Beantwortet
Autor I. Jurk-Prommersberger am 03. Oktober 2007
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Arbeitsmarkt

Zukunft...

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin

Abgesehen von eigenen Problemen, interressiert mich vor allem die Zukunft, und zwar jene für meine Enkel. Ich habe drei davon, und meine Sorge gilt ihnen. Wie stellen Sie sich die Zukunft der Menschen dieser Welt vor, wenn immer weniger davon für Arbeit benötigt werden, entgegen den öffentlichen Behauptungen, die ja von den Bossen und Multis Lügen gestraft werden? Wie stellen Sie sich vor, dass die menschen künftig leben sollen - vor allem menschenwürdig überleben? Wie stellen Sie sich vor, dass auch jene noch eine Chance bekommen, die bisher keine wirkliche hatten - wie die sogenannten Entwicklungsländer, usw.? Wie stellen Sie sich vor, dass es für uns alle weitergehen soll, ohne die Menschen aushungern zu müssen, oder sonstige brutale Massnahmen anwenden zu müssen? Wie stellen Sie sich ein gerechtes Europa - eine gerechte Welt vor? Wo könnte in der sogenannten Globalisierung die echte Chance für alle sein, und nicht nur für einige wenige, privilegierte Menschen? Was verstehen Sie darunter, den Menschen in Ihrem Amt zu dienen? - das sind Fragen, die mich bewegen, wenn ich an die Zukunft meiner Enkel denke. Und es sind Fragen, die auch mindestens einen meiner Enkel auch bewegen, den Ältesten der drei Jungs. Die üblichen Phrasen der Parteien, die Reden die immer gehalten werden, und alles irgendwie doch positiv malen, interressieren uns eigentlich nicht mehr - mich, meinen Mann und meine Tochter. Uns würde interressieren was kongret abläuft, und die Antwort wäre.

Inge Jurk-Prommersberger

Hintergrundinformationen:

In Gesprächen mit meiner Tochter vor allem, der Mutter meiner drei Enkelsöhne, wird immer klarer, wie tief die Sorgen udn Ängste gehen. Meine Enkel sind begabte Jungs, und stehen sich nicht schlecht in der Schule. Besonders der Älteste entwickelt sich gerade recht gut.
Ich frage mich, warum die sogenannten Demokratie-Bestrebungen in der Welt (USA) nicht auch dazu benutzt werden, mehr Gerechtigkeit für alle Menschen zu erreichen, auch und gerade was die Möglichkeiten der Lebensführungen angeht. Globalisierung wäre doch nicht nur eine einseitige Chance für Unternehmen und Konzerne, sondern auch für die Politiker, sich zubeinigen darauf, dass eigentlich wirklich mal dem Vol gedient werden müsste, in echt, und nicht nur in den üblichen Phrasen. Wenn dafür gekämpft würde, dass wirklich jeder Mensch ein Recht auf ein Leben in Würde hat, und wenn das globalisiert würde, mit aller Konsequenz, dann gäbe es auch keine Nischen für Spottbilliglöhne und Ausbeutung mehr - zum Mindesten würden diese dann seltener. Globalisierung müßte doch die Chance der Politiker sein, wenn sie es mit dem Dienen ernst meinen, und nicht nur davon reden, dass sie daran arbeiten, dass jeder Mensch in der Welt ein Recht auf sein ureigenes Menschsein - sein ihm eigenes Sein hat, und dieses also leben kann. und zwar so, dass er darin sein Auskommen hat, das diesen Namen auch verdient. Es müßte wieder mehr um die Menschen gehen, und nicht um Protz und Prestige. Das wäre doch eine lohnende Aufgabe, die wirklich Sinn machen würde. So reden meine Enkel, und das sind die Fragen die sie bewegen. Hilfe zur Selbsthilfe ist or allem ein Thema, wenn es um Benachteiligte und arme Länder geht - und nicht nur um die Frage, wie werden die Leuts künftig durchgefüttert. Also, es geht um kongrete Dinge - und nicht um Bequemlichkeiten. Wie soll die Arbeitswelt von morgen aussehen? Was wird uns aus allen überhaupt in dieser Hinsicht. Dazu hören wir meistens nichts, ausser den ülichen Parteiparolen. Die Umwelt speilt dabei auch eine Rolle, ist ja klar. Dass es kaum eine Antwort darauf gibt, wie die Demokratie für eine globalisierte Welt für die Menschen aussehen soll, wie alles überhaupt weitergehen soll, mit den Menschen und nicht nur gegen sie, das sind die bewegenden Fragen heute - auch in den Gesprächen.
Sie wollen etwas tun, etwas bewegen. Das war doch der Traum der Politiker: Intelligenter Nachwuchs, der nicht nur vor sich hindöst, und die Schule eben so durchläuft, sondern auch etwas umsetzen, etwas bewegen will. Wo sind die Antworten darauf?
Wie stellen Sie sich die Zukunft der Menschen vor?

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Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 30. Oktober 2007
Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Jurk-Prommersberger,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Sie haben in Ihrem Brief eine Fülle von Fragen gestellt, die Sie beschäftigen. Sie werden verstehen, dass wir in diesem Rahmen nur auf einige Aspekte eingehen können.

Sie heben zu Recht die Bedeutung von Chancengerechtigkeit hervor. Bildung ist aus Sicht der Bundesregierung der Schlüssel für individuelle Lebenschancen. Nur bessere Bildung für mehr Menschen wird Wohlstand in Deutschland nachhaltig sichern. Wichtig ist deshalb, dass alle die Chance erhalten, an Bildung und Ausbildung teilzuhaben.

Die gegenwärtige gute wirtschaftliche Entwicklung und der deutliche Rückgang der Arbeitslosigkeit eröffnen hervorragende Chancen für unsere junge Generation. Es geht nun darum, die Grundlagen des Aufschwungs dauerhaft zu stärken. Deswegen wird die Bundesregierung in den nächsten Wochen beispielsweise die Nationale Qualifizierungsinitiative vorlegen. Unsere Ziele sind dabei, mehr junge Leute für ein Studium zu gewinnen und zum Beispiel auch für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern.

Schon in ganz jungen Jahren gilt es, die richtigen Grundlagen zu legen. Deshalb hält es die Bundesregierung für notwendig, die frühkindliche Bildung zu stärken. Außerdem ist es uns ein großes Anliegen, dass alle jungen Menschen einen Schulabschluss erreichen. Und dass jeder, der sucht, einen Einstieg in die Ausbildung findet.

Gleichzeitig stärkt die Bundesregierung Forschung und Entwicklung, um globalen Herausforderungen zu begegnen, die für alle Bürgerinnen und Bürger wichtig sind: Klima- und Ressourcenschutz, Gesundheit, Mobilität und Sicherheit. Auf diesen Feldern besitzt Deutschland bereits herausragende Potentiale und eine hervorragende Ausgangsposition im internationalen Innovationswettbewerb.

Die Bundesregierung hält Kurs auf das Ziel, drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Forschung und Entwicklung auszugeben. Bis Ende der Legislaturperiode stellt sie nahezu 6,5 Milliarden Euro zusätzlich für Forschung und Innovation bereit. Der Bedarf an hochqualifizierten Menschen nimmt zu und nicht ab, wie Sie befürchten. Insofern stehen auch die Chancen Ihrer Enkel sehr gut.

Viele weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter http://www.bmbf.de/de/89.php

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung