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Beantwortet
Autor Volker Radig am 17. September 2010
3171 Leser · 15 Stimmen (-2 / +13)

Politik und Verwaltung

Städtepartnerschaft mit Muenster

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Markus Lewe,

bei der Durchsicht der sicherlich beeindruckenden Liste von Städtepartnerschaften der Stadt Münster ist mir aufgefallen, dass ein illustres Städtchen dort fehlt.

Zwar existiert eine Partnerschaft mit der kalifornischen Stadt Fresno, doch die texanische Kleinstadt mit dem Namen "Muenster" in Cooke County wird mit keinem Wort erwähnt.

Der amerikanische Namensvetter unserer westfälischen Heimatstadt wurde erst 1889 von zwei Emigranten namens Carl und Emil Flusche gegründet. Noch heute sitzt ein Flusche als "Sanitation Commissioner" im Stadtrat. Außerdem wird die westfälische und deutsche Herkunft weiterhin hochgehalten, auch wenn man seit dem Zweiten Weltkrieg Deutsch als Schulsprache verbannt hat: Jedes Jahr finden sowohl "Germanfest" als auch "Christkindlmarkt" statt. In der Stadt gibt es zudem Betriebe die westfälische Back- und Wurstwaren herstellen. Weiteres findet man auf der Homepage der Stadt: http://www.ci.muenster.tx.us

Warum, lieber Herr Lewe, nehmen Sie keinen Kontakt zum dortigen Bürgermeister, Mr. John Pagel, auf und vereinbaren eine Städtepartnerschaft? Vielleicht kann es so gelingen, das deutsche und vor allem westfälische Erbe auch durch das 21. Jahrhundert hindurch zu erhalten. Und wer weiß. Vielleicht ist das Anreiz genug, wieder Deutsch als Zweitsprache an den Schulen einzuführen und den gegenseitigen Austausch von Schülern anzugehen.

Außerdem interessiert mich, ob es bereits Kontakt gab und falls ja, wie sich dieser dargestellt hat.

Ich würde mich darüber freuen in Zukunft Muenster auf der Liste der Partnerstädte zu finden.

Hochachtungsvoll,

Volker Radig

+11

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Antwort
von Markus Lewe am 13. Oktober 2010
Markus Lewe

Sehr geehrter Herr Radig,

vielen Dank für Ihre Frage, warum die Stadt Muenster in Texas nicht zu den Städtepartnern der westfälischen Stadt Münster gehört.

Selbstverständlich hätte sich aus der reinen Namensgleichheit eine reizvolle Städtepartnerschaft ergeben können, die vielleicht sogar zu interessanten Schul- und Jugendkontakten geführt hätte. Allerdings sind die beiden Städte - das texanische und das westfälische Münster - bei genauerer Betrachtung doch sehr unterschiedlich: Unser Münster hat zurzeit ca. 280.000 Einwohner, das texanische ca. 1.600. Unsere Stadtfläche beträgt ca. 302 km², die texanischen Münsteraner haben gerade mal 3,4 km².

Die Städtepartnerschaften, die die Stadt Münster pflegt, wurden größtenteils von den Bürgern und Bürgerinnen initiiert - erst nach lebhaften Bürgerkontakten kam es zur jeweiligen Partnerschaft. So zum Beispiel beim israelischen Rishon LeZion: Hier gab es erst zehn Jahre lang Sportkontakte, bevor die Städtepartnerschaft geschlossen wurde.

Sie sehen, dass zu einer Städtepartnerschaft mehr als nur die Namensgleichheit gehört. Zudem hat die Stadt Münster bereits vor einigen Jahren beschlossen, keine weiteren Städtepartnerschaften einzugehen, da auch diese - bei allen auf der Hand liegenden Vorteilen - Geld kosten.

Außerdem möchten wir die bestehenden Städtepartnerschaften mit Hilfe der Bürgerinnen und Bürger sowie der Verwaltung weiterhin intensiv pflegen. Die Gefahr, diesem Anspruch nicht mehr gerecht zu werden, steigt bei einer steigenden Anzahl von Partnern.

Dementsprechend kann die Stadt Münster Ihren - zugegebenermaßen interessanten - Vorschlag nicht weiter verfolgen.

Mit freundlichen Grüßen