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Autor C. Schmidt am 24. September 2009
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Kinder und Jugend

kein Unterhaltsvorschuss - wer hilft denn dann?

Sehr geehrte Frau von der Leyen,

ich kämpfe seit 2001 darum, Kindesunterhalt für meine beiden Kinden (geb. 1996/ 1999) zu bekommen. Bis Aug. 2006 habe ich Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt gekommen, seit diesem Zeitpunkt ist der Kampf noch härter geworden. Zuerst habe ich mich an das Jugendamt gewandt. Da hieß es: "Der Kindesvater bezieht ALGII - keine Chance". Ich habe darauf hingewiesen, dass mein Ex-Mann eine sehr hohe Erbschaft erwartet, aus deren Kapitalerträgen doch wohl Unterhalt zahlen müsste. Auch den Verdacht der Schwarzarbeit (Beruf: Maurer) habe ich geäußert. Nach wochenlangem hin und her hat sich das Jugendamt dann endlich bewegt und die Einkommensverhältnisse meines Ex-Mannes überprüft. Außerdem wurde geprüft, ob die Großeltern Unterhalt zahlen könnten. Ergebnis: Mein geschiedener Mann wurde enterbt (klagt aber dagegen), die Großeltern haben ein zu geringes Einkommen, aber es wurde ein Gewerbe angemeldet. Die Einnahmen hieraus seien aber gerade so hoch, dass meinem Ex-Mann vom ALGII-Einkommen nichts abgezogen werden könne. Das bezweifel ich zwar ganz stark, aber ich muss es nun so hin nehmen.

Aber jetzt meine Fragen:
Wie kann es sein, dass Väter sich SO um die Zahlungspflicht drücken? Wieso muss der Kindesvater nicht arbeiten gehen? Wieso bekomme ich - nur weil ich ja regelmässig einer Vollzeitbeschäftigung nachgehe - von keiner Stelle finanzielle Unterstützung?
Mein Ex-Mann lacht sich eins ins Fäustchen und erzählt den Kindern noch ganz stolz von seinem letzten Urlaub! Und fährt stolz mit dem nagelneuen VW vor (der ja aber auf den Namen seiner Mutter zugelassen ist - sehr clever!)
Ich habe wirklich alles probiert! Kindergeldzulage, Zuschuss vom Sozialamt...nichts zu machen. Dafür verdiene ich ZUVIEL.
Ja, ich gehe arbeiten, ich habe nicht mal Erziehungsurlaub genommen, nachdem die Kinder geboren waren. Ich versuche, meinen Kindern ein möglichst unbeschwertes Leben zu bieten und dafür muss ich eben hart arbeiten. Aber richtig hart ist es, dass der Vater sich so aus der Affäre ziehen kann. Klassenfahrten, Schulbücher usw. - niemand interessiert es, wie ich das schaffe. Soll ich meinem Sohn, der das Gymnasium besucht, sagen: "das machst Du toll, ich bin stolz auf Dich - aber leider kannst Du das Abitur nicht machen, das schaffe ich finanziell nicht, Dir solange die Bücher etc. zu bezahlen. Aber wozu brauchst Du Abitur? Studieren kommt ja sowieso nicht in Frage!"
Wieso ist der Unterhaltsvorschuss zeitlich begrenzt? Wie kann es sein, das die Väter so davon kommen? Warum hilft mir niemand - nur weil ich arbeiten gehe?

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn SIE mir einen Rat geben könnten!

Mit freundlichen Grüßen,

Carmen-Anja Schmidt

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