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Autor Anke Oepping am 17. November 2009
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Kinder und Jugend

Essen und Ernährung in der frühkindlichen Bildung

Sehr geehrte Frau von der Leyen,

die Newsletter Ihres Ministeriums haben mich veranlasst, Ihnen folgenden Informationen zukommen zu lassen mit der Frage, mit welchen Maßnahmen Sie das Bildungsmanko im Bereich der Ernährungspädagogik aufgreifen werden.

Erkenntnisse aus meiner wissenschaftlichen Mitarbeit (ich bin 42 Jahre alt und seit ca. 10 Jahren Mitarbeiterin der Universität) in verschiedenen Projekten zur Kinderernährung /-gesundheit und Ernährungsbildung und Erfahrungen als Mutter mit Betreuungs- und Bildungsinstitutionen haben mich veranlasst, im Rahmen des Kinderleicht-Projektes (Paderborner Adipositas Prävention und Intervention PAPI) eine Veröffentlichung zu schreiben, die sich mit "Essen und Ernährung in der frühkindlichen Bildung" auseinandersetzt (Paderborner Schrift zur Ernährungs- und Verbraucherbildung, Band 8/2009 http://dsg.uni-paderborn.de/evb/publikationen/paderborner...). Zielgruppe sind Verantwortliche in und für KiTas, aber da die Themen Essen und Ernährung(sbildung) im beruflichen Profil von Pädagogen in der BRD nur auf schwachen Füßen stehen, sehe ich kaum Möglichkeiten, die Belange des Essens und der Ernährung dort so umzusetzen, wie es die gesellschaftliche Entwicklung erfordert. Deshalb halte ich es vorrangig für eine politische Aufgabe, entsprechende Weichen zu stellen. Diese sollte sowohl für die Nachqualifizierung als auch für die Ausbildung (ggf. auch Akademisierung, vgl. www.profis-in-kitas.de) von (Früh-)Pädagogen gelten. Die Belange des Essens und der Ernährung sind nach meinem Eindruck in der Pädagogik im Verhältnis zur gesellschaftlichen Relevanz deutlich unterrepräsentiert. Dieses gilt für den allgemeinen pädagogischen Umgang mit Essen, Ernährung, Nahrungsmitteln und Kindern als auch für Maßnahmen der Prävention (z. B. Adipositas) und im Disease-Management (Diabetes, Nahrungsmittelintoleranzen, -allergien).

Das "geschützte Nahrungsangebot" in KiTas und Schulen sollte darüber hinaus ein gesellschaftliches Anliegen sein und ist eine wichtige Grundlage für eine gute pädagogische Arbeit. Deshalb würde ich es für die Versorgung von Kindern in Betreuungs- und Bildungseinrichtungen begrüßen, ähnliche Strukturen vorliegen zu haben, wie sie vor ca. 80 Jahren für die Versorgung von Studierenden geschaffen wurden (Studentenwerke, AdöR, Auftrag, Besteuerung). Dieser Aspekt allerdings wird nicht in dem o.a. Dokument aufgegriffen.

Ich würde mich freuen, wenn Sie sich zur Lektüre des angehängten Dokuments entschließen könnten, Ihre Erkenntnisse in Ihre Arbeit/ Entscheidungen einfließen lassen und freue mich auf Ihre Antwort.

Herzliche Grüße

Anke Oepping

Anke Oepping, Dipl. oec. troph.
Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit
Fak. NW, Universität Paderborn

P.S.: Leider konnte ich den Link nicht als URL anhängen, deshalb ist er im Text vermerkt.

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