Beantwortet
Autor Heike Voß am 01. Juni 2011
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Umwelt: Park, Bäume, Grundwasser, Verkehrsentlastung

Doppelte Grundwasserabpumpmenge war der Bahn schon 2006 bekannt!

Sehr geehrter Herr Kefer,

warum wird von der Bahn erst jetzt beantragt, dass die doppelte Menge an Grundwasser für die Baugrube des Tiefbahnhofs abgepumpt werden muss? Die Bahn hat dies ja seit mindestens 5 Jahren gewusst. Warum wurde das verheimlicht? Warum wurde im PFA 1.1 nur eine Menge von 3 Mio. Kubikmeter beantragt und warum wurde in den letzten 5 Jahren nie eine Änderung beantragt?

Und hat die Bahn überhaupt derzeit noch ein Baurecht für das Grundwassermanagement, wenn die Änderung der Wassermenge in PFA 1.1 durch das EBA noch gar nicht genehmigt wurde?

Schon am 26.09.2006 hatte der damalige DB-Konzernbevollmächtigte Werner Klingberg in seinem Grußwort zur Wasserwirtschaftstagung gesagt:
"Während der Bauzeit werden etwa 5,8 Millionen m³ Wasser entsprechend zu behandeln sein."

Hier nachzulesen: http://www.rp.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/show/12018...

Ehrlich gesagt kommt man sich als selbstdenkender Bürger langsam ziemlich betrogen vor.

Mit freundlichen Grüßen
Heike Voß

+11

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Antwort
von Dr. Volker Kefer am 14. Juli 2011
Dr. Volker Kefer

Sehr geehrte Frau Voß,

die Vorwürfe, wonach die Bahn bereits 2006 von erhöhten Grundwassermengen gewusst habe, sind unzutreffend.

Die 2006 in einem Grußwort des damaligen Bahn-Konzernbevollmächtigten Werner Klingberg genannten Daten von 5,8 Millionen Kubikmeter, die nun im falschen Kontext zitiert werden, beziehen sich auf die vor rund zehn Jahren ermittelten Grundwassermengen aus dem gesamten Stuttgarter Talkessel, die im zentralen Grundwassermanagement zu behandeln waren. Davon entfallen auf den Planfeststellungsabschnitt 1.1 allein eine Menge von drei Millionen Kubikmeter. Die Zahl von 5,8 Millionen Kubikmeter basiert auf den Ergebnissen des vierten Bohr- und Erkundungsprogramms.

Im Gegensatz dazu beziehen sich die 6,8 Millionen Kubikmeter Grundwasser auf die aktuellen Ergebnisse des fünften Bohr- und Erkundungsprogramms und betreffen ausschließlich die neu ermittelten Mengen für den Planfeststellungsabschnitt 1.1.

Ich kann nachvollziehen, dass Ihr Eindruck, die Bahn habe die Bürger nicht ordnungsgemäß informiert und falsche Zahlen kommuniziert, ein Anlass für berechtigte Kritik wäre. Daten aus verschiedenen Untersuchungszeiträumen und unterschiedlichen Bereichen können jedoch nicht mit einander verglichen werden. Daraus resultierende Schlussfolgerungen, wonach die Bahn schon 2006 von höheren Grundwassermengen für den Abschnitt 1.1 gewusst habe, stimmen nachweislich nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Volker Kefer - Vorstand Technik, Systemverbund, Dienstleistungen und Infrastruktur der DB