Beantwortet
Autor Norbert Nicklich am 23. September 2011
5801 Leser · 184 Stimmen (-19 / +165) · 3 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Was kostet der Papst?

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

ich habe natürlich die Bilder von der "bewegenden" Messe des Papst im Olympiastadion gesehen. Die jubelnden Menschen und den Auftritt vom Papst im Bundestag. (Das ist ein anderes Thema).

Was ich auch gesehen habe, die nicht zu zählenden Polizisten und Einsatzwagen, die Absperrungen und Einschränkungen für Anwohnern und Pendlern.

Der (für mich zu sehende) Einsatz und die Kosten für den kurzen Besuch des Staatsoberhaupts des Vatikan sahen nach mehr Aufwand aus, als für den Besuch eines US-amerikanischen Präsidenten.

Meine Frage:

Wie teuer ist der Besuch des Papst in Deutschland? Aus welchem Buget wird das bezahlt? Hat die kataholische Kirche irgendwelche Kosten übernommen?

Mit freundlichen Grüßen

+146

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Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 25. Oktober 2011
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Nicklich,

vielen Dank für Ihre Mail, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Papst Benedikt XVI. stattete auf Einladung von Bundespräsident Wulff Deutschland im September einen offiziellen Besuch ab. Die deutsche Seite trug deshalb die Kosten für den offiziellen Teil des Programms am 22. September 2011. Da die endgültige Abrechnung noch aussteht, können wir Ihnen allerdings nur geschätzte Zahlen nennen.

An Ausgaben für protokollarische Zwecke fielen danach 250.000 Euro an, während die Ausgaben für Medienbetreuung mit 1 Million Euro zu Buche schlugen. Eine Kostenübersicht der Maßnahmen, die der Sicherheit des Gastes dienten, liegt noch nicht vor.

Im Übrigen trägt – wie Sie vermutlich wissen – die Kosten der pastoralen Teile des Besuches die Katholische Kirche selbst.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

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  1. Autor Gunther G.
    am 26. September 2011
    1.

    Sehe und höre ich die Jubelgesänge Hundertausender Deutscher beim Papstbesuch, dann denke ich an:
    Die Aufbringung von Millionen Euro für den Schutz des Papstes Joseph Ratzinger. Es waren 5800 Polizisten in Deutschland im Einsatz. Nur eine Zahl von vielen Zahlen die Unsummen verschlangen.
    Ich denke ich an die fehlenden Millionen Euro, für die Hungernden und die Obdachlosen, in Deutschland und der Welt.
    Ich denke an fehlende Gelder für die Erneuerung und Instandhaltung von Schulen, Kindergärten und Krippen. Ich denke an die fehlenden Gelder in Kunst und Kultur.
    Ich denke an die Aussage des Chefideologen Joseph Ratzinger im ARD-Magazin vom 03.03.2005. Er sah sich mit der Inquisition früherer Jahrhunderte in einer kontinuierlichen Linie. Der einzige Unterschied: Heute bediene man sich anderer Methoden. Der jetzige Papst, Joseph Ratzinger, damals in den Medien als „moderner Großinquisitor“ tituliert, wertete die Folter und Verhöre der Inquisition des Mittelalters als Fortschritt an. Wörtlich formulierte er: „Großinquisitor ist eine historische Einordnung, irgendwo stehen wir in der Kontinuität. Aber wir versuchen heut‘ das, was nach damaligen Methoden, zum Teil kritisierbar, gemacht worden ist, jetzt aus unserem Rechtsbewusstsein zu machen. Aber man muss doch sagen, dass Inquisition der Fortschritt war, dass nichts mehr verurteilt werden durfte ohne Inquisition, dass Untersuchungen stattfinden mussten.
    Ich denke in diesem Zusammenhang an die Gefolterten, Misshandelten und Terrorisierten. Ich denke an die Diskriminierten und Ausgegrenzten. Ich denke an die bis zu 10 Millionen Toten durch die Inquisition. Ich denke an die Millionen Toten durch die Zwangschristianisierung.
    Ich denke an das kirchliche Verbot von Schwangerschaftsverhütung und –Abbruch. Ich denke an die Sexual- und Kondompolitik des Papstes, an die Verhinderung wirksamer HIV-Prävention. Ich denke an die unumstößlichen Grundsätze von: Zölibat, Frauenpriestertum, Demokratisierung kirchlicher Ämter, Lockerung des Eheverständnisses.
    Was haben die Überzeugungen des Papstes mit unseren Wertvorstellungen, mit unserem Demokratieverständnis zu tun?
    Gunther Gräfe

