Beantwortet
Autor Werner Kistner am 04. Oktober 2010
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Sonstiges / Kritik

Wie bekommt man Oberleitungen in die nur 4,05 Meter dünnen S21 Tunnel ?

in der aktuellen Ausgabe (40/2010 Seite 112) des Stern wird berichtet, dass die aktuelle S21 Kostenplanung Tunnels mit einem Radius von nur 4,05 Meter vorsieht. Üblich seien aber 5,10 Meter Tunnelradius.

Stimmt das, und falls ja, wie kann man auf diesem um 37% reduzierten Querschnitt Oberleitungen, Rettungswege und Signalanlagen unterbringen?

für Ihre Antwort besten Dank im Voraus
Werner Kistner

+28

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Antwort
von Dr. Volker Kefer am 01. November 2010
Dr. Volker Kefer

Sehr geehrter Herr Kistner,

der Querschnitt der Röhren wurde mit einem Radius von 4,05 Metern bis 4,70 Metern so gewählt, dass sie von normalen Service- und Rettungsfahrzeugen problemlos passiert werden können. Maßgeblich sind die bindenden europäischen Vorgaben für Hochgeschwindigkeitstrassen sowie die eisenbahntechnischen Regelungen nach der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung.

Selbstverständlich werden die Tunnel mit Oberleitungen ausgestattet. Ebenso finden dort alle notwendigen Kommunikations- und Rettungseinrichtungen Platz. Die eingleisigen Röhren sind in regelmäßigen Abständen (500 Meter) mit Sicherheitsschleusen verbunden. In den Tunneln wird die so genannte „Feste Fahrbahn“ ausgeführt, d.h. die Schienen liegen nicht im Schotterbett, sondern fest in einer Betonplatte. Die Röhren sind deshalb mit normalen Straßenfahrzeugen - also Feuerwehr oder Rettungsfahrzeuge oder auch mit Bussen - befahrbar. Die verfügbare Breite reicht aus, dass sich solche Straßenfahrzeuge im Tunnel überholen bzw. aneinander vorbeifahren können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Volker Kefer - Vorstand Technik, Systemverbund, Dienstleistungen und Infrastruktur der DB