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Autor Hannah Jilani am 29. Oktober 2009
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Familie

Studiumabschluss und Elternzeit

Sehr geehrte Frau von der Leyen,

Mein Mann ist ab morgen, dem 29.10.2009, bis einschließlich 28.3.2010 in Elternzeit. Wir haben geplant, dass er mich zu hause unterstützt und ich mich auf meine Diplomarbeit vorbereiten kann. Diese möchte ich an einem Forschungsinstitut schreiben. Dies benötigt einiges an Engagement, Zeit und Arbeit.
Da mein Mann Erzieher ist (er arbeitet 40 h/Woche), führt das zu einem Elterngeld von 668 Euro im Monat. Dieses Geld und das Kindergeld unserer Tochter ist unser einziges Einkommen für diese fünf Monate. Allein unsere Miete beträgt warm 490 Euro im Monat.
Ich habe mich bei einer Beratungsstelle beraten lassen, worauf wir zur Arbeitsgemeinschaft in Stolzenau im Landkreis Nienburg gegangen sind, um ergänzende Hilfe zu beantragen.
Allerdings hat uns unser Sachbearbeiter der ARGE schon im Vorfeld gesagt, dass sich einer von uns dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen muss. Da ich unsere Tochter noch stille und mich noch im Studium befinde, muss mein Mann dies wohl tun. Obwohl er in Elternzeit ist, damit er nicht arbeitet und Zeit mit seiner Tochter verbringen und mich unterstützen kann.
Ich brauche seine Unterstützung auch, da ich mich intensiv und nicht nur von zu hause aus um meine Diplomarbeit kümmern möchte und muss, damit ich mein Studium nächstes Jahr erfolgreich abschließen kann und im Anschluss einen angemessenen Job ausüben kann.
Es kann doch nicht im Interesse der ARGE sein, dass ich mein Studium vernachlässige und dann womöglich dauerhaft auf ihre Leistungen angewiesen bin. Anstatt, dass sie uns für fünf Monate mit ca. 300 Euro unterstützen und ich Ende nächsten Jahres anfange, Steuern zu zahlen, genau wie mein Mann es jetzt schon tut!
Denken Sie, mein Mann tut etwas falsches, weil er in Elternzeit geht, um mir zu helfen und Zeit mit seiner Tochter zu verbringen, nur weil er als Erzieher nicht genug verdient, um ausreichend Elterngeld zu bekommen?
Ein weiterer Grund, warum das Elterngeld so gering ausfällt ist, dass wir geheiratet haben, als ich schon schwanger war und die Nettolohnerhöhung nicht berücksichtig wird.
Soll ich mein Studium vernachlässigen, es womöglich abbrechen müssen, weil wir es uns kurz vor dem Ende nicht mehr leisten können?
Es wird uns wirklich sehr schwer gemacht. Und ob dieser ganze Aufwand, den wir im Moment betreiben, nicht ganz umsonst ist, wird sich noch herausstellen.
Was sagen Sie zu unserem Fall? Müssen wir uns schlecht fühlen, weil wir für eine absehbare Zeit in eine Notsituation geraten sind?
Zusammenfassend ist also zu sagen, dass ich mich in den nächsten fünf Monaten auf meine Diplomarbeit vorbereiten muss (Daten sammeln, auswerten, recherchieren,…). Mein Mann wird seine Elternzeit in Anspruch nehmen, um mit seiner Tochter zusammen zu sein. Ich brauche diese Hilfe, damit ich mich für den Arbeitsmarkt qualifizieren kann. Wir haben im Moment große Probleme, Hilfe zu bekommen!! Damit uns alles gelingt, kann sich keiner von uns in den nächsten fünf Monaten dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen. Wir sind beide „Vollzeit beschäftigt“, nur leider bekommen wir nicht ausreichend Geld dafür. Mein Mann wird ab dem 29.3.2010 wieder Vollzeit arbeiten und ich werde ab Oktober 2010 dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Wir benötigen bitte dringend umgehend Rat!!

Ich hoffe, Sie können unsere Situation verstehen und uns weiterhelfen, indem Sie zum Beispiel erläutern, wie uns geholfen werden kann, bzw. wie in unserem Fall verfahren werden kann.

Über eine baldige Antwort freuen wir uns sehr.

Mit freundlichen Grüßen,
Hannah Jilani

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