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Autor Ute Ostrowski am 14. Juli 2009
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Familie

alleinerziehend

Sehr geehrte Frau von der Leyen,

letzte Woche schrieb ich folgenden Brief an Frau Merkel:

Sehr geehrte Frau Merkel,

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, das alleinerziehende Mütter in Deutschland echt „arm dran“ sind.

Stellen Sie sich vor , Sie hätten zwei kleine Kinder. Zwei Mädels fünf und acht Jahre.
Stellen Sie sich weiter vor, sie wären 41 Jahre.
Sie sind eine gute Mutter.
Außerdem haben Sie zwei Berufe, in denen Sie auch bis zur Geburt der Kinder im Schichtdienst gearbeitet haben.
Schichtdienst, damit die anderen Mütter geregelt Tagesdienst machen konnten.
Jetzt sind sie 41 und können das nicht mehr tun, weil sie eben die Mädels versorgen müssen.
Sie sind Krankenschwester.
Und sie sind Zootechniker

Als Zootechniker können sie nicht mehr arbeiten , weil die Bauern am Boden liegen.
Als Krankenschwester würden sie gern arbeiten.
Aber die Krankenhäuser wollen , das sie 6 Uhr früh mit der Arbeit beginnen.

Aber das können sie nicht, weil der Kindergarten erst 6:00 Uhr öffnet.
Sie können auch keinen Nachtdienst mehr machen, weil sie keinen Mann haben, der nachts für die Kinder da ist und sie können auch keinen Spätdienst mehr machen, weil sie die Kleine spätestens 17 Uhr aus dem Kindergarten abholen müssen.
Sie können auch keine andere Arbeit bekommen. Weil der Personalchef die Bewerbungsmappe einer alleinerziehenden Mutter mit 2 kleinen Kindern, sofort wieder zuschlägt.

Kennen sie das?
Wenn in den Stellenausschreibungen steht:
„Behinderte mit gleicher Qualifikation werden bevorzugt behandelt“
Finden Sie nicht auch, das ich stark behindert bin?
Zwei kleine liebenswerte, zuckersüße Mädels. Zwei wache Kinder, die unsere Zukunft symbolisieren. Die unsere Renten bezahlen. Die für uns sorgen, wenn wir alt sind.

Aber Frau Merkel, wie soll ich sie durchbringen? Ich meine, wie soll ich die Miete bezahlen, ihnen eine Ausbildung ermöglichen, ihnen eine schöne Kindheit vermitteln, wenn unsere Gesellschaftssystem alleinerziehende Mütter so behindert.?
Ich möchte kein HARTZ IV – Empfänger sein, abgesehen davon reicht das Geld nicht annähernd.

Stufen sie mich und alle alleinerziehende Mütter als Behindert ein, vielleicht habe ich dann eine Chance bei gleicher Qualifikation eine angemessene Arbeit zu finden.
Damit meine Kinder und ich mich wieder gleichwertig, integriert fühlen können.

Mit freundlichen Grüßen
Ute Ostrowski
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Und diese Antwort habe ich erhalten:

Sehr geehrte Frau Ostrowski,

vielen Dank für Ihre E-Mail an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.

Leider ist es wegen der Vielzahl der an die Bundeskanzlerin gerichteten E-Mails und Briefe nicht möglich, Ihnen individuell zu antworten. Ich hoffe, dass Sie dafür Verständnis haben. Ich darf Ihnen aber versichern, dass Frau Dr. Merkel großen Wert darauf legt, über die Sorgen und Probleme, die ihr die Bürgerinnen und Bürger in ihren Anschreiben mitteilen, regelmäßig unterrichtet zu werden, damit sie auf dem Laufenden darüber ist, was die Menschen bewegt.

Ihre Ausführungen werden daher in die Meinungsbildung der Bundesregierung einfließen.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Elke Appel
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Sehr geehrte Frau von der Leyen,

wie Sie sich sicherlich vorstellen können , hat mich der letzte Satz einigermaßen frustriert. Denn was soll ich mit dieser nichtssagender Aussage anfangen. Die ja wahrscheinlich eine Standartantwort ist.

Da ich Sie gewählt habe und Sie außerdem die Familienministerin sind, hoffe ich doch, das Sie mir eine wesentlich konkretere Hilfe geben können.

Mit freundlichen Grüßen
Ute Ostrowski

A

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