  2. Autor Gunther G.
    am 26. September 2011
    2.

    Der Papst, die Kirche und der schnöde Mammon:

    Deutschland spart, so und nicht anders sind die enormen Schulden in den Griff zu bekommen. Die Frage muss gestattet sein, welchen Beitrag leisten die Kirchen? Die Politiker fordern, dass beim Sparen, keine Tabus geben können. Alles muss auf den Tisch.
    Am 17. Oktober 2002, auf ARD-Panorama:
    Zwei Jahrhunderte liegt sie zurück: Die Säkularisation, also die Trennung von Kirche und Staat. Die Kommunen zahlen dafür immer noch - oft Lasten wie im Mittelalter, wie zum Beispiel die Getreideabgabe. Aber auch Bischofs-Gehälter, Militärseelsorge, Pfarrerstudium, Kirchentage, Pensionen, sogar Glocken und Orgeln: Der Staat zahlt häufig für fast alles, was zur Kirche gehört.

    Die meisten kirchlichen Sozialdienste - ebenfalls finanziert vom Staat. Gleichzeitig subventioniert er damit allzu oft Missionarsdrang und Dogmatismus. So müssen selbst Sekretärinnen in kirchlichen Einrichtungen, deren Gehalt vom Staat kommt, Kirchenmitglied sein, sonst verlieren sie ihren Job. Und Angestellte, die nur standesamtlich geheiratet haben, müssen ebenfalls mit Sanktionen rechnen.

    Neben der Kirchensteuer erhalten die Kirchen rund 20 Milliarden Euro im Jahr zusätzlich vom Staat - Geld von allen Steuerzahlern für Gottes Segen?
    Tagesspiegel vom 26.09.2009:
    Noch immer sei sie, die katholische Kirche, die einzige Religion, die über einen eigenen Staat und eine eigene Bank verfügt, aber sich dennoch vom italienischen Staat und Steuerzahler alimentieren lässt: Seit den Lateranverträgen – dem von Mussolini geschlossenen Konkordat – verfügt der Vatikan über umfangreiche materielle Privilegien, unter anderem Steuerfreiheit für das Eigentum und die Bewohner des Vatikans, Zollfreiheit für alle Importwaren, einen eigenen Bahnhof auf Kosten des italienischen Staats und staatliche Besoldung der Religionslehrer für den Religionsunterricht an allen weiterführenden staatlichen Schulen. Allein 700 Millionen Euro im Jahr zahlen Staat und Kommunen als Zuschüsse für kirchliche Bildungs- und Gesundheitsdienste.
    Hilfe anzubieten, zu verzichten, ist das nicht ein christliches Gebot, gerade jetzt und in diesen schweren Stunden?

  3. Autor Erwin Plum
    am 12. Oktober 2011
    3.

    Was kostet der Papst, was kostet und die "Kirche"?
    Vereinfacht: Unsummen
    Durch eine 1803 stattgefundene Enteignung erhält die Kirche eine "Entschädigung" von z.Zt. JÄHRLICH 460.000.000,- ==> kein Schreibfehler. Unabhängig von der Kirchensteuer-Sorry auch hier wird der (dumme) Steuerzahler 2x zur Kasse gebeten.
    Bayern zahlt z.B. jährlich € 87,2 Millionen "Enteignungspauschale"
    Im Vertrag von 1803 wurde nicht die Unendlichkeit des Vertrages erwähnt, die Kirche besteht darauf "unser Staat" zahlt leichtfertig.
    Der unrümliche Bischof Mixa erhält monatlich eine Rente in Höhe von € 5.000,- vom bayrischen Steuerzahler
    Siehe Frontal 21 vom 3.8.11 / http://www.youtube.com/watch?v=ud_8lPfJ4iY
    (Moderation: http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsleistung)

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