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Autor Marie Schmidt am 20. Februar 2009
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Kinder und Jugend

Künstliche Befruchtung

Sehr geehrte Frau von der Leyen,

obwohl ich nicht sicher bin, ob ich bei Ihnen an der richtigen Adresse für mein Anliegen bin, freue ich mich doch, überhaupt eine Möglichkeit gefunden zu haben, mein Anliegen zu formulieren, so dass es auch gelesen wird.

Wir haben seit 5 Jahren einen Kinderwunsch und fühlen uns inzwischen vom deutschen Staat einfach nur im Stich gelassen.

Dabei sind wir finanziell noch in der glücklichen Lage, dass die private Krankenkasse 90% der Behandlung trägt, bis die Frau 45 ist.
Eine wirklich faire Lösung, wie ich finde.

Nun haben wir das zweifelhafte Glück, dass ich bei jedem Versuch schwanger werde, um dann eine Fehlgeburt zu erleiden.
Das ist nun bereits fünf Mal passiert und das Leid und die seelische Belastung sind unbeschreiblich.

Es gibt Möglichkeiten für Paare wie uns.
Man kann mit Hilfe von PID (Präimplationsdiagnostik) bereits vor dem Einsetzen der Eizellen feststellen, ob sie überleben können oder nicht.
Nur leider ist diese Möglichkeit in Deutschland verboten.
Ich möchte betonen, dass es bei den betroffenen Paaren nicht um "Designerbabys" geht, nein... es geht um die Vermeidung von Fehlgeburten.
Man könnte problemlos festlegen, was zu untersuchen erlaubt ist und was verboten ist, wenn man sich ein wenig mit der Thematik befasst.
Stattdessen treibt uns illegal ins Ausland, weg von der Klinik unseres Vertrauens, in die Hände von Ärzten, welche genau von diesem "Tourismus" leben.
Immer mit dem Gefühl etwas "Verbotenes" zu tun.

Man verhindert die PID nicht, man sendet das Geld ins Ausland.
Man legt den betroffenen Paaren Steine in den Weg.

Dazu kommt die absolut paradoxe Regelung in Deutschland, dass man keine Embryonen vor dem Einsetzen sortieren darf, dagegen aber kranke Kinder bis weit in die Schwangerschaft hinein abtreiben darf.
Wo bitte ist da die Logik?
Wer denkt sich solche Gesetze aus?

Ich weiß, dass es viele Menschen gibt die sagen:
"Dann muss man sich eben damit abfinden, dass man keine Kinder hat"
Vor allem Menschen mit problemlosen Schwangerschaften neigen zu solchen Aussagen.

Ich persönlich empfinde das Wort "kinderlos" inzwischen fast als Schimpfwort, welches unser Leid noch verhöhnt.

Ich freue mich, wenn Sie diesen Beitrag gelesen haben.

Danke und viele Grüße
Marie

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