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Autor Wolf Crefeld am 14. Januar 2009
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Ältere Menschen

Qualität rechtlicher Betreuung

Sehr geehrte Frau von der Leyen,
als das Betreuungsgesetz vorbereitet und 1990 beschlossen wurde, hat sich das damalige Bundeseniorenministerium aktiv an der Arbeit beteiligt. Seitdem m.W. nicht mehr. Vor zehn Jahren hat Margot von Renesse, damals MdB, in einem Fraktionsantrag gefordert, dass man die rechtliche Betreuung nicht nur unter zivil- und verfahrensrechtlichen Gesichtspunkten behandeln soll sondern auch als eine sozialpolitische Aufgabe. Deshalb wende ich mich an Sie und nicht an die Bundesjustizministerin.

Jährlich erhalten 230.000 Menschen einen rechtlichen Betreuer. Wahrscheinlich - aber offenbar weiß das niemand genau - sind es in den meisten Fällen alte Menschen, von denen vermutlich viele kurze Zeit später sterben. Oft dürfte es darum gehen, sie gegen ihren Willen in ein Heim zu bringen - aber auch das weiß keiner genau.

Ein Teil der Betreuer ist mit seiner Aufgabe überfordert. Vielerorts werden ehrenamtliche Betreuer kaum oder gar nicht nachhaltig unterstützt. Für die Qualifikation berufsmäßiger Betreuer gibt es keinerlei Normen. Es gibt viele ganz hervorragend qualifizierte Betreuer, aber auch solche, über die dann die Presse Skandalberichte bringen kann. Welche - aus Hilflosigkeit oder Gedankenlosigkeit - die von ihnen zu betreuenden Menschen entmündigen statt ihre Rechte und Interessen zu vertreten.

Was ich mir von einer Bundesseniorenmnisterin wünsche: Dass sie rechtliche Betreuung, die vermutlich jeden vierten Bundesbürger irgendwann in seinem Leben treffen wird, als ein für uns alle ganz wichtiges sozialpolitisches Thema aufgreift und dazu beiträgt, dass Betreuung - ehrenamtlich oder berufsmäßig - so qualifiziert erfolgt, wie es diese verantwortungsreiche Aufgabe, über das Leben eines anderen Menschen zu bestimmen, erfordert.,
Mit freundlichen Grüßen
Wolf Crefeld

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