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seit 2004 vertrete ich meine Heimatregion Nordbaden im Europäischen Parlament. Als Abgeordneter war es mir schon immer besonders wichtig, ein offenes Ohr für die Interessen und Belange unserer Bürgerinnen und Bürger zu haben und zu erfahren: Wie soll unser Europa in Zukunft aussehen?

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Ihr Daniel Caspary

Beantwortet
Autor Anonymer Nutzer am 02. Mai 2019
609 Leser · 2 Stimmen (-0 / +2) · 0 Kommentare

Europäischer und internationaler Handel

Verbot für Wegwerfprodukte aus Plastik

Sehr geehrter Herr Caspary,

es ist gut zu sehen, dass sich innerhalb der EU mit dem Thema Verschmutzung durch Kunststoffprodukte auseinandergesetzt wird und mit dem Verbot von bestimmten Einmalprodukten zumindest ein kleiner Schritt getan wurde zur Reduktion.

- Mir stellt sich die Frage, warum die Lebensmittelindustrie nicht deutlich und vor allem schnell zur Verantwortung gezogen wird für den unverantwortlichen Umgang mit unseren begrenzten Ressourcen und die massive Müllproduktion, die rein aus marketingtechnischen Gründen geschieht und keinerlei Mehrwert für niemanden bildet. - Ich rede von bsp.-weise Käsesnacks, die einzeln in Plastikverpackungen und dann zusammen in einer Plastiktüte verkauft werden oder von Kinderspielfiguren, die innerhalb des Pappkartons alle einzeln foliert sind oder immer kleineren Wurst- und Käseverpackungen, in denen 4 Scheiben enthalten sind, die noch zusätzlich durch eine Plastikfolie getrennt sind.. etc.
Wenn man in den Supermarkt kommt, sieht man keine Lebensmittel mehr, sondern ist umgeben von einer Plastikwelt. - Alles wird doppelt und dreifach verpackt und oft in größeren Tüten, damit es mehr aussieht als der Inhalt hergibt.
- Hier liegen die Alternativen auf der Hand und es wäre eine spürbare Müllvermeidung schnell zu realisieren.

Welche Argumente sprechen für diesen Müllwahnsinn?
Fällt die Reduktion der Plastiktüten dagegen überhaupt ins Gewicht?
Gibt es überhaupt Daten dazu, wieviel Plastik unnötigerweise produziert wird für Überverpackungen und zusätzliche, nicht aus hygienischen Gründen erforderliche Verpackungen?

Freunde von mir, die aus anderen Ländern stammen, staunen immer wieder über deutsche Supermärkte, in denen es überhaupt nicht nach den frischen Lebensmitteln duftet.
Ist das Fortschritt?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

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Antwort
Von Daniel Caspary am 22. Mai 2019
Daniel Caspary

Vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre Ausführungen zum Thema Umweltschutz.

Kunststoffe sind in unserer Wirtschaft leider nach wie vor weit verbreitet und nehmen als Einwegprodukte, Mikroplastik oder als Verpackungen täglich Einzug in die Supermärkte. Es ist sehr beunruhigend, dass allein in der EU jedes Jahr rund 26 Mio. Tonnen an Kunststoffmüll anfallen, der im schlimmsten Fall in den Wäldern oder im Meer endet.

Aus diesem Grund setzt sich die CDU/CSU-Gruppe für weniger Plastikabfall in Europa ein. Mit einer europaweiten Strategie zur Vermeidung von Kunststoff und mittels internationaler Abkommen wollen wir die Plastikflut bekämpfen – dies haben wir fest in unserem Europawahlprogramm verankert.

Auch heute schon gehen wir diese Aufgabe gezielt an und arbeiten beispielsweise an der Art und Weise, wie Produkte in der EU gestaltet, verwendet und recycelt werden können, um möglichst wenig Kunststoff zu nutzen und Ressourcen einzusparen. Insbesondere gehen wir die Frage überflüssiger Verpackungen an, denn diese machen derzeit ganze 60 % aller Kunststoffabfälle in der EU aus. Bis 2030 sollen daher alle auf dem EU-Markt in Verkehr gebrachten Kunststoffverpackungen wiederverwendet oder kosteneffizient recycelt werden können.

Sie sehen also, wir nehmen die von Ihnen angesprochene Problematik sehr ernst und werden auch in Zukunft viel tun, um den Plastikverbrauch und Plastikmüll einzudämmen. Hierzu ist es jedoch notwendig, dass alle Verantwortlichen an einem Strang ziehen: Politik, Wirtschaft und natürlich die Verbraucher selbst.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Caspary