Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

Wir danken Ihnen für Ihre rege Teilnahme auf www.direktzurkanzlerin.de.

Ihr Moderationsteam

Abstimmungszeit beendet
Autor Jerko Usmiani am 17. März 2011
11666 Leser · 11 Kommentare

Wirtschaft

Warum wir ohne Atomkraft für die nächsten geschätzten 15 - 20 Jahre nicht auskommen

Werte Frau Kanzlerin,

warum fällt es Ihnen so schwer, uns deutschen Bildungsbürgern mal klar zu machen, dass wir derzeit ohne Atomstrom nicht zurecht kämen?

Bei einer so unnachvollziehbaren Technologie ist das sicher nicht einfach. Aber rechnen Sie uns Bürgern doch bitte mal vor, was der sofortige Ausstieg jeden einzelnen Stromkonsumenten ca. kosten würde.

Wir Deutschen kaufen bei "Geiz ist geil", anstatt darüber nachzudenken, ob diese Firmen noch anständige Gehälter bezahlen. Mit dem Strom schaut es nicht anders aus.

Frau Kanzlerin:

Warum waren Sie nicht verwundert, dass ca. 80% der Deutschen den sofortigen Atomausstieg befürworten?

Weil wir Deutschen halt alles gerne hätten, aber nicht selbst dafür eintreten wollen. Von "Verzicht" kann erst Recht keine Rede sein. Und dann die "Verantwortung" dafür zu übernehmen, ist leider auch nicht gerade unser Ding.

Meine Frage an Sie ist letzlich allein die:

Werden Sie den deutschen Bundesbürgern am Ende aller Tage fair und nachvollziehbar erläutern, warum wir ohne Atomkraft für die nächsten geschätzten 15-20 Jahre nicht auskommen werden?

Das wäre fair, denn wir Deutschen sind schlicht zu dumm und dabei auch noch zu "wohlhabend". Und genau dieses "Wohlhabend" schützt uns vermeintlich vor Vielem.

Anhand der Katastrophe in Japan werden einige wenige vielleicht verstehen, dass sich da fundamental etwas geändert hat.

Kommentare (11)Schließen

  1. Autor Bernd Pfeiffer
    am 18. März 2011
    1.

    Es wird ständig mit der Erhöhung des Strompreises bei größerem Einsatz Erneuerbarer Energien gedroht,eine Abschaltung der AKW in Stufen mit gleichzeitigem Ersatz durch EE,wäre aber machbar.Wer kontrolliert eigendlich den Bedarf an Elektroenergie,in den Fersehsendungen der letzten Zeit wir von derzeit 80 Megawatt bei einer Produktion von ca.130 MW ausgegangen.Ist es wirklich wichtiger den Konzernen den Rest von ca 50MW exportieren zu lassen,oder AKW stillzulegen und Gefahrenstellen zu entfernen.

  2. Autor Jerko Usmiani
    am 22. März 2011
    2.

    Hallo Herr Pfeiffer,

    allein die Stromproduktion der Stand Ende 2010 produzierenden Windkraftwerke betrug: 27.214 MW. Oder auch ca. 27 tausend MW.

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Windenergie

    Im Vergleich dazu benannten Sie 130 MW als die Gesamterzeugung der deutschen AKW. Und davon werden dann auch noch 50 MW offenbar exportiert.

    Kann ich so anhand der Fakten leider nicht wirklich nachvollziehen :-(

    Bitte seien Sie doch so freundlich und betreiben Sie künftig mehr Recherche, bevor Sie in dieser sensiblen Sache falsche Fakten veröffentlichen.

