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Beantwortet
Autor Sandra Fiebich am 05. Juni 2012
2473 Leser · 4 Stimmen (-1 / +3)

Wirtschaft und Finanzen

Vorschlag / Das leidige Thema Heizkosten

Sehr geehrter Herr Lewe ,

das leidige Thema Heizkosten bewegte mich im vergangenen Jahr.

Aufgrund meiner Wohnsituation in einem Holzhaus, beauftragte ich ein lokales Ing. Büro, um mir ein effizientes Heizsystem planen zu lassen.
Der Umwelt zu liebe und gleichzeitig um Kosten nachhaltig zu senken. Das Ing. Büro bewies sich als äußerst professionell und fand schnell die optimale Lösung.

Bei meinem Beratungsgespräch erfuhr ich von einer wissenschaftlich belegten, Tüv geprüften Lösung, die als sofort einsetzbar gilt, um die Verluste alter Heizanlagen zu reduzieren und regelungstechnisch auf den Stand von 2003 zu bringen. Zusätzlich werden dabei offenbar die Lebensdauer der Brenner verlängert und die Emissionswerte stark verringert.

Das Gerät des Ing.Büros stach mit vielen Argumenten heraus, so dass ich meinem Arbeitgeber, der Hamburger Behörde, einen Verbesserungsvorschlag unterbreitete.
Es gibt offensichtlich Lösungen, die nicht genutzt werden, obwohl sie ein enormes Einsparungspotenzial in sich bergen. Gerade im öffentlichem Bereich, wo an jeder Ecke Einsparungen getroffen werden müssen. Ich rede hier nicht über Investitionen, sondern über eine Lösung, die selbst aus dem Reparatur- und dem Wartungsfond finanziert werden könnte und somit auch ohne großes Ausschreibungsprozedere umsetzbar ist.

Allein der Umwelt und Kinder zu liebe sollte mit Ressourcen nachhaltiger umgegangen werden. Vor allem, wenn schon bei Mensch und Sicherheit mittlerweile gekürzt werden muss, können doch am anderen Ende nicht auch noch unnötig Energiekosten durch den Modernisierungsstau Jahr für Jahr durch die Schornsteine in Rauch aufgehen.

Bei allen privaten/öffentlichen Objekten mit älteren Gas- und Heizölkesselanlagen bis 2003 besteht wohl ein Einsparpotenzial von 6-10%. Das erreicht man durch eine einfache und kostengünstige Nachrüstung; Durch einen einfachen Energiesparprozessor.

Es gibt in Deutschland nur einen Hersteller solcher Geräte und das offensichtlich, weil die Heizungsindustrie weitere Patente blockiert, um so den Markt für neue Anlagen freizuhalten. Vermutlich wird sich der Bund den Einbau neuer Anlagen nicht leisten können. Er könnte jedoch mit diesem Gerät starke Verluste der einzelnen Anlagen verringern.

Weiterhin habe ich mich über Referenzen erkundigt, sowie die nachweislich kurz ausfallende Amortisierungszeit von 12/36 Monaten sowie Emissionseinsparung bis zu 60% ,
die jeweils von Gerät und Verbrauch abhängen und dadurch variieren.

Eine Option für eine kostenlose Teststellung für die einzelnen Anlagen besteht.
Daher ist es mein Anliegen und Vorschlag:

Besteht die Möglichkeit, die öffentlichen Objekte mit Energiespar Prozessoren auszustatten?

Ich habe mir weitere Informationsunterlagen geben lassen, die ich Ihnen gerne in einer separaten Mail zu kommen lasse.

Ich wünsche Ihnen eine restlich schöne Woche und grüße Sie herzlich.

Sandra Fiebich

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Antwort
von Markus Lewe am 04. Juli 2012
Markus Lewe

Sehr geehrte Frau Fiebich,

zunächst einmal möchte ich mich ganz herzlich für Ihre Anregung und auch die weiterführenden Informationen, die Sie mir haben zukommen lassen, bedanken. Es ist grundsätzlich korrekt, dass in der Optimierung von Brennerlaufzeiten und Brennerstarts ein deutliches Einsparpotential liegt. Hier setzt ja auch das von Ihnen vorgeschlagene Produkt an. In dem von Ihnen per Mail übermittelten Prospekt wird jedoch auch deutlich, dass diese Optimierungstechnik nicht bei Fernwärmelanlagen angewendet werden kann. In Münster werden aber über 40 % der kommunalen Gebäude mit Fernwärme versorgt. Die Versorgung läuft über eine Kraft-Wärme-Kopplung (GUD Anlage) und ist – nicht zuletzt auch aus ökologischer Sicht – deutlich effektiver als der Einsatz von Heizkesselanlagen.

60 % der städtischen Gebäude sind aber dennoch mit Kesselanlagen ausgerüstet. 50 % von ihnen wurden nach 2003 erneuert bzw. wurden nach 2003 mit modulierenden Brennern nachgerüstet. Bei den nachgerüsteten Anlagen ist das Prinzip der sogenannten lastabhängigen dynamischen Schaltung bereits realisiert – hier ergibt sich auch durch den Einsatz des von Ihnen vorgeschlagenen Produkts keine Verbesserung.

Bei den verbleibenden Kesselanlagen ist es selbstverständlich grundsätzlich möglich, zu prüfen, ob das Produkt einsetzbar ist. Wir müssen dabei jedoch bedenken, dass sich das Einsparpotential aus einer Reduzierung der Verluste der Wärmeerzeugungsanlage - also Kessel inklusive Brenner – ergibt. Die Stadt ist bei ihren Immobilien zwar Gebäudenutzer, nicht aber Betreiber der Kesselanlagen. Dieser werden von einem Anbieter betrieben, der die produzierte (und erst hinter dem Kessel gemessene) Wärme an die Stadt verkauft. Die Kosten für die Umwandlungsverluste trägt der Betreiber – durch diese vertragliche Konstellation würde eine von der Stadt Münster finanzierte Ausstattung der Kesselanlagen mit dem entsprechenden Produkt gar nicht zu einer Energiekosteneinsparung seitens der Stadt führen.

Da die Umwandlungsverluste vom Anlagenbetreiber zu tragen sind, hat dieser naturgemäß ein großes Interesse daran, die Verluste gering zu halten. Ob für ihn aber der Einsatz des vorgeschlagenen Produktes in Frage kommt oder ob er andere Modernisierungsstrategien verfolgt, entscheidet selbstverständlich nicht die Stadt Münster. Wir als Stadtverwaltung werden den Betreiber aber auf das Produkt hinweisen und ihn die entsprechenden Informationen zukommen lassen.

Mit freundlichen Grüßen