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Abstimmungszeit beendet
Autor Laetitia Barnick am 23. Februar 2016
3719 Leser · 6 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Heißt das Zauberwort "Arbeit"?

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

zur Flüchtlingsproblematik und den jeweiligen Übergriffen der beiden "Parteien" - Flüchtlinge und Deutsche - möchte ich Ihnen gerne eine Frage stellen.

Es ist bekannt, dass Menschen, die keine Beschäftigung haben, auf gut Deutsch auf "dumme Gedanken" kommen.

"Unsere" Flüchtlinge kommen in ein Land, in dem - zumeist - großer Wert auf Ordnung und Sauberkeit gelegt wird, was nicht heißen soll, dass sie grundsätzlich nicht sauber sind. Aber viele Dinge - wie Mülltrennung und die Kehrwoche in Süddeutschland - kennen sie einfach nicht.

Hier am Bodensee organisieren zum Beispiel die Vereine im Frühjahr eine "Seeputzete", an der sich Freiwillige beteiligen können, um den Müll am Bodenseeufer, der von den letztjährigen Urlaubern und von Silvester liegen geblieben ist, aufzuräumen. Die Presse berichtet dann jedesmal darüber, wieviele Tonnen Müll insgesamt gesammelt wurden. Als Belohnung gibt es einen "Wurstwecken" und Apfelsaft.

Die Flüchtlinge hinsichtlich Putz- und Aufräumarbeiten selbstverständlich gegen Bezahlung zu beschäftigen, hätte m.E. einen positiven Doppel- Effekt: Erstens wären sie mit einer äußerst sinnvollen Tätigkeit, die jeder tun kann und in der jeder sofort den Erfolg sieht, beschäftigt. Und zweitens könnten sie dadurch in der Bevölkerung mehr Achtung und Anerkennung erhalten, eben weil diese Tätigkeiten hier im Land sehr geschätzt werden.

Könnte dadurch nicht viel Unglück vermieden werden, wenn man Flüchtlinge, die dazu in der Lage sind, dahingehend beschäftigt?

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch meine Bewunderung und meinen Respekt für Ihre Haltung - die christliche Grundhaltung - aussprechen.

Mit freundlichem Gruß
und den besten Wünschen
L.Barnick

Kommentare (6)Schließen

  1. Autor Jessika Brinkmann
    am 23. Februar 2016
    1.

    Das geht doch nicht. Die Flüchtlinge dürfen nur legale Stellen besetzen, so wie alle Deutschen auch. Wenn sie es freiwillig machen, dann ist es okay, aber das will ganz sicher keiner.

  2. Autor Jörg Plogstedt
    am 24. Februar 2016
    2.

    Es würde schon gehen, wenn ein entsprechendes Gesetz geschaffen wird. Ständig werden neue Gesetze verabschiedet, wie vor einigen Tagen in Sachen Flüchtlingskrise ja auch geschehen. Warum sollen denn die Flüchtlinge nicht einige Stunden am Tag arbeiten? Es muss ja nicht harte Arbeit und nicht den ganzen Tag sein. Aber man könnte zum Beispiel für Reinigungsunternehmen dementsprechende Anreize schaffen, wenn sie Flüchtlinge einstellen. Und den Flüchtlingen wiederum könnte man Vergünstigungen anbieten, wenn sie als Reinigungskräfte arbeiten. Als es bei uns die 1-Euro-Job-Regelung gab, haben sogar hochqualifizierte Arbeitslose als 1-Euro-Jobber gearbeitet. Da mussten ja auch Ärzte und Lehrer die Parkwege harken. Außerdem würde eine Arbeit den Flüchtlingen, die den ganzen Tag unausgefüllt und frustriert auf engem Raum zusammensitzen und sich schon gegenseitig tätlich angegriffen haben, auch psychisch nützen. Sie hätten das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun und gebraucht zu werden, eben Erfolgserlebnisse. Es müssten ja auch nicht nur Reinigungsarbeiten sein. In Krankenhäusern beispielsweise könnte man Hilfsarbeiten und Praktika anbieten – natürlich mit der Option zur späteren Qualifikation. Hier wie in allen Bereichen sollte man sich vor Vorurteilen hüten: Sicherlich wollen viele arbeiten, und sicherlich gibt es viele, die nicht arbeiten wollen. Aber es gibt auch viele Deutsche, die nicht arbeiten wollen. So ist es überall auf der Welt.

