Beantwortet
Autor Tilman Kluge am 17. Oktober 2011
8857 Leser · 201 Stimmen (-24 / +177) · 18 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Naturwissenschaftlichen Unfug verbreiten – Aufgabe der Politik?

Hallo Frau Dr. Merkel,

zunehmend wird von führenden Politikern dieses Landes (incl. Mitgliedern des Bundeskabinetts) naturwissenschaftlich hanebüchener Unfug verbreitet. Auch Sie haben sich als promovierte Naturwissenschaftlerin insoweit schon aufs Kreuz legen lassen.

Denn Sie haben von CO2-freien Städten fabuliert und sogar angeblich eine besucht. Haben Sie das etwa selbst geglaubt? Warum wurde mit Ihrer Zustimmung solcher Unsinn verbreitet?

Warum hat Frau Dr. Schavan als Bundesbildungsministerin (!) ebenso CO2-freie Städte propagiert?

Die CDU KV Düren filibustiert einem Antrag für einen Parteitag über CO2-freie Energieträger, als ob es die nicht schon seither (Benzin, Erdöl,....) gäbe.

Aus dem Umweltbundesamt kommt der Ruf nach der „kohlenstofffreien Energiewirtschaft“. Kein triftiger Grund dafür kann sein, daß das österreichische Umweltbundesamt adaequat von einer „kohlenstoffreien Gesellschaft“ träumt.

Warum spricht die Bundeslandwirtschaftsministerin (dto. ihr Vorgänger Seehofer) von „genfreiem Saatgut“ und erweist so durch Stigmatisierung des „Gens“ per se der anzustrebenen Sachlichkeit der Debatte pro oder contra GenTech einen Bärendienst?

Wie kommt es, daß Ihre Regierung einen Nachhaltigkeitsberichtsentwurf (2012) verbschiedet, der „Luftemissionen“ als wesentliche Gefahr für die Umwelt darstellt? Wer hat das, so geschehen, fachlich redigiert?

Merken Sie nicht, daß diese Akkumulation begriffsethischer Entgleisungen politisch unverantwortlich ist und Allgemeinbildung eklatant konterkariert? Es gibt zu viele Menschen, die den beschriebenen strereotypen Unsinn glauben (schlimm genug), ihn aber auch noch, Chaostheorien zum praktischen Nachweis verhelfend, multiplizieren.

Dennoch bleiben Sie, angesichts dessen Goethes „Zauberlehrling“ ignorierend, dennoch eine richtlinienkompetente Erklärung schuldig. Wer und wo ist denn letztendlich der große Hexenmeister, der wieder für Ordnung sorgen könnte? Dieser Missing Link muß dringend installiert werden.

+153

Über diesen Beitrag kann nicht mehr abgestimmt werden, da er bereits beantwortet wurde.

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 04. November 2011
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Kluge,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Mit unserer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie haben wir uns das Ziel gesetzt, eine ausgewogene und gerechte Balance zwischen den Bedürfnissen der heutigen Generation und den Lebensperspektiven künftiger Generationen zu erreichen. Niemand kann heute die Entwicklung unserer Gesellschaft bis 2050 voraussagen. Einige wichtige Trends – oft auch „Megatrends“ genannt – zeichnen sich aber ab und zeigen die großen Herausforderungen, vor denen wir stehen.

So wächst die Weltbevölkerung in einem hohen Tempo. Gerade in den letzten Tagen haben wir die 7 Milliarden überschritten. Gleichzeitig wächst die Nachfrage an Rohstoffen und Energie, auch als Folge veränderter Konsum- und Lebensstile. Eine weitere absehbare Entwicklung ist, dass der Klimawandel sich fortsetzt. Selbst bei einer Begrenzung des Temperaturanstiegs auf zwei Grad gegenüber vorindustriellen Zeiten ist mit gravierenden Auswirkungen auf einzelne Regionen der Welt zu rechnen. Mehr als je zuvor ist die Menschheit deshalb gefordert, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren und sich gleichzeitig an die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels anzupassen.

Dass wir Maßnahmen gegen den drohenden Klimawandel ergreifen müssen, stellt heute niemand mehr in Zweifel. Dafür gibt es unterschiedliche begrüßenswerte Initiativen. So haben sich viele Städte in Klimabündnissen zusammengeschlossen oder wetteifern um vordere Plätze auf Listen klimafreundlicher Städte. Zum Beispiel im Klima-Bündnis der europäischen Städte mit 1500 Mitgliedsstädten. Ziel ist es, den Energieverbrauch so stark wie möglich zu minimieren und dabei die CO2-Emissionen bis 2050 gegen Null zu bringen, zumindest aber eine CO2-Neutralität zu erreichen. In Deutschland hat sich neben anderen Städten und Regionen zum Beispiel Aachen zum Ziel gesetzt, eine CO2-freie Stadt zu werden. Aber auch einzelne Unternehmen konkurrieren im Klimaschutz miteinander, zum Beispiel in der Initiative „Klimaschutz-Unternehmen“.

