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Autor Hans-Gerd Pelzer am 14. April 2009
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Kinder und Jugend

Gründe für Amokläufe

Sehr geehrte Frau von der Leyen!

Der Amoklauf von Winnenden wurde - wie alle bisherigen Amokläufe - zum Anlass genommen, über Computerspiele und Schusswaffengesetzgebung zu diskutieren. Über die Motive des Täters weiß die Öffentlichkeit bis heute nichts.

Das Buch von
Mark Ames: Going Postal. Rage, Murder and Rebellion in America, New York 2006,
gibt die Situation in Amerika wieder.
Vieles lässt sich auch auf Deutschland übertragen

Die Gründe für die Amokläufe liegen für Ames weder in der Persönlichkeitsstruktur der Täter noch in Computerspielen oder fehlenden christlichen Grundwerten. Sie liegen da, wo die Amokläufe fast immer passieren: In Büros und Fabriken, in Schulen und Universitäten. Dort, wo die Menschen den größten Teil ihres Lebens verbringen. Ames' Buch trägt daher einen Untertitel, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt: "Rage, Murder and Rebellion in America", auf Deutsch: "Wut, Mord und Rebellion in Amerika".

Praktisch alle Täter, Jugendliche wie Erwachsene, wurden vor ihrer Tat oft über Jahre gemobbt und schikaniert, ohne Grund gefeuert, nicht befördert oder über lange Zeiträume zu Überstunden gezwungen. Und weder in Schulen noch in Unternehmen gab es für sie Möglichkeiten, sich gegen die systematische Misshandlung zu wehren.

Darum bringst du 15 Leute um. Du denkst, dein Leben ist vorbei. Das war bei allen Arbeitsplatzmassakern so. Die Leute glaubten, dass ihr Leben zerstört wurde: von ihrem Arbeitsplatz und von der Kultur, die das ermöglicht hat. Bei den Schulkindern ist das genauso. Es ist ja ein Riesenschritt, jemanden umzubringen, selbst wenn du 15 bist und die Hormone spielen verrückt. Bevor man so etwas tut, muss man wirklich an den Abgrund gedrängt worden sein. Oder man ist verrückt. Aber diese Kids und auch die Erwachsenen Amokläufer - die sind nicht verrückt. Der Secret Service und das FBI haben das lange untersucht. Es gibt kein Profil. Es kann jeder sein, der kein Gewinner ist, jeder der ausgegrenzt wird."
Übersetzt von Uli Hufen

Besonders Jungs sind gefährdet. Mädchen werden eher magersüchtig.

Welche Studien gibt es bisher in Deutschland?
Was will die Regierung tun damit die wirklichen Gründe von Amokläufen erforscht und abgestellt werden können? Oder sollen die Gründe nicht an die Öffentlichkeit, damit wir weitermachen können wie bisher?

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Gerd Pelzer

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