Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie sicher aus den Medien erfahren haben, werde ich am 28. August vom Amt des Ministerpräsidenten zurücktreten. Deshalb wird es mir künftig nicht mehr möglich sein, Ihre Fragen an dieser Stelle zu beantworten. Der Bürgerdialog über das Onlineportal direktzu.de hat in den zurückliegenden Jahren eine Vielzahl von Anliegen und Problemen von Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, thematisiert. Ich habe mich über die anhaltende Resonanz sehr gefreut. Sie dokumentierte Ihr Interesse am Lebensumfeld, aber auch an politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen. Das Portal war für mich wichtiger Anzeiger, welche Sorgen, Probleme oder Anliegen die Menschen im Land bewegen. Es bot die Möglichkeit, politische Bewertungen aus der brandenburgischen Bevölkerung ungefiltert und direkt zu erfahren. Und ebenso offen und geradeheraus habe ich mich stets um Antwort bemüht. Für mich war darüber hinaus entscheidend, dass das Voting-Verfahren den öffentlichen Diskurs bei uns im Land befördert. Fragesteller und auch ich wussten dadurch: Das interessiert Viele!

Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihr Vertrauen und die vielen interessanten Fragen und Einschätzungen.

Herzlichst

Ihr

Matthias Platzeck

Archiviert
Autor Sebastian Werland am 23. Juli 2007
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Umwelt

Tagebau in Brandenburg

Sehr geehrter Herr Platzeck,

ich würde von Ihnen gerne erfahren, was Sie persönlich über den Braunkohleabbau in unserem Land denken.
Wie denken Sie kann man die Zerstörung der Natur (durch den Abbau aber auch durch die Verbrennung der Kohle), das Abbaggern von Gemeinden und damit die Zerstörung der Heimat Vieler mit den oft genannten positiven wirtschaftlichen Effekten des Tagbaus vereinen.

Um es ganz offen zu sagen, habe ich mich bis vor nicht zu langer Zeit - trotzdem ich Brandenburger bin - nicht näher mit diesem Problem befasst. Ich wohne im Fläming und bin daher weder direkt noch indirekt den Auswirkungen des Tagebaus ausgesetzt.

Ich habe mir aber dieses Jahr im Rahmen der Internationalen Bauaustellung Fürst-Pückler-Land einige interessante Ausstellungsorte angesehen an denen praktisch dafür geworben wird wie toll die Wiederherstellung von genutzten Abbauflächen funktioniert.
Ich muss zugeben, dass die Pläne und die Umsetzung beeindruckend sind. Dort riesige Seenlandschaften und Naherholungsgebiete entstehen zu lassen ist fast unglaublich aber wahr.

Etwas "Abseits" dieser Ausstellungen habe ich aber auch aktive Tagebauflächen besichtigt wie in Jänschwalde und Cottbus Nord. Ich empfehle jedem sich das einmal anzusehen.
Genauso beeindruckt wie ich von den "Wiederherstellungsmaßnahmen" war, war ich überrascht von den gewaltigen Schäden die hier der Landschaft zugefügt werden.
Man muss sich nur einmal vorstellen, dass dort riesige Flächen (vergleichbar mit Großstädten) an Sand "umgegraben" werden - dann ist klar, dass dort mal ein paar kleine Dörfer "auf der Strecke bleiben".

Ich hoffe, das ich mit meiner Beschreibung nicht zu unsachlich geworden bin. Aber ich denke Sie verstehen mein Anliegen und werden mir entsprechend darauf antworten.
Die Kernfrage ist: lässt es sich für uns verantworten unserer Heimat derartigen Schaden zuzufügen?

Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Werland

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