Was die Luftemissionen betrifft, so ist dies eine allgemein gebräuchliche Bezeichnung. Sie steht für alle Schadstoffe, die an die Umwelt – und speziell in die Luft – abgegeben werden: Emissionen durch den Verkehr, die Energieerzeugung, Industrieprozesse, die Landwirtschaft, und viele andere Aktivitäten. Sie entstehen zum Beispiel bei der Verbrennung von Steinkohle-Koks, Erdgas und Erdöl. Das verursacht hauptsächlich Kohlendioxid- Emissionen (CO2). Außerdem entstehen weitere Luftschadstoffe wie Methan (CH4) Stickoxide (NOX), Schwefeldioxide (SOX) oder leichtflüchtige organische Verbindungen.

Das Umweltbundesamt gibt dazu regelmäßig Informationen zu den verschiedenen Schadstoffen heraus. Auch hier gilt das Bestreben, die Emissionen weitgehend zu verringern, um die Umwelt und unsere Gesundheit zu schützen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (18)Schließen

  1. Autor Bernd Pfeiffer
    am 17. Oktober 2011
    1.

    Diese Gesellschaftsform ist so aufgebaut,dass immer erst um jede Sache die schlimmsten Erwartungen prognostiziert werden.Dann wird in einem unglaublichem Aufweichungsstil,das Eine oder Andere selbst in Zweifel gestellt.Diese Taktik wird nicht überall erkannt und die Menschen freuen sich über jede kleine Entlastung der vorausgesagten Katastrophen ,ohne zu erkennen,dass die eigentlichen Ursachen falsch waren.
    So wird es keinen Zauberlehrlich nach Goethe geben und wir werden weiter von Menschen gelenkt ,die fachlich keine Aussagen treffen können,oder kann eine Busfahrer morgen auch Pilot sein?

  2. Autor Tilman Kluge
    am 18. Oktober 2011
    2.

    Mir reicht es, wenn sich die Frage zwingend stellt, wie (hier naturwissenschaftliches) Unwissen Teil politischer Aussagen sein kann, ohne daß die Un-Wissenden merken, daß sie Ver(w)irrung im Volke stiften. Und so ver(w)irrt, wie so mancher Zeitgenosse im Volke ist, braucht man mehr als normale Informationskunst, um wieder für Entwirrung zu sorgen, so daß es tatsächlich im Sinne von Goethe des großen Hexenmeisters bedarf. Die Geschichte dieses Landes lehrt, daß diesem Problem mit sehr viel Vorsicht begegnet werden muß, damit Unwissen in grundlegenden Dingen, wozu Naturwissenschaften gehören,

    ● nicht durch noch mehr und synchronisiertes Unwissen,
    sondern

    ● durch eine in einer Demokratie staatstragende vermehrte
    Fähigkeit im Volke zum differenzierten Denken

    substituiert wird.

  3. Autor J. Blattschuss
    am 19. Oktober 2011
    3.

    ... wie lautet jetzt eigentlich die Frage an die Frau Merkel bzw. Bundespresseamt?

  4. Autor Tilman Kluge
    am 19. Oktober 2011
    4.

    @ Jörg Blattschuss 19.10. 09:36

    >> ... wie lautet jetzt eigentlich die Frage an die Frau
    >> Merkel bzw. Bundespresseamt?

    Das können Sie im Beitrag nachlesen, leider kann man die Fragezeichen nicht in Fettdruck formatieren. Zur Hilfestellung folgendes:

    Die Zusammenfassung der Fragestellung an Frau Dr. Merkel finden Sie in den letzten beiden Absätzen in den Sätzen, hinter denen jeweils ein Fragezeichen steht.

