Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie sicher aus den Medien erfahren haben, werde ich am 28. August vom Amt des Ministerpräsidenten zurücktreten. Deshalb wird es mir künftig nicht mehr möglich sein, Ihre Fragen an dieser Stelle zu beantworten. Der Bürgerdialog über das Onlineportal direktzu.de hat in den zurückliegenden Jahren eine Vielzahl von Anliegen und Problemen von Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, thematisiert. Ich habe mich über die anhaltende Resonanz sehr gefreut. Sie dokumentierte Ihr Interesse am Lebensumfeld, aber auch an politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen. Das Portal war für mich wichtiger Anzeiger, welche Sorgen, Probleme oder Anliegen die Menschen im Land bewegen. Es bot die Möglichkeit, politische Bewertungen aus der brandenburgischen Bevölkerung ungefiltert und direkt zu erfahren. Und ebenso offen und geradeheraus habe ich mich stets um Antwort bemüht. Für mich war darüber hinaus entscheidend, dass das Voting-Verfahren den öffentlichen Diskurs bei uns im Land befördert. Fragesteller und auch ich wussten dadurch: Das interessiert Viele!

Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihr Vertrauen und die vielen interessanten Fragen und Einschätzungen.

Herzlichst

Ihr

Matthias Platzeck

Beantwortet
Autor Michael Munk am 18. Mai 2010
5723 Leser · 63 Stimmen (-2 / +61) · 0 Kommentare

Bildung

Ablehnung an Bernauer Gymnasien

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident!
Unsere Tochter hat die im Land Brandenburg notwendigen Voraussetzungen für den Besuch eines Gymnasiums erfüllt, trotzdem ist sie vom Barnim Gymnasium und vom Paulus-Praetorius-Gymnasium in Bernau mit der Begründung abgelehnt wurden, dass ein Auswahlverfahren eingeführt werden musste da die Anträge die verfügbaren Plätze weit überschreiten.
Insgesamt teilen die beiden Gymnasien mit, dass es 257 Bewerber für 205 Plätze gab.
Das Schulamt in Eberswalde hat entsprechend der Ablehnungen einen Platz an einem Gymnasium in Eberswalde angeboten. Das bedeutet, dass meine 12 jährige Tochter ca. 1,5h Bus und Bahn (2/3x umsteigen) fahren muss. Aus meiner Sicht unzumutbar und unverständlich.
Aus verschiedenen Veröffentlichungen geht hervor, dass in ländlichen Regionen weniger Bedarf vorhanden ist. Warum werden nicht freie Leherkapazitäten hier eingesetzt und zusätzliche Klassen geschaffen? Dem Schulamt in Eberswalde ist die Problematik bekannt, Verständnis wird geäußert, Lösungenansätze gibt es es bisher nur durch Verschiebungen und ggf. Absagen anderer Bewerber.

Ich bin mir sicher, dass die Gymnasien und Oberschulen im Bereich Panketal/Bernau nicht nur in diesem Jahr deutlich weniger verfügbare Plätze ausweisen, sondern dass bezogen auf die Schülerzahlen in den Grundschulen die Situation auch in den folgenden Jahren unverändert bleibt.
Ich muss im Interesse meiner Tochter Widerspruch einlegen.
Bitte prüfen Sie, ob meine Einschätzung korrekt ist und nehmen mit Ihren Möglichkeiten Einfluss.

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Antwort
von Matthias Platzeck am 04. August 2010
Matthias Platzeck

Sehr geehrter Herr Munk,

vielen Dank für Ihr Schreiben und die Hinweise bezüglich der Gymnasienauslastung. Sie haben mich zu Recherchen veranlasst, die Erfreuliches ergeben haben: Wie Sie ja selbst erleben durften, hat sich die Situation in und um Bernau zwischenzeitlich entspannt. Zum einen wurde nach Abstimmung zwischen dem Landkreis und dem Schulamt aufgrund der vielen Bewerber ein weiterer Gymnasialzug am Gymnasium Wandlitz eingerichtet. Ihre Tochter erhielt das Angebot, an diesem Gymnasium zu lernen.

Zum anderen wurden wegen der vielen Mehrfachbewerber – u.a. auch für Gymnasien in Berlin – wie auch in Vorjahren an begehrten Oberschulen und Gymnasien in Brandenburg Plätze frei. Wenn ich richtig informiert bin, bekam Ihre Tochter aus diesem Grund eine weitere, vom Fahrtweg noch günstigere Option angeboten.

Das Staatliche Schulamt Eberswalde, das für den Barnim zuständig ist, hat also in Zusammenarbeit mit Elternvertretern und dem Landkreis flexibel reagiert und nach Möglichkeiten gesucht, günstige Lernvoraussetzungen für die künftigen Abiturienten – und damit auch für Ihre Tochter – zu schaffen.

Das freut mich umso mehr, weil meine Landesregierung im Bildungsbereich eine prioritäre Aufgabe sieht. Nicht zuletzt mit den Beschlüssen für ein Schüler-Bafög Anfang Juni 2010 ging es darum, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Ich betone das bewusst auch im Wissen, dass sich längere Fahrzeiten für die Ausbildung in einem Flächenland wie Brandenburg nie ausschließen lassen.

Ihrer Tochter wünsche ich viel Erfolg auf dem Gymnasium

Mit freundlichen Grüßen