Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie sicher aus den Medien erfahren haben, werde ich am 28. August vom Amt des Ministerpräsidenten zurücktreten. Deshalb wird es mir künftig nicht mehr möglich sein, Ihre Fragen an dieser Stelle zu beantworten. Der Bürgerdialog über das Onlineportal direktzu.de hat in den zurückliegenden Jahren eine Vielzahl von Anliegen und Problemen von Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, thematisiert. Ich habe mich über die anhaltende Resonanz sehr gefreut. Sie dokumentierte Ihr Interesse am Lebensumfeld, aber auch an politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen. Das Portal war für mich wichtiger Anzeiger, welche Sorgen, Probleme oder Anliegen die Menschen im Land bewegen. Es bot die Möglichkeit, politische Bewertungen aus der brandenburgischen Bevölkerung ungefiltert und direkt zu erfahren. Und ebenso offen und geradeheraus habe ich mich stets um Antwort bemüht. Für mich war darüber hinaus entscheidend, dass das Voting-Verfahren den öffentlichen Diskurs bei uns im Land befördert. Fragesteller und auch ich wussten dadurch: Das interessiert Viele!

Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihr Vertrauen und die vielen interessanten Fragen und Einschätzungen.

Herzlichst

Ihr

Matthias Platzeck

Archiviert
Autor Rudolf Finger am 14. August 2007
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Familienpolitik

KITA- Schließzeiten

Sehr geehrte Herr Platzeck,

im Land Brandenburg werden in den KITA's Schließzeiten in der Sommerzeit durchgeführt. Das MBJS hat zu diesen Schließzeiten eine postive Auffassung.
Für die Betrofffenen- Kinder und Eltern- haben diese Schließzeiten nur Nachteile. Die Kinder müssen sich für ca. 3 Wochen in ein vollkommen neues Umfeld eingewöhnen, dass sich nach diesem Ausweich- KITA- Aufenthalt sofort wieder verändert und einer erneuten Anpasssungsphase bedarf. In unserer Gemeinde gibt es 13 KITA's, gleichbedeutend mit 13 verschiedenen Erziehungskonzepten. Die Eltern müssen mit ihren Kindern längere und umständliche Wege zur Ausweich- KITA in Kauf nehmen. Die Familien werden nur noch stärker belastet. Finanziell hat die Gemeinde von den Schließzeiten nachweislich keinerlei Gewinn. Ein pädagogisch sinnvoller und abrechenbarer Nachweis, der die Schließzeiten unbedingt erforderlich macht, ist nicht erkennbar und den Eltern nicht zu vermitteln. Notwendige Instandhaltungsleistungen durch den Träger werden auch außerhalb der Schließzeiten durchgeführt.
Es stellt sich heraus, dass einfach der geplante Personaleinsatz mit den praktischen Erfordernissen nicht übereinstimmt und dieser Mangel einfach auf Kinder und Eltern umgelegt wird. KITA- Angestellte müssen während der Schließzeiten Urlaub nehmen. Den haben sie auch im Rahmen ihrer so wichtigen Erziehungsarbeit verdient.
An einigen KITA's wurden durch die Eltern schriftliche Abstimmungen gegen die Einführung dieser Schließzeiten durch geführt. Gegen die ca. 80%ige Ablehnung der Schließzeiten setzten sich die Abgeordneten hinweg. Immer wieder geht es um Personalmangel bei diesen Entscheidungen.
Die Einführung dieser unsäglichen Schließzeiten haben wir in unserer Gemeinde, die sehr gut selbständig existieren könnte, der Gemeindegebietsreform zu verdanken. Denn entgegen der im dazugehörigen Gesetz geforderten Wahrung der Eigenheiten der neu zu geordneten Gemeinden, wurde hier Gleichmacherei betrieben und in diesem Fall zu Lasten von Eltern und KIndern.
In Anbetracht der schon wenigen Geburten im Land steht nach den Worten der SPD die Förderung der Entwicklung von Kindern eine besondere Bedeutung zu. Um gerade im Kindesalter eine stetige und kontinuierliche Entwicklung zu forcieren, sollte das Relikt der Schließzeiten, dass ohnehin nicht in unsere, sich stets weiter entwickelnde Menschengemeinschaft und rasante Zeit passt, abgeschafft werden.
Welche Meinung haben Sie persönlich zum pädagogischen Sinn der Durchführung von Schließzeiten der KITA's und wie werden Sie nach Prüfung der Personalsituation in den KITA's Einfluß ggf. auf die Abschaffung der KITA- Schließzeiten nehmen? Auf dem Markt der Arbeitslosen stehen bestimmt genügend fachlich qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung...

Mit freundlichen Grüßen
Rudolf Finger

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