    Diese Fragestellung ergibt sich aus den in vorhergehenden Absätzen in gleicher Form wie v.g. beschrieben gestellten Fragen. Daß man mehr als nur eine Frage stellen kann und daß es somit nicht immer nur "die Frage" gibt, wissen Sie selber. ;-)

  5. Autor J. Blattschuss
    am 20. Oktober 2011
    5.

    Vielen Dank! Ich fasse dann zusammen:
    Haben Sie das etwa selbst geglaubt?
    Warum wurde mit Ihrer Zustimmung solcher Unsinn verbreitet?
    Warum hat Frau Dr. Schavan als Bundesbildungsministerin (!) ebenso CO2-freie Städte propagiert?
    Warum spricht die Bundeslandwirtschaftsministerin (dto. ihr Vorgänger Seehofer) von „genfreiem Saatgut“ und erweist so durch Stigmatisierung des „Gens“ per se der anzustrebenen Sachlichkeit der Debatte pro oder contra GenTech einen Bärendienst?
    Wie kommt es, daß Ihre Regierung einen Nachhaltigkeitsberichtsentwurf (2012) verbschiedet, der „Luftemissionen“ als wesentliche Gefahr für die Umwelt darstellt?
    Wer hat das, so geschehen, fachlich redigiert?
    Merken Sie nicht, daß diese Akkumulation begriffsethischer Entgleisungen politisch unverantwortlich ist und Allgemeinbildung eklatant konterkariert?
    Wer und wo ist denn letztendlich der große Hexenmeister, der wieder für Ordnung sorgen könnte?

    Ich freu mich schon auf die Antwort!

  6. Autor Tilman Kluge
    am 21. Oktober 2011
    6.

    @ Jörg Blattschuss 20.10

    Das ist ja richtzig lierbenswürdig von Ihnen, wie Sie meinen, eine Frage besser setellen zu können, nur was sollen die Leute im Bundespresseamt mit der Frage "Haben Sie das etwa selbst geglaubt?" anfangen?
    Vielleicht üben Sie zuerst bei Ihren eigenen Werken ...

    Ihnen wird Ihnen nicht neu sein, daß das Bundepresseamt zum Teil Fragen beantwortet, die gar nicht gestellt wurden, um sich vor Unbequemlichkeiten hinsichtlich tatsächlicher Fragen zu drücken. Da kann man dann den Raum für Text schon nutzen, um eine Sache etwas genauer zu schildern, so wie Sie es wie v.g. und ich es tun.

  7. Autor Tilman Kluge
    am 22. Oktober 2011
    7.

    Es mag auch sein, daß innerhalb Ihrer Fraktion ein wenig Nachhilfeuntericht in Sachen Naturwissenschaften nicht schaden könnte.
    So liest man vom energiepolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Dr. Georg Nüßlein, in einem Statement v. Donnerstag, 15. Juli 2010 die Aussage "....Stromspeicher - für eine CO2-freie Welt von Morgen".

  8. Autor Dietmar Sprenger
    am 23. Oktober 2011
    8.

    Erfahrungsgemäß wird sich das Bundespresseamt hier ein bis zwei bequeme fragen herraus suchen, und den Rest unbeantwortet lassen.

    Vermutlich werden auch die Antworten die gegeben werden die wirklichen fragen nicht beantworten.

  9. Autor Gunther G.
    am 23. Oktober 2011
    9.

    Werter Herr Tilman Kluge,
    den Hinweis von Herrn Blattschuss: Wie lautet jetzt eigentlich die Frage an die Frau Merkel, bzw. Bundespresseamt, ist völlig richtig und legitim. Sie heißen nicht nur Kluge, Sie sind auch klug, deshalb verstehe ich nicht, wie Sie mit der Kritik zu Ihrem Beitrag, so unangemessen reagieren können. Ich zitiere Sie vom 21. Oktober 2011: Das ist ja richtzig lierbenswürdig von Ihnen, wie Sie meinen, eine Frage besser setellen zu können…
    Ihre Wortmeldungen auf www.direktzu habe ich vollständig gelesen. Nun bin ich neugierig geworden und habe gegoogelt. Auf Ihrer Plattform formulieren Sie Folgendes:
    Dieser Mensch fühlt sich der deutschen Sprache liebevoll verbunden.
    Dieser Mensch verwendet aus Überzeugung die traditionelle deutsche Rechtschreibung.
    Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Tilman_Kluge#Autor_...
    In Ihren Beiträgen vermisse ich diese Verbundenheit zur deutschen Sprache. Eine traditionelle deutsche Rechtschreibung hat ebenfalls umfangreiche Regeln, in Orthografie, Grammatik und Ausdruck. Beim Lesen Ihrer Beiträge komme ich zur Überzeugung, dass ich eindeutig die neue deutsche Rechtschreibung bevorzuge.

