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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Abstimmungszeit beendet
Autor Miriam Müller am 01. November 2017
2106 Leser · 0 Kommentare

Soziales

Therapienotstand: Wer möchte in Zukunft diese Arbeit tun?

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

ich möchte hier für alle Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten, Podologen, Motopäden und Masseure sprechen und Ihnen eine Frage stellen:

Was sind Ihre nächsten Schritte, damit es endlich eine leistungsgerechte Bezahlung für uns Heilmittelerbringer geben wird?

Ich bin seit 15 Jahren als Physiotherapeutin tätig, mein Mann als Logopäde. Wir haben unsere Ausbildungen selbst finanzieren und bereits mehrere Tausend Euro in Weiterbildungen investieren müssen. Eine Ende ist nicht abzusehen.

Doch diese Qualifikation spiegelt sich in unserem Verdienst in KEINSTER Weise wider!

Wir haben zwei kleine Kinder. Mein Ehemann arbeitet Vollzeit. Ich muss 30h arbeiten, damit wir über die Runden kommen. Größere Ausgaben sind überhaupt nicht möglich.

Ich spreche hier aber für alle, die täglich unter grösster körperlicher, geistiger und emotionaler Anstrengung und meist unter starkem Zeitdruck eine hochqualifizierte Arbeit am Menschen leisten.
Wann wird dies endlich finanziell honoriert?

Eine Akademisierung der Therapieberufe Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie etc. ist längst überfällig (und im europäischen Ausland schon lange Realität).
Doch was nutzt das, wenn bei diesen abschreckenden Gehaltsaussichten immer weniger junge Menschen solch einen nichtärztlichen Gesundheitsberuf überhaupt erlernen möchten? Es droht ein enormer Fachkräftmangel! Auch, weil so viele es sich nicht länger antun wollen, unter diesen Bedingen zu arbeiten.

Deshalb interessiert mich, ob und wie Sie sich in Verhandlungen mit den Krankenkassen für uns einsetzen werden.

Mit besten Grüße,
Miriam Müller