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Beantwortet
Autor Olaf Eitner am 03. Januar 2011
5156 Leser · 1 Stimme (-0 / +1)

Frieden

Vielleicht ein weiterer "Marshall-Plan" fuer ...

... Afgahnistan?

Sehr geehrter Herr Niebel,

das waere eigentlich schon meine Frage. Eine Loesung
(???) fuer dieses, ueber Jahrzehnte hinweg, geschundene
Land, in dem wir den Menschen _schnellst-moeglich_ einfach
das geben, was sie zum alltaeglichen Leben brauchen, um
damit den radikalenStroemungen einfach "das Wasser
abzugraben" (damit sie keine Zulaeufer mehr haben).

Ueber eine Antwort wuerde ich mich sehr freuen. Vielen Dank
fuer Ihre Zeit und Ihnen noch ein schoenes neues Jahr.
Freundlichst -- Olaf Eitner aus Potsdam.

+1

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Antwort
von Dirk Niebel am 27. Januar 2011
Dirk Niebel

Sehr geehrter Herr Eitner,

vielen Dank für Ihr Interesse an der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Afghanistan.

Sie schlagen für Afghanistan einen "Marshallplan" vor, also ein großes Wiederaufbauprogramm, wie es nach dem Zweiten Weltkrieg dem kriegsgeschädigten Westeuropa zugute kam. Die Hilfe bestand damals aus Krediten, Rohstoffen, Lebensmitteln und Waren. Der Marshallplan hat den Menschen in Westeuropa geholfen, zu überleben, die Wirtschaft wieder aufzubauen, nach einiger Zeit wieder unabhängig von Hilfe zu sein und auf eigenen Füßen zu stehen. Ich kann Ihnen versichern, dass wir genau das in Afghanistan tun. Im Folgenden nenne ich Ihnen gerne einige ausgewählte Beispiele für unser Engagement.

Arbeitsbereich Energie
Wir arbeiten intensiv und mit beachtlichen Erfolgen am Wiederauf- und Ausbau der Energieversorgung: Um die Stromversorgung in Kabul sicherzustellen, hat Deutschland den Wiederaufbau der Wasserkraftwerke Mahipar und Sarobi gefördert. Sie decken den Strombedarf von rund 800.000 Bewohnern des Großraums Kabul. Gemeinsam mit anderen Gebern hat Deutschland außerdem in eine Übertragungsleitung investiert, die Kabul und die Ballungszentren des Nordens seit Anfang 2009 mit Strom aus Usbekistan versorgt.
Auch auf die dezentrale Versorgung mit erneuerbaren Energien konzentriert sich das deutsche Engagement. Dazu gehören Investitionen in die Wiederherstellung und in den Neubau von Kleinwasserkraftwerken, vor allem in den Nordprovinzen des Landes wie Kunduz, Takhar und Badakhshan. Zudem berät Deutschland die afghanische Regierung bei ihrer Energiepolitik und fördert die Verbreitung erneuerbarer Energien in ländlichen Regionen.

Arbeitsbereich Wasser
Ein anderer Bereich unseres Engagements in Afghanistan, den ich Ihnen als Beispiel nennen kann, ist die Verbesserung der Wasserversorgung. Allein in Kabul profitieren rund zwei Millionen Menschen von der Wiederherstellung des dortigen Versorgungssystems. In den Provinzhauptstädten Herat und Kunduz erhalten mit deutscher Hilfe rund 450.000 weitere Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und auch in den Provinz- und Distrikthauptstädten Faizabad, Imam Saheb und Balkh im Norden Afghanistans unterstützt Deutschland seit Ende 2008 den Neubau und die Erweiterung der Wasserversorgungssysteme. Neben diesen praktischen Maßnahmen der Bundesrepublik beraten deutsche Expertinnen und Experten die entsprechenden afghanischen Ministerien bei der Reform und Restrukturierung des Wassersektors.

Ich könnte Ihnen noch zahlreiche andere Beispiele nennen, das würde aber den Rahmen dieses Forums sprengen. Ausführliche Informationen über unsere Entwicklungszusammenarbeit mit Afghanistan finden Sie auf der Website meines Ministeriums: http://www.bmz.de/afghanistan

In der täglichen Presseberichterstattung steht häufig der militärische Einsatz in Afghanistan im Vordergrund. Unser ziviles Engagement im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit wird von der breiten Öffentlichkeit weniger wahrgenommen. Das ist sehr schade, denn wir konnten schon beachtliche Erfolge erzielen. Die Entscheidungsgrundlage der Bundesregierung "Auf dem Weg zur Übergabe in Verantwortung" gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über die Ziele und die verschiedenen Aspekte unsere Arbeit in Afghanistan. Sie finden dieses Dokument auf http://www.bundesregierung.de/nn_246856/Content/DE/Artike...

Sie werden feststellen, dass wir mit unserer Entwicklungsoffensive Ihren Vorstellungen eines Aufbauplans entsprechen.