  3. Autor angelika maria bruder
    am 25. Februar 2016
    3.

    Die Idee ist gut. Wenn ich an den Straßenrändern von Bundesstraßen, Autobahnen und Kreisstrßen schaue - da gäbe es auch genug aufzusammeln. An den kleinen Ortsverbindungsstraßen machen es ja meist die Bauern. Da das Grün dort zum Teil noch verfüttert wird. und Plastik verdaut auch kein Wiederkäuer.
    Ich kann mich dran erinnern, das wir das als Schulkinder machen durften. und einen heiden Spaß hatten weil kein Unterricht war und jeder wollte natürlich am meisten haben ( Ehrensache!)

  4. Autor Laetitia Barnick
    am 26. Februar 2016
    4.

    Ich danke Ihnen beiden für das positive Feedback. Ich denke, der psychologische Effekt wäre auf beiden Seiten enorm - ganz abgesehen vom praktischen Nutzen. - Ja, in unserer Kindheit gehörten diese Dinge oft noch zum Schulalltag dazu, wie z.B. Schulhof säubern usw. Ich erinnere mich, dass auf einem Klassenausflug mal ein Mitschüler eine Ohrfeige vom Lehrer bekommen hatte, weil er einen Eisstiel (aus Holz!!!) auf den Boden geworfen hatte. Und ich erinnere mich auch noch gut daran, als ich selbst einige Jahre hier am Bodensee in unmittelbarer Nähe eines Asylantenheims wohnte, und zu einigen Familien mit Kindern durch meine damals noch kleine Tochter Kontakt hatte. Einige Bewohner im Heim wollten händeringend arbeiten und hätten alles dafür getan, wenn sie hätten arbeiten dürfen! Einige haben auch gleich nach dem Einzug Verantwortung für den neuen Wohnort genommen, indem sie Garten und Hof gesäubert haben. Und einige beschwerten sich permanent über die schlechte Behandlung hier und entsorgten Kühlschränke, PCs und Herde im anliegenden Naherholungsgebiet, um als Ersatz neue Geräte verlangen zu können.

  5. Autor Laetitia Barnick
    am 11. März 2016
    5.

    Vielen Dank auch für diesen interessanten Kommentar.

    Wir schaffen das – Yes we can... könnte m.E. das Stichwort für eine Arbeit lauten, die einem zunächst wie eine nicht zu bewältigende Anforderung erscheint.

    Beide Sätze zeugen von positivem Denken und von dem Prinzip, erst einmal anzufangen, anstatt sich zu drücken.

    Es wäre einmal ganz interessant, sich über den Begriff Arbeit – und was er unter ganz verschiedenen Sichtweisen für den Einzelnen bedeuten kann – auszutauschen.

    Für den einen ist Arbeit vielleicht eine Last, und er träumt nur von einem Sechser im Lotto und vom süßen Nichtstun am Palmenstrand...

    Für den anderen bedeutet Arbeit schlichtweg die Lebenserfüllung, auf die er niemals verzichten würde...

    Und der Nächste empfindet vielleicht seine Arbeit zwar als anstrengend, möchte aber dennoch sein Bestes geben und ist froh darüber, überhaupt Arbeit zu haben.

    Ich glaube, es ist sogar wissenschaftlich erforscht, dass geistiges und körperliches Nichtstun der menschlichen Psyche schaden.

    Außerdem meine ich, dass man dem Land, welches einem Hilfe und Aufnahme in der Not gewährt, auch je nach Fähigkeit und Kräften etwas zurückgeben kann. Wer in ein Land flieht, welches ihm im Rahmen der christlichen Grundwerte Sicherheit und Versorgung bietet, und er tritt diese Werte mit Füßen, dann hat er sich das falsche Land ausgewählt – ich glaube, dass sagte Julia Klöckner neulich im TV.

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