  10. Autor J. Blattschuss
    am 24. Oktober 2011
    10.

    .. Tippfehler sind menschlich! Ich glaube das passiert uns allen. Ichwollte den Herrn Kluge auch nicht seine Klugheit absprechen. Nur habe ich eindeutig seine Frage(n) nicht verstanden. Ich will ja nicht so gemein sein und dem Herrn Kluge unterstellen, das er Frau Merkel als "dumm" bezeichnet ...

  11. Autor Tilman Kluge
    am 24. Oktober 2011
    11.

    @ Gunther Gräfe 23. Oktober

    Wenn ich kritisiere, daß Herr Blattschuss meint, seine Frageversion "Haben Sie das etwa selbst geglaubt?" ohne Bezug (was ist "das"?) sei korrekt, dann ist das falsch. Da ist und bleibt falsch unabhängig davon, welche Rechtschreibung Anwendung findet.

    Ihre übigen Aussagen hinsichtlich der deutschen Sprache und Rechtschreibung verstehe ich zumindest dahingehend nicht, als
    ● sich zum einen an dem beschriebenen naturwissenschaftlichen Unfug als Gegenstand der Fagen an Frau Dr Merkel nichts ändert und zum anderen,
    ● soweit ich das als Kritik an meiner angeblichen Verbundenheit zur
    deutschen Sprache.auffassen sollte, SIe leider keine semantisch oder anderweitig auf Ihre Anmerkungen zutreffenden kritisierenswerten Beispiele genannt haben.

    Welche Rechtschreibung, die alte oder die neue, in diesem Dialogforum Anwendung finden mag oder soll, ist nicht vorgeschrieben. Insoweit hat diese Erörterung zur deutschen Sprache bei aller Liebe zur Orthographie oder Tippfehlerfür für die Beantwortung meiner Frage an Frau Merkel nur marginale Bedeutung.
    Aber, um auch das bilanzmäßig in Ordnung zu bekommen, das tippfehlerbedingte "e" zuviel in "setellen" meinerseits war jenes, das Herrn Blattschuss seinerseits im letztem Satz.fehlte. Alles findet sich irgendwo wieder.

    Da das Dialogforum keine Postings an Teilnehmer zuläßt, sondern zu Off-Topic-Kommentaren führt, können Sie stattdessen gerne Ihre o.g. Ausführungen auf y@igsz.eu konkretisieren.

  12. Autor Tilman Kluge
    am 24. Oktober 2011
    12.

    @ Dietmar Sprenger am 23. Oktober

    Daß sich das Bundespresseamt hier erfahrungsgemäß ein bis
    zwei bequeme fragen heraussuchen, und den Rest
    unbeantwortet lassen wird, kann man so nicht sagen. Aber daß oft die "Antworten" die gegeben werden die wirklichen Fragen nicht beantworten, ist hingegen nachweislich Fakt (so erst kürzlich beim Thema Windenergie geschehen).

  13. Autor Tilman Kluge
    am 24. Oktober 2011
    13.

    @ Jörg Blattschuss um 14:23
    >>Ich will ja nicht so gemein sein und dem Herrn
    >>Kluge unterstellen, das er Frau Merkel als "dumm"
    >>bezeichnet ...

    Wie könnte ich!?

    Aber sicherheitshalber habe ich die Sache ja hinsichtlich der Akteure "gestreut".

  14. Autor Tilman Kluge
    am 25. Oktober 2011
    14.

    Man teilt mir inzwischen seitens des Hesssichen Energiegipfels mit, mit „Luftemissionen“ sei die „Emission luftgetragener Schadstoffe“ gemeint.
    Wenn man mit „Luftemissionen“ die „Emission luftgetragener Schadstoffe“ meint, dann muß man es auch so schreiben, denn es gibt keine Notwendigkeit, dies nicht zu tun.
    Es kann nicht sein, daß man als Leser unter einem klaren Begriff „Luftemissionen“ je nach semantischem Umfeld etwas Bestimmtes anderes als das Gesagte zu verstehen hat, denn auch Sie werden nicht in Zweifel ziehen, daß es auch „Luftemissionen“ per se gibt (selbst wenn sie sich in einschlägigen Fällen oft als marginal herausstellt). Wenn man „CO2-Emissionen“ schriebe, käme ja auch keiner auf die Idee, darunter „Emission CO2-getragener Schadstoffe“ zu verstehen. Schriebe man z.B. „Stickstoff-Emissionen“, verstünde darunter kaum jemand „Emission N2-getragener Schadstoffe“, zumal mit „Stickstoff-Emissionen“ in der weit überwiegenden Zahl der Fälle weitergehend volksverwirrend gar keine „N2-Emissionen“ gemeint sind, sondern „NXOY-Emissionen“ (und andere gasförmige N-Verbindungen). Das wäre genau so, als sagte jemand, in der Suppe sei zu viel Natrium, um damit zu meinen, die Suppe sei versalzen (NatriumChlorid).
    Daß Sprachklittereien dieser Art in politischen Aussagen mit naturwissenschaftlich relevanten Inhalten politisch auch noch befürwortet werden, spricht Bände.

  15. Autor Richard Rosenstolz
    am 25. Oktober 2011
    15.

    tut mir leid. ich verstehe die Frage auch nicht. Ich glaube das (gerade) Politiker ihre Antworten so fassen sollten, das die "normalen" Bürger auch verstehen worum es geht. Schlimm, wenn die Fragen genau so sind, wie die Antworten der Politiker. Und wenn die Suppe versalzen ist, ist die Suppe versalzen. Wer sagt bitte in der Suppe ist zuviel Natrion? Der Vergleich hinkt. Und wer von uns 99,99% Sterblichen kennt den Unterschied von "Luftemissionen“ und „Emission luftgetragener Schadstoffe“? Wenn es einen gibt? Und wenn ich ehrlich bin, CO2-Emissionen hab ich schon gehört und kann etwas damit anfangen. Aber Emission CO2-getragener Schadstoffe ...?

  16. Autor Tilman Kluge
    am 25. Oktober 2011
    16.

    @ Richard Rheinschau um 17:08

    ....nochmal 2 Beispiele wie v.g.:
    .
    A Luft
    .
    Wie sagt man zur Emission von Luft?
    "Luftemission", oder?
    .
    Wie sagt man zur Emission von Schadtoffen in die Luft?
    "Schadstoffemission", oder?
    .
    Warum sagt dann die Bundesregierung zu Schadstoffemissionen "Luftemissionen"?
    Das kann und will selbst die Bundesregierung nicht erklären.
    .
    B Stickstoff
    .
    Genauso ist das mit der Emission von harmlosem Stickstoff. Wie sagt man dazu?
    "Stickstoffemission", oder?
    .
    Wie sagt man zu einer Emission von Stickoxid (immerhin eine der Ursachen von "saurem Regen")?
    "Stickoxidemission", oder?
    .
    Warum werden dann Emisionen von Stickoxid fast immer "Stickstoffemissionen" genannt?
    Das können diejenigen, die so etwas (falsches) sagen, in der Regel auch nicht erklären.
    .
    Die anderen Dinge (Natrium etc.) waren nur Beispiele für verwirrende Aussagen. Denn z.B. statt "Kochsalz" "Natrium" zu sagen (obwohl Natrium im Kocsalz drin ist), ist der gleiche Blödsinn, als wenn man zu "Schadstofemissionen" "Luftemissionen" sagt.

  17. Autor Richard Rosenstolz
    am 26. Oktober 2011
    17.

    ... vielen dank Herr Kluge. Ich überlege gerade noch mal in meinem hohen Alter ein Studium aufzunehmen. Aber um noch mal auf den Punkt zu kommen. Wie war doch gleich Ihre Frage an Frau Merkel? Aber im Ernst. Ich glaube es beschäftigt Sie persönlich sehr, das nur acht Biologen, sieben Mathematiker, vier Physiker, zwei Chemiker sowie ein Geologe sich im Plenum tummeln? http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2011/03/wissensc...

  18. Autor Tilman Kluge
    am 26. Oktober 2011
    18.

    @r Richard Rheinschau 26.10. 10:53
    .
    >>Aber im Ernst. Ich glaube es beschäftigt Sie
    >> persönlich sehr, das nur acht Biologen, sieben
    >>Mathematiker, vier Physiker, zwei Chemiker
    >>sowie ein Geologe sich im Plenum tummeln?
    .
    Fast korrekt!
    .
    Der eingangs gestellten Frage zufolge beschäftigt es mich nicht so sehr, daß (!) sich im Plenum nur acht Biologen, sieben
    Mathematiker, vier Physiker, zwei Chemiker sowie ein Geologe tummeln, sondern wie (!) sich die Herrschaften samt übrigen Volksvertretern tummeln, ohne (die Exekutive kontrollierend) denjenigen Leuten Einhalt zu gebieten, die, wie ebenfalls eingangs in der Frage beschrieben, das Volk verdummen.
    .
    Um es noch einmal zusammenzufassen, es geht nicht primär darum, daß von den in der Frage genannten Personen dummes Zeug geredet wird, sondern daß diese Personen das angesichts dessen tun, daß das dumme Zeug von vielen Bürgern für bare Münze genommen wird.

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