Archiviert
Autor Gerd Salewski am 09. Oktober 2007
6620 Leser · 160 Stimmen (-61 / +99) · 6 Kommentare

Arbeitsmarkt

Hartz IV und seine Folgeerscheinungen

Sehr geehrte Bundeskanzlerin,

ich möchte Ihnen gerne eine Frage stellen.

Die Einführung ALGII ist vom eigentlichen Sinn her nicht falsch gewesen, jedoch hat man sich über die damit verbundenen Folgen l e i d e r im Vorfeld zu wenig befaßt.

Weshalb wurde keine Unterscheidung getroffen wie lange ein An- tragssteller vor ALGII in Arbeit stand. Man setzt hier nach einem Jahr der Arbeitslosigkeit alle auf einen gleichen Nenner und das kann es doch nicht sein, oder? Jemand der nie gearbeitet hat und auch nicht wollte, den kann man doch nicht mit einer Person die 30 und 40 Jahre lang gearbeitet hat gleichstellen. Jedoch ist der Weg für einen älteren Arbeitnehmer und seiner gesamten Familie unwahrscheinlich steinig und hart und führt immer weiter ins aus, da man überall auf dem Arbeitsmarkt zu Alt ist. Meine Ehefrau die gerne arbeiten wollte, aber aus Gesundheitsgründen von der ARGE aus nicht darf, werden die Rentenzahlungen eingestellt, jedoch bei einer nicht mehr vermittelbaren Person weiter bezahlt, ist das Gerecht?
Kinder werden in einer Bedarfsgemeinschaft durch Abzug Ihres Einkommens [ z. B. Lehrlingsgehalt ] für ihren Einsatz noch bestraft, nur weil Ihr Vater ungewollt in dieses Gesetz gefallen ist? Wie und mit welchen Argumenten soll man hier seine Kinder zur täglichen Arbeit motivieren? Sobald ihr Einkommen sich erhöht [ Sonn- u. Feiertagsarbeit ] wird es wieder entsprechen der Vorgaben in Abzug gebracht, leider! Kindergeld ist nur noch reine Bürokratie und unnötige Geldausgabe. Auf der einen Seite wird es ausbezahlt und auf der anderen Seite als Einkommen wieder einbehalten. Man sieht also nichts davon und betreibt einen unnötigen Kostenaufwand bei der ARGE / Kindergeldkasse. Das man ALGII Beziehern nicht den gleichen Standard eines Arbeitenden gegenüberstellt ist doch klar. Doch wenn der heutige Arbeitende nicht mal mehr das verdient was ein ALGII Empfänger bekommt, dann stimmt doch irgend etwas nicht und motiviert auch nicht die Arbeitslosen in Arbeit zu kommen sofern überhaupt möglich. Bin für jedes seriöse Arbeitsangebot dankbar.
ALGII ist zwar eine Hilfe, aber auch der totale Abstieg.

Hierzu könnte ich Ihnen seitenlange Beispiele aus meiner Zeit der Langzeit-Arbeitslosigkeit geben, sehe aber keine Möglichkeit mehr den entstanden Verlust auf ehrlich Art und Weise zu korrigieren.

Für eine ehrliche Beantwortung wäre ich Ihnen dankbar.

Hochachtungsvoll
Gerd Salewski

+39

Die Abstimmung ist geschlossen, da der Beitrag bereits archiviert wurde.

Kommentare (6)Schließen

  1. Autor B. Bauer
    am 22. Oktober 2007
    1.

    ALGII ist meiner Meinung zu niedrig und es sollte auch das Alter und die entsprechenden Arbeitsjahre Anerkennung finden, aber daß das Lehrlingsgehalt der Kinder eingerechnet wird ist in jedem Fall richtig. Über die Höhe kann man reden.

  2. Autor Gerd Salewski
    am 23. Oktober 2007
    2.

    Lieber Herr Bauer
    es geht ja im Prinzip nicht um die Summe, sondern um den allgemeinen Abzug. Für jede Mehrarbeit oder zusätzliche Tätigkeit wird er dafür bestraft und das kann doch nicht zu einer Motivation der Jugendlichen beitragen. Jugendliche haben ja auch ihre allgemeinen Ausgaben und kleineren Bedürfnisse die Sie auf ehrliche Art und eigenständig befriedigen wollen.

  3. Autor Waltraud Tüllmann
    am 25. Oktober 2007
    3.

    Warum sollte das richtig sein. Jugend drückt euch da gegen, denn in den Staat wird man bestraft wenn man vorwärts kommen wll. Ist nur schon über 30 Jahre so Die Kinder können nix dafür das ihre Eltern Arbeitslos sind.

  4. Autor Alexander Tetzlaf
    am 28. Oktober 2007
    4.

    Also ich denke ALGII ist zu hoch. Wer nicht arbeitet bräuchte auch nicht essen... gelle Münte? (...) Tatsächlich ist dies mein Ernst. Das Problem jedoch ist ein anderes. Es gibt keine Arbeit und erst recht nicht genügend fair bezahlte. Durch diese Tatsache entlarvt sich Ha(r)tz IV als reines Repressions-, Sanktions- und Erpressungsinstrument. Mit dem man ansgerechnet den Opfern der Gier an ihr Weniges will.

    Faschismus in seiner vorletzten Stufe.

    Iniitiiert von sogenannten Demokraten, Sozialen und Christen.

  5. Autor Dirk G.
    am 01. November 2007
    5.

    Hallo Gerd ,
    Gerade durch die Hartz Reform werden Menschen Kontrolliert,drangsaliert und Repressalien angedroht bis hin zu Sanktionen! Diese Faktoren bedrohen die Seele eines jedes einzelnen der sich Hartz IV schimpfen lassen muss.Wie weit dies führen kann sieht man beispielsweise an dem jungen Mann aus Speyer der verhungert ist.Den wenn Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden per Gesetz dann hat dies schwerwiegende Folgen und nicht jeder Mensch hat die Stärke sich dagegen aufzubäumen und zu kämpfen.Kommen noch Krankheit und Behinderung dazu ist es leider meistens zum Scheitern verurteilt.Leider gibt es bei Selbstmorden nicht immer Informationen die auf die Beweggründe schliessen lassen,aber wir meinen zu Wissen das generell Hartz IV und die sich stark ausbreitende Armut in unseren Land zu einem großen Teil zwingend dazu beiträgt.Den all diese Menschen die den Gedanken an Selbstmord in die Tat umsetzen haben doch eines gemeinsam,das Ihr Leben nicht mehr lebenswert ist! - Untersuchungen aus den USA zeigen, daß Arbeitslosigkeit sowohl physisch als auch psychisch zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit führt. Vermehrte Herzkrankheiten, Alkoholismus und sogar Selbstmord sind nur einige Beispiele.Hilflosigkeit, ein Gefühl von Wertlosigkeit, der Verlust jeder Struktur: Arbeitslosigkeit kann den Weg in die Depression ebnen,und zu Möglichen Beenden eines Lebens führen http://www.alg2-hartz4.de/suizid.html

  6. Autor Lutz Markert
    am 04. November 2007
    6.

    Ich bin auch für die ersatzlose Streichung von Alg II....es würden Arbeitsplätze bei Polizei, Wachdienste, Gefängnissen und beim Bau enstehen. Die Frage ist nur ob der verblödete Michel aufwacht, wenn plötzlich 8 Mio auf der Straße fürs Überleben das Notwendigste zusammen rauben.

  7. Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein.