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Autor Helmut Krüger am 03. Januar 2012
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Vorhaben, Vorschläge und Ideen

Neujahrsansprache nicht vor Neujahr

Geehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrter und geschätzter Matthias Platzeck,

Bahnhöfe, Einkaufszentren und öffentliche Bauten werden eröffnet, obwohl noch sichtbar herumgebohrt und herumgeschraubt wird, Fenster mit Folie überzogen sind, über die PISA-Studie wird infolge eines auszugsweisen Vorabdrucks schon lang und breit diskutiert, die geistigen Schützengräben sind schon ausgehoben, obwohl der ganze Wortlaut noch gar nicht vorliegt und die Neujahrsansprachen sowohl von Angela Merkel als auch von Ihnen werden bereits stündlich in den Nachrichten genannt, obwohl noch kein Bürger etwas aus ihrem Mund vernommen hat.

Das soll kein Kulturpessimismus sein, vielmehr eine Ermunterung, die Zeit abzuwarten und die Dinge dann wertzuschätzen, wenn sie wirklich und endlich fertig geworden sind und genau so, wie sie DANN anschaulich sichtbar sind, auch geachtet werden. So aber ist das Erste bereits abgenutzt, wo das Letzte noch gar nicht erstanden ist. Bei Bauten wie analog bei Gesetzesvorlagen.

Meine Frage: Welche Chancen sehen Sie, MIT IHREM PERSÖNLICHEN GEWICHT -was Sie ja zweifellos haben, aufgrund Ihrer Popularität- positiv einzuwirken dergestalt, dass bspw. kein Vorabdruck einer Neujahrsansprache mit Ihrer Genehmigung erfolgt, dass die nächste Neujahrsansprache tatsächlich erst am 1. Januar 2013 abends ausgestrahlt wird, sich Journalisten genauso gedulden müssen, wie es hoffentlich Bürger tun?

Wie sehen Sie das: Wäre das nicht ein wesentlicher Beitrag zu einer geänderten politischen Kultur, Dinge und Verhältnisse, die durch Abgehetztheit und Hysterie erst so geworden sind, wie sie sind, keinesfalls durch Abgehetztheit und Hysterie zu lösen sind, sondern durch gewordene Reife, so "luxuriös" das auch klingt?

Kommen Sie gut hinein in 2012
Helmut Krüger

+53

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