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Autor Almut Matthias am 02. Juli 2009
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Kinder und Jugend

Zeitungsartikel "Kinderschutz" der NRZ

Sehr geehrte Frau von der Leyen,

im heutigen Artikel: "Kinderschutz: Verbesserungen nicht mehr bis zur Wahl" las ich, das die Fachverbände Ihren Vorschlag, die Jugendämter bei Hinweisen auf Kindesgefährdung zu Hausbesuchen zu verpflichten abgelehnt haben, mit der Begründung, es sei "ohnehin die Regel".

Mein Sohn ist jetzt 7 Monate alt und aus ehrenamtlicher Erfahrung sowie durch mehrere Berichte meiner Hebamme weiß ich, dass das absoluter Humbug ist. Das Jugendamt entschuldigt sich immer mit "wir haben zu wenig Personal" und so bleiben Fälle monatelang liegen, wobei Kinder ernsthaften Gefahren ausgesetzt sind, wie z.B. Werkzeuge auf dem Tisch liegen lassen (Bohrer) mit dem das 4-jährige Mädchen dann spielt, während die Eltern teilnahmslos vor dem Fernseher sitzen.

Ich weiß auch, dass die Situation nicht kurzfristig zu lösen ist und dass viele Eltern überfordert sind (minderjährige Eltern) oder gleichgültig (wenn sie schon jahrelang arbeitslos und ohne Hoffnung sind) oder es schlimmstenfalls aus dem eigenen Elternhaus gewohnt sind mit Schlägen zu erziehen.

Aber das Jugendamt darf sich nicht länger hinter Ausreden verstecken. Wer trägt denn die Verantwortung, wenn Kinder misshandelt und vernachlässigt werden? Wozu gibt es die Einrichtung Jugendamt überhaupt, wenn ein Hinweis auf Verwahrlosung erst durch 20 Anträge der Bürokratie läuft?
Ich will nicht in einem Land leben, in dem Sozialverantwortung nach außen hin groß geschrieben wird, aber unsere Einrichtungen sich hinter Bürokratie verstecken. Das ist kein Sozialstaat mehr.

Ich bewundere Sie für Ihr großes Engangement und möchte Ihnen für alles, was Sie bisher für junge Familien erreicht haben danken.

Mit respektvollen Grüßen aus Oberhausen
Almut Matthias

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