    Vielen Dank bereits im Voraus

  3. Autor Peter Laurent Gellings
    am 22. März 2011
    3.

    Sehr geehrter Usmiani.
    Ihre Zahlen stimmen, Sie vergessen dabei aber wesentliche Punkte.
    Bei der Entsorgung der radioaktiven Abfälle wird dem Steuerzahler frech in den Geldbeutel gegriffen, sogar sehr frech.
    Aktiengesellschaften müssen Geld verdienen, jeh mehr desto besser.
    Wir exportieren Strom, dass wollen sich diese nicht nehmen lassen, aber diese verdrücken sich wenn es Ernst wird.
    Beim Bau der Atomkraftwerke zahlen in erster Limie die Steuerzahler, den Nutzen haben die Energieversorger.
    Der Gesamtgewinn für die Energieversorger ist also enorm hoch.
    Was wollen Sie also für ein paar Cent weniger, verstrahlte Flächen, unbewohnbare Gebiete, Tote Menschen, teiweise durch mangelnde Warteungsarbeiten, ... es kostet ja Geld!!!
    Ich empfehle Ihnen ein Buch über Tschernobyl zu lesen, vielleicht wird Ihnen dann klar, über was wir hier eigentlich reden!
    Wir leben seit Jahrzehnten mit der Atombomge, nichts passierte.
    Was aber passiert wenn man diese Enegie in private Hände gibt sieht man allein an den dutzenden von Störfällen und wieviel verstrahlten und extrem leidenden Menschen, ...100.000!?
    Tschernobyl war nur ein Testlauf der von einem kranken Menschen an die Grenze getrieben worden ist, einer wohlgemerkt, wollen Sie das wieder riskieren?
    Atomenergie gehört nicht auf die Erde und auch nicht in private Hände, dass ist meine Meinung, stehe ich da allein???
    Die geplanten Ausgaben für regenerativen Energien sind wegen der Laufzeitverlängerung auf EIS gelegt worden!!!
    Alternativen Naturenergien gibt es genug, ich kenne schon 7.
    Holen Sie sich Strom aus Österreich, die lehnen Atomktaft ab, alle Energie kommt aus Wasserkraft.

    Grüße Peter L. Gellings Maschinenbaukonstrukteur

  4. Autor Siegfried Edelhäuser
    am 29. März 2011
    4.

    Sehr geehrter Herr Usmiani,
    Wärend Sie von einem "wohlhabenden Volk" sprechen, wächst jedes dritte Kind in Deutschland unter armut auf.
    Fast 1 Millionen Menschen müssen zur Armenküche.
    Über 10 Millionen Menschen verdienen in einer Vollzeitbeschäftigung unter 830 €.
    Ostdeutsche Rentner erhalten weniger als 490€.
    Dies sind nur offizielle Zahlen.
    Bevor Sie von einem "wohlhabenden Volk" sprechen, bitte erst recherchieren.

  5. Autor Siegfried Edelhäuser
    am 29. März 2011
    5.

    Dann ihre Aussage das wir deutsche nicht selbst für Dinge eintreten wollen?
    Dies find ich nicht wirklich gerechtfertigt, jedem einzelnen Bürger gegenüber, der friedlich auf die Straße geht um friedlich zu Demonstrieren.
    Oder durften Sie schon mal in Deutschland z.B. an einem Volksentscheid teilhaben? Einem Volksentscheid wo der Bürger demokratisch seine Interesse vertreten kann?
    Und etwas über 23 Millionen Bürger in diesem Lande sind Ehrenamtlich tätig. Treten all diese Bürger nicht für etwas ein???

  6. Autor Siegfried Edelhäuser
    am 29. März 2011
    6.

    Und zu Atomausstieg Ja oder Nein?
    Ich denke dazu sollte man sich folgendes vor Augen führen.
    Um etwas günstig herstellen zu können, kommt es immer auf die Masse an.
    Dies soll heißen, stelle ich viele alternative Erzeugung von Strom her, um so günstiger wird es.
    Ein Reaktor wenn abgeschalten wird, ist immer noch für einen gewissen Jahreszeitraum aktiv, also Brennstäbe brauchen eine gewisse Zeit um ab zu kühlen.
    Ein Atomkraftwerk hat immer ein "gewisses Restrisiko".
    Dieses Restrisioko beinhaltet: Verstrahlung - Ausrottung - Vernichtung von allem Lebenden Flora-Fauna-Humanoide in einem riesigen Umfeld. Von den Krankheitsbildern gar nicht gesprochen.
    Dazu kommt noch, das man heute schon nicht mehr wirklich weiß, wohin mit dem Atommüll.
    So wird schon seit langer Zeit, Munition mit Atommüll hergestellt.
    Auch von einer deutschen Firma.
    Diese wurde schon Nachweislich im Jugoslawien Krieg sowie im Irak Krieg eingesetzt und in Afgahnistan.
    Dies sind noch nicht alle Punkte die ich gerne aufzählen würde,
    aber ich hoffe, ich habe Sie zum Nachdenken angeregt. Es ist wichtig, das wir viel mehr hinterfragen und nicht alles so hinnehmen wie es uns die Mainstream Medien erzählen.

