht darum Muslime nach Saudi Arabien zu bringen, sondern es geht einzig und allein darum Europa zu islamisieren. Laut UN von 2001 soll Deutschland insgesamt 10,4 Millionen aufnehmen. Das ist beschlossene Sache. Denn nur ein schwaches Europa ermöglicht ein starkes Amerika. So bleibt die USA Weltmacht. Auch wenn Europa dabei auf der Strecke bleibt.
    Warum aber unsere Politiker diesen Handel mittreiben, dazu müssen Sie sie selber fragen.

  3. Autor Erhard Jakob
    am 12. Februar 2016
    3.

    Christian,
    hart aber wahr!

  4. Autor I. Schramm
    am 28. Februar 2016
    4.

    Das Problem ist, eine Obergrenze wird man nicht mit der Kanzlerin, sondern auch mit der SPD, en Grünen und denn Linken nicht bekommen, diese haben erst kürzlich einen Aufweichung des Asylpaketes II erreicht, was uns tausende von Flüchtlinge, sowie Millionen von Euro kosten wird.

  5. Autor I. Schramm
    Kommentar zu Kommentar 2 am 28. Februar 2016
    5.

    Und Trump will keine Muslime mehr ins Land lassen…..

  6. Autor Christa Ringe
    am 01. März 2016
    6.

    Eines Tages werden alle armen Länder die Reichen überrollen, Das habe ich schon vor 60 Jahren in der Volksschule gelernt. Die Welt wird kleiner wenn die Poole schmelzen, wohin mit den Menschen .Verrecken lassen? Mensch bleibt Mensch. Es geht doch bei der Frage der Asylanten in Wirklichkeit um Arm und Reich. Die Reichen werden die Armen niedermähen wenn ihre Lawine in Massen anrollt.
    Sie werden ihren letzten Schatz verteidigen, müssen aber in Zukunft endlich arbeiten. Dabei sind wir Deutsche alle arm. Wir haben viel zu wenig Landwirtschaft Der industrielle Fortschritt ist weltweit. In Zukunft geht es nur noch um die Nahrung, das Wasser und den kleinen Platz des Wohnens. Wir Deutsche sind schon lange überbevölkert.
    Das Wissen haben wir auch nicht gepachtet. Irgendwann und Irgendwo wird es ein großes Massaker geben um den kleinen Platz des Überlebens..

  7. Autor Erhard Jakob
    am 07. März 2016
    7.

    Wenn ich Gäste bekomme, freue ich mich immer zweimal.
    Einmal, wenn sie kommen und einmal, wenn
    sie wieder gehen.

  8. Autor Elena Stude
    am 13. März 2016
    8.

    Wenn man in Deutschland geboren wurde, bedeutet nicht, dass er mehr im Leben verdient hat als die, die im Krieggebiet sind.

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