Sehr geehrte Nutzer von direktzu.de/vonderleyen. Diese Plattform ist aufgrund des Wechsels an der Spitze des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) archiviert. Sie können daher keine Beiträge veröffentlichen oder bewerten. Bereits veröffentlichte bzw. beantwortete Beiträge stehen Ihnen jedoch weiterhin zu Ihrer Information zur Verfügung. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Archiviert
Autor P. Thye am 23. März 2009
3410 Leser · 66 Stimmen (-19 / +47)

Kinder und Jugend

Allein erziehend - halbes Geld, doppelte Belastungen

Sehr geehrte Frau von der Leyen!

Mir brennen schon lange gewisse Fragen unter den Fingernägeln. Daher freue ich mich sehr, dass Sie diese Möglichkeit der Klärung anbieten.
Also: ich bin allein erziehende Mutter eines 3 Jahre alten Sohnes und komme langsam zum folgenden Schluss: Wenn es Geld für ein Kind gibt, dann geht das zur Hälfte auch an den Kindesvater - wenn das Kind etwas außer der Reihe braucht, dann finanziert das die Mutter ALLEIN!

Meine Fragen:
1. Wieso darf JEDER Kindesvater die Hälfte des Kindergeldes vom Unterhalt abziehen??? (Der Vater meines Sohnes wohnt knapp 400km entfernt, er besucht seinen Sohn nicht, er fragt nicht, wie es ihm geht, er schickt weder Karten zum Geburtstag noch zu Weihnachten, geschweige denn Geschenke. Dass er das Geld für sein Kind anspart, bezweifele ich stark.)
2. Wieso soll die Einmalzahlung in Höhe von 100€ bei getrennt lebenden Eltern tatsächlich zur Hälfte dem Kindesvater zukommen (durch Unterhaltsreduzierung)??? (meine Gründe dagegen: siehe 1.)
3. Wieso muss - da ja alle Gelder FÜR das Kind hälftig an Mutter und auch Vater gehen - sich der Kindesvater nicht an besonderen Kosten des Kindes hälftig beteiligen, wie z.B. Kindergartengebühren, Schulbücher, Sehhilfen, Zahnspangen, Teilnahmegebühren bei Sport- und Musikvereinen,etc.???
4. Wieso ist es eigentlich so schwierig, dass alleinige Sorgerecht zu bekommen, wenn es einmal das gemeinsame gegeben hat???

Es ist doch eh schon unfair genug, dass sich ein Kindesvater voll ausklinken kann, WENN er will (Vater arbeitet Vollzeit und zahlt mal eben seinen Unterhalt minus hälftigem Kindergeld - das war's. Während Mutter nur Teilzeit arbeiten kann, aber für 2 Personen erwirtschaften, putzen, einkaufen, den Geburtstag, Weihnachten, Ostern, Ferien ausrichten, die Rolle des Entertainers und Chauffeurs übernehmen muss - neben bügeln, waschen und des Nachts bei Alpträumen aufstehen und beruhigen und während der Magen-Darm-Grippe zusätzlich noch 3x das ganze Bett frisch beziehen. Am nächsten Morgen freut sich da mein Chef, dass ich überhaupt kommen kann!!! Und wie geht's mir dabei?

Ich habe sehr viel Spaß an meinem Kind und ich bereue nichts - die Ungerechtigkeiten bringen allerdings Frust!

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie meine Fragen beantworten, da es sicherlich gaaaaanz viele Frauen und auch Männer in Deutschland betrifft.

Mit freundlichen Grüßen

P. Thye

+28

Die Abstimmung ist geschlossen, da der Beitrag bereits archiviert wurde.