    MfG

  7. Autor Jerko Usmiani
    Kommentar zu Kommentar 3 am 01. April 2011
    7.

    Hallo Herr Gellings,

    Ich bin mit der Kernkraft und deren potentiellen Gefahren weiß Gott auch nicht glücklich, zumal das sog. "Restrisiko" seit nunmehr ca. 25 Jahren (also seit Tschernobyl) schon Jedem hätte bewußt sein sollen.

    Selbstredend ist die potentielle Gegenfrage erlaubt: "Muss denn erst bei uns etwas passieren ?!"

    Natürlich bin ich kein Sicherheitsexperte für AKW´s. Dennoch geht die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Doppelschlag wie in Japan (Erdbeben der Stufe 9 zusammen mit einem Tsunami mit teils 10 Metern Höhe) unseren europäischen Kraftwerken nicht drohen kann.
    Auch gab es bislang noch keinen Angriff durch Terroristen. Aber natürlich kann man alle nur denkbaren Horroszenarien sozusagen "filmreif" zu einem Bündel schnüren und ...

    BUMM

    ... aber auch das ist dann egal, da sich die nukleare Strahlung leider nicht an Landesgrenzen hält. Solange der Rest Europas nicht mitmacht, würden wir mir unserem alleinigen Ausstieg letztlich nur uns selbst vor allem wirtschafltich schwächen.

    Ich bin ebenso wie Sie für einen Ausstieg aus dieser Technologie. Aber ich bitte darum, dass dieser Ausstieg realistisch in einem europäischen, wenn nicht sogar weltweitem Szenario betrachtet wird.

  8. Autor Jerko Usmiani
    Kommentar zu Kommentar 4 am 01. April 2011
    8.

    Hallo Frau Edelhäuser,

    bitte schauen Sie mal nach der Definition von "Armut" der UNO nach.
    Hier u.a nachzulesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Armut

    Wollen Sie wirklich einen ostdeutschen Rentner mit 490 € als "arm" darstellen ? Und ebenso die angeblich 10 Mio. Menschen, die bei einer Vollzeitbeschäftigung unter 830 € (brutto oder netto ?) verdienen ?

    Bitte bedenken Sie bei solchen Äusserungen, dass der Deutsche Sozialstaat - finanziert durch die Gemeinschaft aller Steuerzahler - gerade dies finanziell Schwachen unterstützt. Ihre Kundgaben hören sich ein wenig wie ein Protest gegen Harz IV an. Dabei wird gerne vergessen, dass noch die Wohnung, die Heizkosten, die defekte Waschmaschine u.s.w. auch von der Gemeinschaft der Steuerzahler übernommen werden.

    Liebe Frau Edelhäuser: Wenn Sie wirkliche Armut sehen wollen, bei der gottseidank aber immer noch keiner verhungert oder unterernährt ist, dann empfehle ich Ihnen einen Kurzurlaub in Marrokko.

    Ende Teil 1

  9. Autor Jerko Usmiani
    Kommentar zu Kommentar 5 am 01. April 2011
    9.

    Sehr geehrte Frau Edelhäuser,

    bitte bedenken Sie, dass es bei meinem Beitrag um die Atompolitik ging. Und nicht darum, ob und wieviele Menschen in Deutschland ehrenamtlich wofür auch immer tätig sind. Im Übrigen schätze ich das Ehrenamt sehr hoch und würde mir wünschen, dass vor allem viele Penionäre diesbezüglich mehr Chancen hätten.

