Beantwortet
Autor Marcus Krahlisch am 23. Juli 2013
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Die Kanzlerin direkt

Finanzierung der NFP Beratung für alle

Liebe Bundeskanzlerin, ich selbst bin Berater für Natürliche Familienplanung (NFP) und helfe Frauen dabei mit der symptothermalen Methode nach den Regeln der AG NFP (www.nfp-online.de) ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus zu bestimmen. Die Information, wann bin ich fruchtbar, können die Frauen sowohl für den Kinderwunsch als auch zur Verhütung einsetzen. Die Sicherheit der symptothermalen Methode ist mit der Pille vergleichbar, wie sie in der Veröffentlichung von Petra Frank-Herrmann 2007(http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17314078) einsehen können. Der Vorteil gegenüber der Pille ist, dass die symptothermale Methode keine gesundheitlichen Nebenwirkungen hat, da sie nicht aktiv in den Zyklus eingreift und auf Körperbeobachtung basiert. Die Pille hat in letzter Zeit keine gute Presse gehabt, da gerade die Anwendung der „neuen” Präparate zu lebenslangen Folgeschäden oder im schlimmsten Fall den Tod führen kann (www.risiko-pille.de) Aus meiner Sicht könnte die Zahl Geschädigten deutlich reduziert werden, wenn mehr Frauen (z.B. mit Thrombose Veranlagung) zur symptothermalen Methode wechseln würden. Aus meiner Sicht muss hierzu vom Staat ein Anreiz geschaffen werden, indem die NFP Beratung, in der die symptothermale Methode erlernt werden kann - finanziert wird. Durch eine Finanzierung der „NFP Beratung für alle Frauen” würde der Staat Geld, das bisher für die Finanzierung der Pille (bis 21 Jahre) sowie für die Behandlung von Geschädigten ausgegeben wird, sparen. Da für die NFP Beratung nur einmalig Kosten anfallen und sie somit langfristig preiswerter ist. Was halten sie von meinem Vorschlag die „NFP Beratung für alle Frauen” zu finanzieren?

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Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 09. August 2013
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Krahlisch,

vielen Dank für Ihre Mail, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Grundsätzlich kann jede Frau frei entscheiden, ob und wie sie verhüten möchte. Die Pille ist eine Möglichkeit, die von Ihnen angesprochene sympto-thermale Methode eine andere. Daneben gibt es weitere Verhütungsmethoden. Darauf weist auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hin.

Auf die Vor- und Nachteile der verschiedenen Verhütungsmethoden sollen Ärzte in einem ausführlichen Beratungsgespräch hinweisen. Denn es gilt individuell abzuwägen, wie sich am besten verhüten lässt. Die Beratung sollte umfassend sein und die wissenschaftlich anerkannten Methoden der Empfängnisverhütung beinhalten. Einzelne Verhütungsmethoden sind im Leistungskatalog der Krankenkassen nicht ausdrücklich aufgezählt oder ausgeschlossen.

Die BZgA bietet keine persönliche Beratung zur symptothermalen Methode an, sie arbeitet aber eng mit Ärzten und den Beratungsstellen zusammen. Die Beratungsstellen-Datenbank der BZgA enthält fast alle der 1.600 deutschen Schwangerschafts-Beratungsstellen. Dort findet jede Frau kostenlose Beratung in Wohnortnähe.

Weitere Informationen: http://www.familienplanung.de/beratung/beratungsstellensu...

http://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmetho...

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Erhard Jakob
    am 01. August 2013
    1.

    Diese Idee ist doch nicht neu. Wir haben in den DDR-Schulen
    diese Methode schon im 9. oder 10. Schuljahr behandelt.
    Leider hat sich diese Art der Schwangerschaftsverhütung
    bzw. finden der Fruchtbaren Tage, nicht durchgesetzt.

    Sicher auch deshalb, weil die Thermometer nicht besonders
    genau waren. Darüber gibt es heute sehr gute Literatur
    und auch genaue Thermometer.

    Jeder/jede Interessierte kann mit Hilfe eines Buches
    und eines guten Thermometers die Methode
    einfach und schnell erlernen.

    Für mich ist es unverständlich, dass hierfür extra
    *Lehrmeister* mit einem hohen Gehalt auf
    Staatskosten eingerichtet werden sollen?

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