    Was die Frage des Volksentscheides betrifft, die Sie angesprochen haben. Der Volksentscheid ist ein demokratisches Mittel insbesondere der Schweiz. Ein kleines Volk mit einem vordersten gemeinsamen Ziel: Förderung des wirtschaftlichen Wohlergehens aller Schweizer.

    Nebenbei ist die Schweiz eine Konsensdemokratie, während wir hierzulande leider inzwischen zu einer Konfliktdemokratie geworden sind. Der Mangel an Reflektionsfähigkeit vieler Deutscher und das Desinteresse politische Problematiken überhaupt ernsthaft nachvollziehen zu wollen tut leider sein Übriges dazu.

    Hätten wir hierzlande den Volksentscheid, dann würde bei der gerade aktuellen Frage der Abschaltung aller AKW ca. folgendes passieren:

    80% wären dafür.

    Würde die Frage gestellt werden, ob der Strom aber nicht teurer werden darf, wären auch ca. 80% dafür (dass der Strompreis eben durch die Abschaltung nicht steigen darf).

    Würden Sie mich nun verstehen, wenn ich sagte: Keiner von uns wollte für die Folgen seiner Entscheidungen einstehen ? Nicht anderes als das war in meiner Frage an die Kanzlerin gemeint.

  10. Autor Jerko Usmiani
    Kommentar zu Kommentar 6 am 01. April 2011
    10.

    Werte Frau Edelhäuser,

    natürlich wird nach den Gesetzen der Wirtschaft grundsätzlich alles preiswerter je höher die Stückzahl der produzierten Einheiten pro innovationstechnologischer Investition ausfällt.

    Deshalb kosten LED-Flatscreens heute erheblich weniger als noch vor zwei Jahren Computer bekommen sie so günstig, wie kaum je zuvor.

    Abder genau Ihrer Argumentation folgend, werden deshalb auch so viele neue AKW´s weltweit gebaut. Denn je mehr bislang hergestellt wurden, desto günstiger wird das Einzelne für den Käufer.

    Das Gleiche gilt natürlich aber auch für Solarzellen, Windkraftanlagen und Biogaserzeugung.

    Sie arbeiten vermutlich ehrenamtlich.

    Daher meine Bitte an Sie: Machen Sie den Menschen in Ihrem persönlichen Umkreis begreiflich, dass zur Abschaltung der AKW eine erhebliche Menge an neuen Überland-Stromtrassen erforderlich wäre und dass es da auch keinen "Volksentscheid" gegen geben darf.
    Auch dürfte nicht mehr jeder gegen ein Windkraftwerk z.B,. mit dem Argument der "Verschandelung der Landschaft" klagen können. Und auch z.B. Molchpopulationen müssten hinter dem Gemeininteresse ökologischer Energieerzeugung zurücktreten.

    Wenn wir nun endlich vielleicht die Wahl zwischen der atomaren "Pest" und einer sauberen Energieversorgung haben, dann sollten wir diese bitte nicht durch die "Cholera" eines Volksentscheides wieder verseuchen. Denn uns Deutschen ist unsere unmittelbare Umgebung leider stets wichtiger als das Gemeinwohl. Und das unterscheidet uns ganz massiv von den Schweizern.

  11. Autor Siegfried Edelhäuser
    am 01. April 2011
    11.

    Werter Herr Usmiani,

    das ich an ihrem eigentlichen Thema vorbei geredet habe...
    und auf äußerungen ihrerseits geantwortet habe...
    dafür entschuldige ich mich hiermit...

    Doch sehe ich auch...das es einiger Aufklärung bedarf.
    Dies meine ich Beiderseits.
    Da dies nicht der angebrachte Ort dafür ist gebe ich ihnen meine
    e-mail. würde mich freuen wenn sie mich kontaktieren
    damit wir gemeinsam auf einer vernünftigen Basis (eventuell) voneinander lernen können.

    Übrigens bin ich männlichen geschlechts.

    MfG

  12. Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein.